Volleyball: 1. Damen-Bundesliga
USC-Protagonisten sind zufrieden mit der Saison

Münster -

Das letzte Saisonspiel lieferte noch einmal die ganze Bandbreite. Phasenweise agierte der USC Münster hervorragend, unterm Strich aber reichte es bei weitem nicht, um mit den Top-Teams mitzuhalten. Mit dem Aus im Viertelfinale der DM-Playoffs gegen Stuttgart endete eine Serie mit Höhen und Tiefen.

Donnerstag, 23.03.2017, 15:03 Uhr

Auch Linda Dörendahl kann mit Platz fünf leben.
Auch Linda Dörendahl kann mit Platz fünf leben. Foto: pp

Das Aus des USC Münster im Playoff-Viertelfinale kam nicht wirklich überraschend. Als Pokalsieger und Hauptrunden-Zweiter war Allianz MTV Stuttgart in den Ausscheidungsspielen der große Favorit, der für die Unabhängigen in einer Best-of-three-Serie nur im Optimalfall auszuschalten ist. Der ist nicht eingetreten, doch nach dem 2:3 in Stuttgart lieferte Münster auch beim 1:3 am Berg Fidel den Schwaben einen großen Kampf – und verabschiedete sich erhobenen Hauptes.

„Wir sind an Stuttgarts Steigerung gescheitert, der Gegner war besser als im ersten Spiel“, erklärte USC-Trainer Andreas Vollmer , der auch bei seiner Mannschaft bessere Werte in der Statistik ausmachte. Im Angriff und in der Annahme wies Münster eine gute Bilanz auf, die Fehlerquote war auch nicht zu hoch. „Das waren Lichtblicke in unserem Spiel. Doch Stuttgart ist mit einer Offensivmaschinerie ausgerüstet, die eine unheimliche Qualität hat und die wir nicht stoppen konnten“, so Vollmer. Gleich fünf MTV-Spielerinnen punkteten zweistellig, mit Renata Sandor (17 Zähler) und Aiyana Whintes (16) waren gleich zwei erfolgreicher als Münsters Beste Sina Fuchs (15) – und die lag als Einzige im zweistelligen Bereich.

So reichte es für die Unabhängigen nicht, ein drittes Spiel zu erzwingen und sich so die Möglichkeit zu einer ganz großen Überraschung zu erhalten. Dabei war eine kleine, nicht ganz so große Chance wie in Stuttgart da. Nach dem Satzausgleich führte Münster auch im dritten Durchgang bis zum 18:16, ehe der Gast vor 1276 Zuschauern mit einem 9:2-Lauf für die Vorentscheidung sorgte. Denn trotz großem Kampf bis zum letzten Ballwechsel blieb die Wende aus. „Es war kein perfektes Spiel von uns, aber sicher ein sehr gutes. Im dritten Satz müssen wir den Vorsprung ins Ziel bringen“, sagte Kapitänin und Mittelblockerin Leonie Schwertmann . Und Linda Dörendahl ergänzte nach der letzten Partie ihrer 14-jährigen Volleyball-Karriere. „Stuttgart hat verdient gewonnen. Das Spiel spiegelt ein bisschen unsere Saison wider.“

Zahlenspiele

► Der USC Münster absolvierte in der abgelaufenen Saison 26 Partien – 22 in der Hauptrunde, vier in den Ausscheidungsspielen. Interessant liest sich die Bilanz der Hauptrunde: nur vier Spiele gewannen die Unabhängigen am Berg Fidel, der erste Heimsieg glückte erst am vierten Spieltag. Dagegen verließen sie acht Mal in der Fremde als Sieger das Feld – davon die ersten fünf Partien. Dazu kamen je ein Heim- und ein Auswärtssieg in den Pre-Playoffs gegen den VfB Suhl, im Viertelfinale gab es zwei Niederlagen.

► 102 Sätze absolvierte der USC in der Spielzeit, davon 50 in eigener Halle. Dazu kamen acht Durchgänge in den beiden Pokalspielen, insgesamt acht Mal ging Münster über die volle Distanz. Damit summiert sich die Spielzeit auf 2423 Minuten.

► Fünf Mal wurde Kaisa Alanko zur wertvollsten Spielerin gekürt, vier Mal ging die Auszeichnung an Erica Wilson – sie war in acht Partien Top-Scorerin des USC – sowie je drei Mal an Leonie Schwertmann, Hanna Orthmann und Jennifer Keddy.

...

Damit meinte die Libera ein stetiges Auf und Ab auf ansehnlichem Niveau, in letzter Konsequenz aber nicht für mehr ausreichend als das Viertelfinale. Die Top-Teams wie Stuttgart sind enteilt und nur an perfekten Tagen zu schlagen, die direkte Konkurrenz um die Plätze vier bis sechs agierte konstanter. Ohnehin war „Konstanz“ das Wort schlechthin am Berg Fidel, immer wieder fiel es während der vergangenen Monate. „Aber es gibt keine Mannschaft in der Bundesliga, die dauerhaft auf hohem Niveau spielt. Das schaffen auch Schwerin oder Dresden nicht. Klar waren wir im Februar in einem Loch, aber das ist im Laufe einer Saison normal“, relativierte Vollmer und fügte hinzu: „Wir müssen noch einmal betonen, dass wir in einem Konsolidierungsjahr waren. Wir haben das Budget heruntergefahren, der Kader war quantitativ kleiner. Dazu hatten wir nach dem Ausfall unserer Top-Scorerin Erica Wilson viel Umstellungsarbeit zu leisten. Ich denke, dass wir sportlich erfolgreich waren. Wir waren, ehe wir im Februar in ein Loch gefallen sind, im Kampf um Platz vier dabei und haben uns in der Schlussphase sehr gut präsentiert. Den Stuttgartern ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass sie gegen uns in zwei Spielen durchgekommen sind.“ In die Kategorie „zufrieden“ fällt also das Fazit. Mit den finanziellen Möglichkeiten war mehr als Platz fünf kaum möglich – den hat der USC erreicht.

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