Volleyball: Internationale Ligen
Ehemalige USC-Spielerinnen Fuchs, Orthmann, Silge und Vanjak auf Titelkurs

Münster -

Der USC Münster hat eine überaus enttäuschende Saison hinter sich. Doch einige Ex-Spielerinnen befinden sich gerade auf der Sonnenseite des Sports. Sina Fuchs, Hanna Orthmann, Wiebke Silge und Ivana Vanjak kämpfen im Ausland um Titel – mit Erfolg.

Freitag, 19.03.2021, 16:47 Uhr aktualisiert: 19.03.2021, 16:50 Uhr
Hanna Orthmann
Hanna Orthmann

Der USC Münster liegt gerade am Boden, leckt Wunden und bereitet sich auf eine bessere Zukunft vor. Da greifen ehemalige Spielerinnen des Volleyball-Bundesligisten außerhalb der Landesgrenzen nach Titeln. Als Aus- und Weiterbildungsschmiede waren die Unabhängigen in der Vergangenheit nachweisbar ein guter Standort.

Sina Fuchs kam als 14-Jährige zum USC und stand von 2009 bis 2017 im Erstliga-Kader. Schwere Knieverletzungen warfen die gebürtige Lüdinghausenerin mehrfach in der Karriere zurück. Doch die frühere Jugend-Nationalspielerin gab nie auf. Nun zahlt sich der lange Atem des inzwischen 28 Jahre alten Profis aus: Mit Fatum Nyíregyháza gewann sie in Ungarn gerade den Pokal. Im Endspiel setzte sie sich mit ihrem Team glatt in drei Sätzen gegen Swietelsky-BRSE durch. Im Halbfinale tags zuvor hatten Fuchs und ihre Mitspielerinnen deutlich mehr schwitzen müssen: Beim 3:2 gegen Gastgeber UTE Budapest hatte Nyíregyháza einen 0:2-Rückstand noch gedreht. Nächstes Ziel von Fuchs ist nun die ungarische Meisterschaft. Als Hauptrundenerster startet der Cupsieger zumindest nicht als Außenseiter in die Playoff-Runden ab Samstag.

Früh nach Monza

Auch Hanna Orthmann hat ihre Wurzeln in Lüdinghausen. 15-Jährig schloss sich die hoch talentierte Außenangreiferin dem USC an, um ihre Ausbildung zu forcieren. Mit 18 war sie dann schon wieder weg. Monza ist seitdem ihre Heimat auf Zeit. Und dass in der Lombardei manchmal nicht nur rasend schnell Auto gefahren, sondern auch durchgängig guter Volleyball gespielt wird, ist auch ein Verdient der deutschen Nationalspielerin. Gerade sind Saugella Monza und Orthmann auf dem besten Weg, den CEV-Pokal zu gewinnen. Das erste Endspiel gewann der italienische Top-Club souverän 3:0 (25:23, 25:15, 25:16) gegen Galatasaray Istanbul. Die Entscheidung fällt im Rückspiel am Dienstag in der Türkei.

Als Orthmann 2015 beim USC debütierte, war Wiebke Silge just fort. Die 1,90 Meter große Mittelblockerin aus Ostbevern ging ebenfalls schon früh in ihrer Laufbahn ziemlich steil. Mit 17 debütierte Silge erst in der Bundesliga und dann in der Nationalmannschaft. Mit 19 wechselte sie zum SC Potsdam. Nach zwei Spielzeiten dort hatte sie offenbar keinen Spaß mehr am Spitzensport. Karriereende mit 20 – ein ungewöhnlicher Schritt. Nach dreijähriger Pause und einigen Einsätzen für ihren Heimatclub BSV Ostbevern kribbelte es Silge wieder in den Fingern. Bei Kanti Schaffhausen startete die 24-Jährige im vergangenen Jahr ihr Comeback. Mit dem Schweizer Erstligisten kämpft sie aktuell um den Einzug in die Playoff-Endspiele. Im best-of-five-Halbfinale gegen Viteos NUC (Neuchatel) ging der Silge-Club am Mittwochabend mit dem zweiten Sieg im dritten Aufeinandertreffen in Führung. Am Samstag soll in eigener Halle das Finalticket gebucht werden.

20 von 21 Spielen gewonnen

Ivana Vanjak kam erst mit 22 Jahren nach Münster, legte aber auch am Berg Fidel den Grundstein zu einer großen Laufbahn. Wie Orthmann und Silge wurde sie als USC-Aktive Nationalspielerin. Im vergangenen Sommer entschied sie sich dann zu einem Wechsel und landete beim ASPTT Mulhouse. Mit dem Club aus dem Elsass strebt Vanjak nun die französische Meisterschaft an, der Plan könnte aufgehen. Mulhouse gewann 20 der 21 absolvierten Spiele und führt das Klassement der Ligue A an.

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Ivana Vanjak Foto: Imago

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