Volleyball: Bundesliga Frauen
3:1 gegen Schwerin: Dem USC Münster glückt eine dicke Überraschung

Münster -

Der USC Münster hat in der Volleyball-Bundesliga für eine große Überraschung gesorgt. Das Team von Trainer Ralph Bergmann gewann mit 3:1 gegen den favorisierten SSC Palmberg Schwerin und sendete damit ein Signal an die Konkurrenz, dass es weiter im Kampf um einen Playoff-Platz mitmischen will. In Wiesbaden und Aachend dürfte das Lebenszeichen angekommen sein.

Mittwoch, 17.02.2021, 22:01 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 10:15 Uhr
Jubel nach einer dicken Überraschung: Nach dem 3:1 über Schwerin ließ der USC seiner Freude im Kollektiv freien Lauf.
Jubel nach einer dicken Überraschung: Nach dem 3:1 über Schwerin ließ der USC seiner Freude im Kollektiv freien Lauf. Foto: Jürgen Peperhowe

Der USC Münster hat im Kampf um einen Playoff-Platz ein dickes Lebenszeichen an die Konkurrenz geschickt. Mit 3:1 (23:25, 25:22, 25:20, 25:23) gewann der Volleyball-Bundesligist gegen den SSC Palmberg Schwerin und sorgte damit für eine faustdicke Überraschung. „Wir haben es geschafft, immer wieder in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und nicht hektisch zu werden. Wir sind bei uns geblieben“, lobte USC-Trainer Ralph Bergmann nach dem mit Abstand besten Saisonauftritt seiner Schützlinge.

Mit dem Wissen, gegen den Rekordmeister nichts zu verlieren zu haben, legte der USC um Zuspielerin Taylor Nelson forsch und unbekümmert los. Nele Barber, Juliane Langgemach und Linda Bock punkteten von verschiedenen Positionen, und als für den verhalten gestarteten SSC Hayley Spelman einen Angriff ins Aus setzte, führte Münster mit 6:2. Es war ein Fingerzeig für die weitere Partie, in dem die Unabhängigen hartnäckig, unangenehm blieben – und sich nicht von Rückschlägen entmutigen ließen.

Lina Alsmeier zurück am Berg Fidel

Etwa als Lina Alsmeier, die erstmals nach ihrem Wechsel wieder am Berg Fidel spielte, mit drei Zählern, darunter zwei Aufschlagpunkte gegen Barber für Schwerin den Ausgleich besorgte (7:7). Oder als der SSC erst auf 15:11 und im Anschluss an das 17:17 – Münsters eingewechselte Adeja Lambert hatte mit zwei Punkten egalisiert – auf 20:17 weggezogen war. Immer wieder kam der USC zurück und war beim 23:23 knapp vor einem Satzgewinn. Doch Alsmeier hatte etwas dagegen, nach dem erfolgreichen Angriff blockte sie Anika Brinkmann – 25:23.

Starker Auftritt von Nele Barber

Münster füllte seine Außenseiterrolle mit Leben, machte nach dem Seitenwechsel unverdrossen weiter, erfrischte mit seinem mutigen Auftreten. „Nächster Ball“, rief Bergmann nachdem Bock bei einer Blockaktion zum 8:11 das Netz berührte hatte. Und sein Team machte weiter, war beim 12:11 wieder vorn – und baute sein kleines Polster nach zwei cleveren Barber-Angriffen gar auf 18:15 aus. Münsters Außenspielerin war nun in Fahrt, legte doppelt nach. 20:17, wieder griff der USC nach einem Satzgewinn, dem ersten nach den beiden 0:3-Niederlagen gegen den SC Potsdam und bei Nawaro Straubing – und packte diesmal zu. Bock hatte mit drei Punkten in der Schlussphase ihren Anteil daran, dass ihre Mannschaft wenig später nach Durchgängen ausglich, Kapitänin Barbara Wezorke stoppte wirkungsvoll einen Spelman-Versuch. Hut ab.

Schwerins Coach Felix Koslowksi war sichtlich genervt, und seine Laune besserte sich auch nicht. Mit einem 4:0-Lauf stellte der USC erst auf 12:9, dann auf 16:10. Münster war auf dem Weg, den Achtungserfolg in Zählbares umzumünzen. Erst recht nach dem Barber-Block zum 20:14. Und tatsächlich, Wezorke bescherte mit dem 25:20 ihren Farben schon einmal einen Zähler. Wer hätte das im Vorfeld gedacht?

Ralph Bergmann: „Großes Kino“

Wahrscheinlich nur ein paar mehr als die, die auf einen Sieg gesetzt hatten. Dem eilten die Unabhängigen euphorisch entgegen, 12:5 hieß es nach 17 Ballwechseln. Doch der Rekordmeister konterte, wollte hier unbedingt etwas mitnehmen und schob mal eben eine 6:0-Serie zum 14:14 ein. „Dass es uns gelungen ist, da einfach weiterzumachen, war großes Kino und macht mich stolz“, sagte Bergmann.

Es war in der Tat eine hollywoodreife Vorstellung, die der USC da auf das Feld zauberte. Der Underdog blieb standhaft und erarbeitete sich wieder kleine Führungen (15:14, 18:16, 20:19). Seite an Seite ging es in die Crunchtime (22:22), in der Bock und Juliane Langgemach dem USC zwei Matchbälle bescherten.

Es war der zweite, der saß, als Langgemach die Kurzzeit-USClerin Marie Schölzel blockte. Die Emotionen hatten nun freie Bahn, der Jubel war groß. Mindestens genau so groß wie das Ausrufezeichen, das Münster an seine Mitbewerber verschickt hat.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7825558?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F685692%2F
Nachrichten-Ticker