Volleyball: Bundesliga Frauen
USC bleibt nach Schlappe in Aachen nur die Enttäuschung

Münster -

Die Befürchtung ist nun Realität. Der USC Münster hat es in dieser Saison nicht in die Playoffs geschafft. Nach dem 0:3 bei den Ladies in Black Aachen versuchte Trainer Ralph Bergmann gar nicht erst, die Niederlage schönzureden oder an Ausfällen festzumachen.

Sonntag, 07.03.2021, 13:26 Uhr aktualisiert: 07.03.2021, 14:42 Uhr
Enttäuschte Blicke in die große Leere: Mit 0:3 unterlag der USC um Kapitänin Barbara Wezorke (4. v. r.) in Aachen und verpasste damit die Playoffs.
Enttäuschte Blicke in die große Leere: Mit 0:3 unterlag der USC um Kapitänin Barbara Wezorke (4. v. r.) in Aachen und verpasste damit die Playoffs. Foto: Wolfgang Birkenstock

Als um kurz vor 19.30 Uhr am Samstagabend Nele Barber mit einem Angriff am Aachener Block hängengeblieben war, stand es offiziell fest: Die Playoffs finden ohne den USC Münster statt, für den die Bundesliga-Saison 2020/21 nun am kommenden Samstag gegen SW Erfurt beendet sein wird. Mickrige 16 Punkte aus 19 Partien sind einfach viel zu wenig und reichen nicht aus, um im Konzert der besten acht Mannschaften mitspielen zu dürfen.

Das 0:3 in Aachen hört sich nach einer klaren Sache an. War es irgendwie auch – und dann auch irgendwie nicht, blickt man auf die einzelnen Durchgänge von 22:25, 23:25 und 24:26. Doch den Versuch, die Partie schönzureden, startete Münsters Trainer Ralph Bergmann erst gar nicht. „Die Satzergebnisse waren für unsere Leistung fast noch zu knapp. Wir haben schlecht gespielt“, sagte der Coach, der auch die bitteren Ausfälle von Top-Scorerin Anika Brinkmann (Rücken) und Stabilitätsfaktor Linda Bock (Knieverletzung) nicht geltend machte. „Klar hat uns das geschwächt. Aber wir hätten es auch besser machen können.“

Kommentar: Zu viele Fehler

Was über Wochen schon zu erahnen war, ist seit Samstagabend Gewissheit: Der USC verpasst in dieser Saison die Playoffs. Die Enttäuschung ist groß, obwohl sich dieses Szenario nach dem schlechten Saisonstart lange angedeutet hatte. Nicht erst in Aachen hat Münster sein Ticket verspielt. Bitter, zumal die Unabhängigen angetreten waren, um näher an die Top-Teams heranzurücken. Davon aber war der USC weit, ja unter dem Strich und unter Einbeziehung der einzig wahren Währung, der Punkte, meilenweit entfernt. Von denen hat der USC schlicht zu wenig geholt. Die Fragen nach dem Warum gilt es zu ergründen. Denn nicht nur die Spielerinnen auf dem Feld oder die Trainer – mit Teun Buijs, Lisa Thomsen und Ralph Bergmann drei an der Zahl – an der Seitenlinie haben Fehler gemacht. Auch im Vorstand sind im Vorfeld der Saison nicht alle Entscheidungen glücklich gewesen. Macht unter dem Strich eine enttäuschende Spielzeit ohne Playoffs. Henner Henning

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Besonders im ersten Satz, in den der USC so gar nicht reinkam. Schnell stand es 0:4, und auch nach einer leichten Steigerung und der sachten Kontaktaufnahme zum Gegner beim 13:15 blieb der Gast zu unstrukturiert. „Da waren wir zu hektisch, wollten es schnell-schnell machen. Da hat vieles nicht gepasst“, erklärte Bergmann.

Immerhin wurde es in der Folge ein wenig besser – und da auch Aachen alles andere als einen Sahnetag erwischt hatte, gestaltete sich das Treffen der bis Samstag noch punktgleichen Teams bis in die Schlussphase des zweiten Durchgangs offen. Zunächst mit Vorteilen für den USC, der sein kleines Polster (10:8) aber nach einem 0:4-Lauf postwendend wieder herschenkte. Bergmann reagierte, beorderte Sarah van Aalen für Taylor Nelson in die Schaltzentrale und brachte Youngster Mia Kirchhoff für Liza Kastrup.

Bescheidene Mittel

Münster kämpfte, Münster mühte sich, Münster versuchte seine bescheidenen Mittel einzubringen – und war nach Rückständen (15:19, 18:21) beim 23:23 plötzlich nur zwei Punkte vom Satzausgleich entfernt. Dabei blieb es, Aachen machte kompromisslos einen Haken hinter Abschnitt zwei. „Wir sind einige Male ganz gut wieder zurück ins Spiel gekommen. Aber um das große Ziel, mit einem Auswärtssieg noch in die Playoffs zu kommen, zu erreichen, hatten wir die Qualität nicht“, so Bergmann.

Auch nicht, als die Ladies in Black den Gästen aus Westfalen noch einmal die Hand reichten und beim 24:20 vier Matchbälle – zwei davon wehrte Münsters diesmal Beste Juliane Langgemach ab – liegenließen. Doch als Nele Barber den Block nicht überwinden konnte, war Schluss. Keine Playoffs . Um kurz vor halb acht kroch sie herauf, die Leere, die Enttäuschung.

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