Volleyball: BSV Ostbevern in der 2. Bundesliga
Klassenfahrt zum Klassenerhalt: Interview mit Kapitänin Sophia Eggenhaus

Ostbevern -

Das letzte Spiel des Jahres bestreiten die Volleyballerinnen des BSV Ostbevern gegen DSHS SnowTrex Köln. Im Interview spricht Kapitänin Sophia Eggenhaus über die 2. und die 3. Liga, über Selbstzweifel, über Auswärtsfahrten, Klassenfahrten und den Klassenerhalt.

Freitag, 20.12.2019, 19:00 Uhr
Mittendrin: BSV-Spielführerin Sophia Eggenhaus (Nummer 15) wurde schon viermal in der 2. Bundesliga als wertvollste Spielerin ihrer Mannschaft ausgezeichnet.
Mittendrin: BSV-Spielführerin Sophia Eggenhaus (Nummer 15) wurde schon viermal in der 2. Bundesliga als wertvollste Spielerin ihrer Mannschaft ausgezeichnet. Foto: Aumüller

In ihrer ersten Saison in der 2. Bundesliga Nord stehen die Volleyballerinnen des BSV Ostbevern um Kapitänin Sophia Eggenhaus auf dem neunten Platz. Vor dem letzten Match des Jahres am Sonntag (16 Uhr, Beverhalle) gegen DSHS SnowTrex Köln spricht die 24-jährige Diagonalspielerin im Interview über die 2. und die 3. Liga, über Selbstzweifel, über Auswärtsfahrten, Klassenfahrten und den Klassenerhalt.

Wie muss das Spiel gegen Köln enden, damit 2019 für Ihre Mannschaft ein gutes Jahr ist?

Eggenhaus: Wichtig ist, dass wir nachher sagen können: Wir haben alles gegeben und ein gutes Spiel gemacht. Wenn Köln dann besser war, dann ist das auch in Ordnung. 2019 bewerten wir aber in jedem Fall sehr positiv.

Mit der ersten Saison in der 2. Bundesliga sind Sie also bislang zufrieden?

Eggenhaus: Wir sind sehr zufrieden. Wir können mithalten. Das haben wir auch in den Spielen gezeigt, in denen wir 0:3 verloren haben. Wir fühlen uns wohl in der Liga, alle in der Mannschaft sind positiv. Die Auswärtsfahrten tun uns gut, wenn wir viel Zeit miteinander verbringen. Am Anfang hatten wir ein bisschen Bedenken, dass wir in Situationen kommen, in denen wir als Mannschaft an uns zweifeln oder einzelne Spielerinnen an sich zweifeln. So ist es aber nicht gekommen.

Wie bewerten Sie die Chancen auf den Klassenerhalt?

Eggenhaus: Ich glaube ganz fest, dass wir es schaffen. Oben haben sich drei Mannschaften abgesetzt, ansonsten ist es sehr eng in der Liga. Wir sind aus jedem Spiel mit dem Gefühl gegangen, dass wir eine Chance hatten. Wir sind auf einem guten Weg, das Potenzial ist da. Vielleicht müssen wir noch daran arbeiten, auch immer am Satzende Vollgas zu geben und auch für die letzten Punkte alles zu geben. Wir wachsen in jedem Spiel. Es ist realistisch, dass wir den Klassenerhalt schaffen.

Was ist der größte Unterschied zur 3. Liga?

Eggenhaus: In der 3. Liga gab es meistens ein, zwei Spielerinnen in der anderen Mannschaft, die den Unterschied ausgemacht haben. Jetzt sind die Gegner viel ausgeglichener. Die Mannschaften sind sowieso insgesamt stärker, aber auch auf jeder einzelnen Position richtig gut.

Sie haben jetzt fast durchgängig im Wochen-Rhythmus gespielt. Ist das nicht hart?

Eggenhaus: Nein, ich persönlich finde das gut. Wir hatten am Anfang mal vier Wochen Pause. Das finde ich ungünstig, weil man dann aus dem Rhythmus kommt. Außerdem hat man, wenn wir jede Woche spielen, nicht so viel Zeit, über Niederlagen nachzudenken. Das ist ein Vorteil.

Wenn Sie eine oder zwei Nächte für ein Auswärtsspiel in Berlin oder Stralsund verbringen, hat das etwas von einer Mannschaftsfahrt?

Eggenhaus: Das fühlt sich wirklich so an. Die langen Fahrten im Bus sind komfortabel. Es ist schön, wenn auch andere Leute mitkommen. Wir verstehen uns alle gut, wir haben Spaß und quatschen viel. Wir sind oft gemeinsam oder zumindest in Gruppen unterwegs. Das ist schon fast wie eine Klassenfahrt. Die Tage in Stralsund zum Beispiel haben sich angefühlt wie ein Kurzurlaub mit anschließendem Spiel.

Sie wurden einmal im WVV-Pokal und schon viermal in der 2. Liga als Most Valuable Player, als wertvollste Spielerin ihrer Mannschaft, gekürt. Ist das ein schönes Gefühl oder ist Ihnen das nicht wichtig?

Eggenhaus: Das ist ganz nett, aber oft spiegelt das das Spiel gar nicht wider. Manchmal müsste die ganze Mannschaft die Auszeichnung bekommen. Außerdem ist es als Angreiferin viel einfacher aufzufallen als auf anderen Positionen. Natürlich freue ich mich, aber die Mannschaft steht klar im Vordergrund.

Was erwarten Sie im Spiel gegen Köln?

Eggenhaus: Das ist eine super Mannschaft, die schon ein paarmal Meister war, aber nie aufsteigen wollte. Die meisten Spielerinnen studieren in Köln an der Sporthochschule. Sie kennen sich super und sind in ihrem Spiel sehr routiniert. Das müssen wir versuchen zu durchbrechen. Wir geben wieder Vollgas und wollen das letzte Heimspiel in diesem Jahr gewinnen.

Zum Spiel

Schüler trifft Lehrmeister: BSV-Trainer Dominik Münch sieht am Sonntag Jimmy Czimek wieder, seinen Ausbilder beim A-Lizenz-Lehrgang. Der arbeitet auch als Dozent an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) und coacht die Volleyballerinnen der DSHS SnowTrex Köln. Das Zweitliga-Team des FC Junkersdorf Köln wurde 2017 und 2018 Meister, verzichtete aber auf den Aufstieg. Im Vorjahr landete es auf Rang drei. Viele erfahrene Spielerinnen aus den Erfolgsjahren sind noch da, einige Schlüsselfiguren aber nicht mehr. „Sie setzen jetzt vermehrt Spielerinnen ein, die vorher nicht so im Vordergrund standen“, weiß Münch. Ungewohnt auf diesem Niveau: „Sie spielen viele Bälle sehr hoch, auch über die Mitte. Das macht ihr Spiel ungewöhnlich langsam. Es ist eine groß gewachsene, sehr blockstarke Mannschaft.“ In der Tabelle sind Köln als Achter und Ostbevern als Neunter punktgleich – in einem äußerst engen Feld: Platz elf und vier trennen nur drei Zähler. „Köln wird aber nicht ernsthaft unten reinrutschen“, sagt Münch, der bis auf Maren Flachmeier auf den kompletten Kader bauen kann.

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