Volleyball: Bundesliga Frauen
Entschlossen und energisch – der USC Münster überzeugt gegen Suhl

Münster -

Das tat der geschundenen Seele des USC Münster richtig gut. Überzeugend, entschlossen und energisch traten die Unabhängigen gegen den VfB Suhl auf und schickten den Tabellenvierten nach dem klaren 3:0 wieder nach Thüringen. Dabei zeigte sich der Gastgeber in allen Elementen verbessert und stabil, glänzte dabei besonders im Schnellangriff über den Mittelblock. Nutznießerin war die Kapitänin.

Sonntag, 31.01.2021, 15:32 Uhr
Vorbei an den Händen von Suhls Agnes Pallag: Barbara Wezorke steuerte starke 18 Punkte zum USC-Erfolg bei.
Vorbei an den Händen von Suhls Agnes Pallag: Barbara Wezorke steuerte starke 18 Punkte zum USC-Erfolg bei. Foto: Jürgen Peperhowe

Als der Aufschlag von Taylor Nelson nicht mehr zurückkehrte in das Feld des USC Münster , war es Zeit für ein Siegertänzchen. Endlich einmal durften die Unabhängigen wieder jubeln, das 3:0 (25:20, 25:19, 25:22) gegen den VfB Suhl war erst der vierte Erfolg der Saison und gleichzeitig der erste im Jahr 2021. Einer, der dem Volleyball-Bundesligisten richtig guttut. Einer, der Hoffnung auf ein zufriedenstellenderes letztes Viertel der Hauptrunde weckt. Einer, der die Tür zur Qualifikation für die Playoffs etwas mehr öffnet.

Als „stimmigen Auftritt“ bezeichnete Münsters Trainer Ralph Bergmann das 79-minütige Geschehen, in dem Münster zweieinhalb Sätze den Takt vorgab. Körpersprache, Ausstrahlung, Auftreten – der USC legte ein Selbstbewusstsein an den Tag, als sei er der Tabellenvierte und nicht Suhl. „Wir haben mit viel Energie gespielt und haben es lange richtig gut gemacht“, meinte der Coach, der erneut Linda Bock in den Außenangriff beorderte. Mit Nele Barber sorgte sie nicht nur für wichtige Punkte und gute Aktionen, sondern unterstützte im Duo auch ihre derzeitige Libera-Vertretung Erika Kildau. Die 18-Jährige, die in Stuttgart debütierte und nun ihre Heimpremiere feierte, trat völlig unaufgeregt auf, hielt die Annahme stabil. Und aus der zog die stark verbesserte Sarah van Aalen ein variables und besonders über die Mitte erfolgreiches Spiel auf. So war es auch Barbara Wezorke, die im Eröffnungsabschnitt die erste Führung (9:8) besorgte – und die ihr Team anschob.

Wezorke mit 18 Punkten Topscorerin

Von nun an gab der Gastgeber den Takt vor, konsequent agierte Münster in allen Elementen – und profitierte vom fehlerhaften Spiel des VfB. „Aber wir haben Suhl auch dahingebracht“, meinte Bergmann, der nach dem Netzaufschlag von Suhls Jelena Sunjic den ersten Satzgewinn registrierte.

Das Bild änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht. Die Unabhängigen waren griffiger, wirkten entschlossener und konzentrierter. Der Gast aus der Wolfsgrube dagegen hatte viel mit sich selbst zu tun, die Fehlerquote war schlicht zu hoch. „Suhl hat uns sicher auch etwas geholfen und hat uns Möglichkeiten gegeben, die wir dann genutzt haben“, sagte Wezorke. Gerade die Kapitänin packte die Chancen am Schopfe, 18 Punkte standen am Ende für sie in der Statistik. Wezorke war es, die wie im ersten auch im zweiten Durchgang für reichlich Satzbälle sorgte, Bock vollendete zum 25:19.

Bergmanns glückliches Wechselhändchen

Der USC hatte die Hände ausgestreckt zum vierten Saisonsieg, bekam aber Mitte des dritten Abschnitts noch einmal auf die Finger. Suhl wehrte sich zaghaft, als Münster nachließ in Sachen Konsequenz und Energie. Aus dem 9:7 wurde ein 9:10, später ein 14:16. Es drohte eine Verlängerung. Doch Bergmann bewies ein glückliches Händchen: Seine bis dahin durchspielende Startformation änderte er zunächst durch die Einwechslung von Anika Brinkmann für Bock, dann mit dem Doppeltausch von Taylor Nelson und Adeja Lambert zu van Aalen und Liza Kastrup, die für Helo Lacerda (Achillessehnenriss) auf der Diagonalen begonnen hatte. „Als es bei uns anfing, etwas weniger zu werden, haben die Wechsel gepasst“, sagte Bergmann. So brachte Brinkmann – die 34-Jährige lag unter der Woche mit einer fiebrigen Erkältung im Bett – den wichtigen Punkt zum 20:19 durch und Nelson den Aufschlag beim Matchball wirkungsvoll ins Suhler Feld. Es war der Schlusspunkt an einem gelungenen Abend, der in dieser Saison bislang Seltenheitswert hatte.

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