Volleyball: Bundesliga Frauen
USC-Negativserie reißt bei Bergmann-Debüt gegen Aachen dank starker Leistung

Münster -

Nach sieben Niederlagen am Stück in der Bundesliga durfte der USC Münster am Mittwochabend wieder jubeln. Beim 3:1 gegen die Ladies in Black Aachen versüßten die Gastgeber Ralph Bergmanns das Trainerdebüt mit der besten Leistung der Saison.

Mittwoch, 09.12.2020, 20:46 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 22:20 Uhr
Der USC
Der USC Foto: Jürgen Peperhowe

Was für eine Erleichterung, was für ein Jubel. Zwei Monate lang musste der USC Münster warten, war nach dem 3:2-Erfolg zum Bundesliga-Start gegen den VC Wiesbaden in sieben Partien am Stück als Verlierer vom Feld gegangen. Diese Serie ist nun vorbei, Geschichte. Im Duell der Enttäuschten setzten sich die Unabhängigen mit 3:1 (25:20, 25:23, 20:25, 26:24) gegen die Ladies in Black Aachen durch und zogen damit nach Punkten mit dem Gast aus dem Dreiländereck gleich. „Ich freue mich riesig für die Mannschaft, dass sie gewonnen hat“, sagte Ralph Bergmann , der sein Debüt als USC-Trainer erfolgreich gestaltete. Ein Nebenaspekt. „Viel wichtiger ist dieser Sieg für uns“, meinte er.

Der Platzhalter für Lisa Thomsen, die seit einigen Tagen im Mutterschutz ist und erst im Sommer wieder als Trainerin einsteigt, sah vom ersten Ballwechsel an einen veränderten USC. Körpersprache, Auftreten, Positivität – waren das die Unabhängigen der vergangenen Wochen? Es war gleich Leben drin bei den Unabhängigen, die den Mini-Fehlstart – die ehemalige USC-Zuspielerin Mareike Hindriksen hatte an alter Wirkungsstätte gleich einmal mit zwei Aufschlagpunkten die Partie eröffnet – einfach so wegsteckten. Krise? Welche Krise? Münster spielte gut, basierend auf dem starken Aufschlag setzte die Bergmann-Truppe die Schwarz-Gelben unter Druck – und hatte dazu das nötige Glück auf seiner Seite. Der Netzroller von Liza Kastrup zum 14:10 leitete den 7:0-Lauf des USC ein, der um Libera Linda Bock stark in der Block-Feld-Abwehr verteidigte.

Kleiner Rückschlag

Ohne Rückschläge aber geht es dann doch noch nicht, der USC wackelte nach seinem Zwischenspurt noch einmal in Satz eins. Eline Timmerman brachte die Aachenerinnen auf drei Zähler heran (19:22), es drohte Ungemach. Mehr als Ergebniskosmetik aber gestattete Münster den Ladies in Black nicht: Adeja Lambert mit etwas Dusel per Netzroller und Anika Brinkmann schmetterten den Unabhängigen den Eröffnungsabschnitt nach Hause.

Den Schwung und die Erleichterung transportierte Münster auf die andere Netzseite. Sechs der ersten acht Ballwechsel schlugen sich auf dem Konto des USC nieder, der auch nach dem ersten Rückstand (10:11) seit den beiden Hindriksen-Punkten zum Auftakt stabil und klar strukturiert blieb. Kastrup, die auf der Diagonalposition ihre beste Leistung der Saison zeigte, brachte mit drei Punkten ihre Farben bis zum 15:13 wieder in die Spur, in der die Gastgeber auch in der kniffligen Schlussphase des zweiten Abschnitts blieben. Das Side-Out hielt dem Druck stand, Münster legte so ab dem 18:18 bis zum Satzball immer einen Zähler vor. Sarah van Aalen, die den Durchgang mit einem Ass schon eröffnet hatte, beendete ihn im zweiten Anlauf dann auch.

Aachen zog sich in der folgenden Pause kurz zurück in die Kabine, sammelte neuen Mut – und den bekam der USC zu spüren. Die Schwarz-Gelben steigerten sich, Münster dagegen ließ in Sachen Durchschlagskraft und Effektivität nach. Schnell wurde es eine klare Sache für das Team aus der Kaiserstadt, das weniger Fehler machte und sein Ding durchzog. Immerhin: Der USC sendete mit drei erfolgreichen Aktionen zum 20:24 ein Zeichen an den Gast: Hey, wir sind noch hier.

Spannender vierter Satz

Ja, das war der USC auch noch. Langsam tastete er sich heran an den zweiten Saisonsieg, es sah gut aus beim 9:6. So einfach aber wurde es nicht, erst mal ging es eine Runde ins Kettenkarussell. Der 2:11-Lauf rüttelte Münster kräftig durch – uff, das langersehnte Erfolgserlebnis wackelte noch mal. Doch die nächste Runde, sie ging rückwärts. Alles wieder auf null nach der 6:0-Serie des USC, der emotional voll auf der Höhe war.

Kein Platz mehr für Zweifel oder Verunsicherung, auch nicht nach drei vergebenen Satzbällen. Helo Lacerda besorgte energisch Nummer vier, den Nele Barber verwertete. Da war sie, die Erleichterung, es ging raus aus dem Tal der Tränen. Zumindest vorerst.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7716663?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F685692%2F
Nachrichten-Ticker