Volleyball: Bundesliga
2:3 – USC Münster unterliegt in Erfurt

Münster -

Ein Punkt ist vorzeigbarer als leere Hände, gleichwohl machte sich der USC Münster am Samstagabend enttäuscht auf die Heimreise. Beim Schlusslicht Erfurt verlor der Bundesligist 2:3. Die Niederlage war vermeidbar – nach drei Sätzen hatten die Gäste noch 2:1 geführt.

Samstag, 19.12.2020, 21:17 Uhr aktualisiert: 20.12.2020, 14:35 Uhr
LInda Bock gab alles, verhindern konnte sie die Niederlage nicht.
LInda Bock gab alles, verhindern konnte sie die Niederlage nicht. Foto: Jürgen Peperhowe

Ein Punkt ist gewiss vorzeigbarer als zwei leere Hände. Doch unter dem Strich auch nicht mehr als ein Trostpreis. 2:3 (24:26, 25:22, 25:23, 18:25, 10:15) unterlag der USC Münster am Samstag beim Schlusslicht SW Erfurt . Die Hoffnung, nach dem 3:1 gegen Aachen zehn Tage zuvor nachlegen zu können, erfüllte sich nicht. Die Unabhängigen laufen weiter im Krisen-Gewand über die Spielfläche. Die Hinrunde ist nun abgeschlossen – mit einer gruseligen Gesamtbilanz.

Das Kellerduell in Erfurt dauerte satte 133 Minuten. Beide Mannschaften kämpften leidenschaftlich, beide Trainer zogen alle personellen Optionen – am Ende waren die Thüringerinnen in ihren Aktionen ein wenig entschlossener. „Ich hatte das Gefühl, dass uns die Energie weggebrochen ist. Über die Ursache müssen wir reden“, sagte Trainer Ralph Bergmann .

Lange Ballwechsel

Das Spiel war von langen Ballwechseln und hoher Fehlerzahl auf beiden Seiten geprägt. Die Protagonisten gaben in der Abwehr alles, im Angriff indes blieben sehr viele Wünsche offen. Erfurt zeigte wohl die beste Saisonleistung. Die Thüringerinnen verteidigten leidenschaftlich und hatten in Diagonalspielerin Rica Maase die Beste dieses Abends in ihren Reihen. „Wir haben sie nie bremsen können. Das hat zur Niederlage beigetragen“, sagte Bergmann. Allerdings stand sich sein Team mitunter auch selbst im Weg. Es gab zu viele Aufs und Abs, nicht eine einzige USC-Spielerin hielt das erforderliche Niveau durchgängig. Auffällig: Die langen Rallys, die Münster gegen Aachen noch überwiegend für sich entschieden hatte, gingen diesmal in Mehrzahl an den Gegner. Das nervte – natürlich.

Der USC wird die Partie in Erfurt sehr genau analysieren (müssen). Da wartet viel Detailarbeit auf den Trainer. Jede seiner Spielerinnen hatte gute und schlechte Momente. Zu schnell zieht es jede Einzelne im Spiel herab. Der Sieg gegen Aachen war ohne jeden Zweifel wertvoll, aber er genügte allein noch nicht, um den vorangegangenen Niederlagen-Spuk aus den Köpfen zu vertreiben.

29 Fehler

Auf den Punkt gebracht, unterlaufen dem USC nach wie vor zu viele Fehler. In Thüringen kamen in den Sätzen eins bis vier 29 zusammen, diese Statistik muss sich schnellstmöglich verbessern. Und dann braucht die Mannschaft einfach mehr Durchschlagskraft und somit weniger Anläufe, um die Bälle auf den Boden zu bekommen.

Dies würde auch Anika Brinkmann entlasten. Die 34-Jährige hatte am Samstag 53 Angriffsaktionen – 40 Prozent fanden ihr Ziel. Das ist vortrefflich. Aber Brinkmann benötigt Unterstützung. In Erfurt erhielt sie nur eine kurze Pause. Drei, vier Minuten saß sie zwecks Erholung auf der Bank und aß rasch eine Banane.

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