Volleyball: Bundesliga Frauen
USC erweist sich als zerbrechlich wie feines Porzellan

Münster -

Jetzt wird es ganz schwer mit dem Erreichen der Playoffs für den USC Münster. Nach der Schlappe in Straubing war der Frust riesig. Trainer Ralph Bergmann ärgert sich aktuell vor allem über die fehlenden Block-Kompetenz seiner Mannschaft.

Montag, 15.02.2021, 15:29 Uhr aktualisiert: 15.02.2021, 18:09 Uhr
Ralph Bergmann kämpft mit dem USC um einen Playoff-Platz. Das 0:3 in Straubing war ein beträchtlicher Rückschlag.
Ralph Bergmann kämpft mit dem USC um einen Playoff-Platz. Das 0:3 in Straubing war ein beträchtlicher Rückschlag. Foto: Jürgen Peperhowe

Der befürchtete Eisregen blieb glücklicherweise aus, zumindest die Rückfahrt aus Straubing verlief für die USC-Volleyballerinnen störungsfrei. Am Montagmorgen um 4.30 Uhr endete die Dienstreise, sportlich warf sie Münsters Bundesligisten ein Stück zurück. Nach dem 0:3 in Niederbayern sind die Chancen auf das Erreichen der Playoff-Runde nicht gänzlich, aber beträchtlich gesunken. Aus eigener Kraft ist Rang acht nicht mehr zu schaffen, der USC muss nun hoffen, dass Wiesbaden und vor allem Aachen durchgängig patzen. Straubing, das steht fest, ist von Münster nun nicht mehr einzuholen.

Natürlich war die Enttäuschung am Sonntagabend deutlich zu erkennen. Mit einem Sieg hätte der USC die Situation spürbar verbessern können. Tatsächlich machten die Gäste gegen einen guten Gegner kein schlechtes Spiel. Statistisch betrachtet, griffen sie sogar besser an als Straubing. Aber eben nicht in jenen Momenten, in denen die Preise verteilt wurden. Es waren auch individuelle Fehler des USC, die dem Kontrahenten in entscheidenden Situationen in die Karten spielten. „Wir bekommen Stress, weil wir uns zu schnell hinterfragen und uns die Überzeugung verlässt“, sagt Trainer Ralph Bergmann .

Einbruch bei 21:18

So wie im ersten Satz, als die Unabhängigen 21:18 führten. Nichts, wirklich nichts auf einen Leistungsknick hindeutete und dann ein, zwei Unstimmigkeiten doch alles zum Einsturz brachten. Der Frust darüber zog sich in den zweiten Abschnitt hinein, das 3:8 zur ersten technischen Auszeit war gewiss auch eine Konsequenz der verpassten Möglichkeit im Start-Set.

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Die Ausgangslage für den USC. Foto: Grafik

Ja, der USC ist mitunter zerbrechlich wie ganz feines Porzellan. Auch am Ende einer außergewöhnlich schwierigen Situation fehlen Sicherheit und Stabilität. Am Sonntag beorderte Bergmann Anika Brinkmann auf die Diagonalposition. Wieder einmal war die 34-Jährige auffälligste und auch beste Spielerin ihres Teams. Von 35 Angriffen führten 19 zu direkten Punkten. Das war ein Wort, genutzt hat es dem USC am 17. Spieltag allerdings nicht. Diesmal lagen die Probleme nicht in der Durchschlagskraft, sondern in anderen Elementen: Straubing schlug besser auf und hatte zudem leichte Vorteile in der Annahme und unübersehbare im Block. Mit Ausnahme von Barbara Wezorke brachte es keine USC-Spielerin zu einem Blockpunkt. Und von den fünf, die für Münsters Kapitänin festgehalten wurden, schlugen vier auch erst sehr spät zu Buche. „Als Spieler gehörte der Block zu meinen Kernkompetenzen. Es fuchst mich maßlos, dass ich es noch nicht geschafft habe, meine Mannschaft dort griffiger zu machen“, sagt Bergmann. Für Verbesserungen schon bis zum nächsten Spiel wird die Zeit definitiv nicht ausreichen. Bereits an diesem Mittwoch (19 Uhr) trifft der USC in eigener Halle auf den Schweriner SC.

Nur Wezorke punktet im Block

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