Viertelfinale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft
Goldenes Finale furioso: USC Münster siegt im Entscheidungssatz gegen Hamburg

Münster -

Hereinspaziert ins Halbfinale, Münster ist dabei. Im Viertelfinal-Psycho gegen VT Aurubis Hamburg gab am Mittwochabend der „Golden Set“ den Ausschlag. Nach dem 3:1 in der Hansestadt verlor der USC am Mittwochabend den zweiten Vergleich 1:3 (25:21, 18:25, 24:26, 21:25). Doch im Entscheidungssatz stand er wieder auf und sorgte mit dem 15:8 für ein Finale furioso. Nächsten Mittwoch geht es am Berg Fidel weiter. Im Hinspiel der Vorschlussrunde misst sich Münster dann mit dem Dresdner SC.

Donnerstag, 29.03.2012, 08:03 Uhr

Viertelfinale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft : Goldenes Finale furioso: USC Münster siegt im Entscheidungssatz gegen Hamburg
So sehen Sieger aus: Die Spielerinnen des USC Münster mit Kristin Kasperski, Michaela Jelinkova, Tess von Piekartz, Sina Fuchs und Linda Dörendahl feiern ausgelassen den Einzug ins Halbfinale. Foto: Jürgen Peperhowe

Für diesen einen besonderen Abend war ein Teil des Sends am Berg Fidel aufgebaut. Weit über zwei Stunden lang rauschten 1622 Zuschauer durch die Achterbahn der Gefühle. Lumpige zehn Euro kostete der Spaß – doch es war beileibe nicht immer ein Vergnügen. Der USC knüpfte dort an, wo er im Hinspiel am Samstag aufgehört hatte. Er machte Druck im Aufschlag und kannte am Netz keine Kompromisse.

Kommentar

Applaus für die USC-Damen, sie sind wieder wer.  Und dies nicht nur in der Stadt. Volleyball „made in Münster“ findet endlich auch bundesweit wieder Beachtung. Die Unabhängigen haben harte Jahre hinter sich. Letztmals gewann der deutsche Rekordmeister 2005 einen Titel, danach verschwand er im Niemandsland der Liga. Beinahe wäre sein Stern sogar ganz versunken: Finanzielle Probleme führten den Traditionsverein an den Rand des Abgrunds. Nun endlich ist wieder Stimmung am Berg Fidel. Diese junge Mannschaft macht Spaß, sie hat Charakter und und großes Potenzial. Mit dem Einzug ins Halbfinale gelang ihr ein erster großer Wurf. Damit muss die Reise nicht beendet sein. Und noch besser: In der nächsten Saison ist der USC auch international startberechtigt.

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Hamburg wurde zu Fehlern gezwungen, das sah richtig gut aus, auch ohne die verletzte Lonneke Sloetjes. Doch die Niederländerin fehlte, das spürten alle, spätestens als die Gäste ihre Linie fanden und zum Gegenschlag ausholten. Prompt wackelten die Unabhängigen – im Kollektiv und in fast allen technischen Elementen. Im zweiten Abschnitt lag Münster rasch 4:11 hinten, es fehlten Ordnung, Mut und Biss.

Die Hanseatinnen wurden von Ballwechsel zu Ballwechsel sicherer und zuversichtlicher. Sie spürten: Da geht noch etwas. Der USC verlor den zweiten Durchgang klar, der dritte hatte dramatische Züge. Hamburg spielte sehr intelligenten Volleyball und punktete zuverlässig über die Brasilianerin Lousiane Souza Ziegler. Münster stemmte sich mit enormem Einsatz dagegen, zeigte nun wieder die erforderliche Courage und holte Rückstände auf: 14:14 nach 9:13, 24:24 nach 21:24.

Drei Satzbälle abgewehrt, die Halle stand Kopf, das Spiel hatte nun Thriller-Qualität. Eine Frage der Psyche – Hamburg blieb eiskalt, zog aber auch Nutzen aus einem USC-Aufschlag, der knapp ins Aus segelte. 1:2, noch war nicht wirklich etwas passiert. Und schon gar nichts verloren. Doch Hamburg bestimmte auch im vierten Abschnitt den Takt. Ruck-zuck waren die Gäste 14:7 weg. Münster bemühte sich unermüdlich – angetrieben von Andrea Berg – um den Anschluss, fand ihn beim 15:17, doch zum Ausgleich reichte es nicht.

Viel zu viel im Spiel der Unabhängigen war auf Hana Cutura zugeschnitten. Allein konnte die Kroatin den Rucksack nicht tragen. Folgerichtig gewannen die Gäste das Spiel. Doch damit war die Achterbahnfahrt noch nicht beendet. Es ging in den Golden Set, alles wurde wieder auf Null gestellt.

Zum Glück für den USC, der nach zwei Stunden Spieldauer wie Phönix aus der Asche stieg und den packenden Viertelfinal-Duellen mit Hamburg die finale, alles entscheidende Wende gab. Respekt vor diesem Kampfgeist. Münster steht im Halbfinale . Schwindelgefühle sind auch dann nicht ausgeschlossen.

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