Volleyball: Bundesliga Frauen
Bergmann übernimmt den Taktstock beim USC

Münster -

Mit Ralph Bergmann hat der dritte Trainer dieser Saison das Kommando beim USC Münster übernommen. Und das nicht zufällig in einer kurzen Spielpause und kurz vor dem Heimspiel gegen die Ladies in black Aachen. Seine Mission: schwierig bis heikel.

Montag, 07.12.2020, 14:34 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 14:40 Uhr
Ralph Bergmann übernimmt nun das Kommando.
Ralph Bergmann übernimmt nun das Kommando. Foto: Peperhowe

Nun also Ralph Bergmann . Nach Teun Buijs (freigestellt) und Lisa Thomsen (in Mutterschutz) zieht der USC seine dritte Karte. Bis zum Ende der Saison wird der 50-Jährige die Bundesliga-Frauen verantwortlich betreuen und trainieren. Die Aufgabe könnte größer kaum sein. Nach sieben Niederlagen in Folge sind die Unabhängigen auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht, so weit vom Glanz früherer Tage war der mehrfache Deutsche Meister vermutlich noch nie entfernt. Bergmann übernimmt eine stark verunsicherte und zuletzt augenscheinlich auch überforderte Mannschaft. Im Heimspiel gegen die Ladies in Black Aachen am Mittwoch (18 Uhr) erlebt er seine Feuertaufe. „Ich freue mich darauf“, sagt er.

Es ist kein Sprung ins kalte Wasser, eher ein Wechsel mit Anlauf. Im März stieg der 225-malige Nationalspieler als Sportlicher Leiter beim USC ein. Seit der Trennung von Buijs ist er noch näher ans Team gerückt: In Trainingseinheiten und in Wettkämpfen engagierte er sich an der Seite von Thomsen. Bergmann hatte Gelegenheit, den Puls der Mannschaft zu fühlen. Jetzt ist es an ihm, in einer sehr komplizierten Gemengelage die Dinge zu sortieren, frische Impulse zu setzen und die Talfahrt zu stoppen.

Es geht voran.

Ralph Bergmann

Wie seine Vorgänger lebt der „Neue“ Optimismus vor. Trainingseindrücke und Fortschritte dort stützen seine Hoffnung. „Es geht voran“, sagt er, „ich sehe ja, dass Dinge, die wir einstudieren, immer besser funktionieren und normaler werden.“ Automatismen, die der USC braucht, um stabiler und besser zu werden. Grundlagen, die in der Niederlagen-Flut abhanden gekommen sind. Selbstverständliches, das plötzlich nicht mehr funktioniert. Bergmann traut der Mannschaft die Umkehr zu. „Solange sie an sich glaubt, ist das möglich. Vielleicht sogar recht zügig. Ich weiß doch, was wir können. Und wir können viel.“

Kleine Wundertüte

Am Mittwoch kommt Aachen an den Berg Fidel. Eine kleine Wundertüte: Erst im November schickten die Ladies in Black Rekordmeister Schwerin geschlagen heim, jüngst gingen sie gegen Suhl mit 0:3 regelrecht unter. Der USC sollte seine Chance wittern. Bergmann lebt den Glauben vor. „Ich bin überzeugt, dass ein Erfolgserlebnis viel bewirken kann“, erklärt er. Also Ärmel aufkrempeln und Trainingsleistungen abrufen – vielleicht endet dieses wahrlich nicht alltägliche (Volleyball-)Jahr doch noch ein wenig versöhnlich.

Der USC hat es selbst in Händen und Fingern. Auf die Partie gegen Aachen folgen vor Weihnachten noch das Spiel beim sieglosen Schlusslicht Erfurt und direkt nach dem Fest die Begegnung in Wiesbaden (Tabellenneunter). Lösbare Herausforderungen, aber das haben alle auch schon vor der letzten Heimbegegnung gegen Straubing gedacht. Es ist für den USC höchste Zeit, Zweifel zu verdrängen und wieder Fahrt aufzunehmen. Vielleicht ist Bergmann ja der richtige Mann. „Ich habe Bock auf diese Spiele“, sagt er, „und auch schon im Training Spaß.“

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