Volleyball: 2. Bundesliga Nord Frauen
Sophia Eggenhaus nach Borken – Abschied mit großen Emotionen

Ostbevern -

Der BSV Ostbevern ohne Sophia Eggenhaus? Schwer vorstellbar! Seit 15 Jahren spielt die heute 24-Jährige Volleyball – immer bei ihrem Heimatverein und seit sieben Jahren als Kapitänin. Jetzt wechselt die Diagonalspielerin zu den Skurios Volleys Borken. Ein Abschied mit großen Emotionen.

Freitag, 01.05.2020, 06:06 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 17:06 Uhr
Seit sieben Jahren ist Sophia Eggenhaus (l.) – hier im März 2015 – Kapitänin beim BSV.
Seit sieben Jahren ist Sophia Eggenhaus (l.) – hier im März 2015 – Kapitänin beim BSV. Foto: Thomas Biniossek

Als Sophia Eggenhaus vor einigen Wochen – vor Corona, als man noch zusammensitzen durfte – der Mannschaft und vielen anderen langjährigen Weggefährten beim BSV Ostbevern ihre Entscheidung mitgeteilt hat, dass sie ihren Heimatverein verlässt, sind auch Tränen geflossen. Was nicht daran liegt, dass die Volleyballerinnen zu nah am Wasser gebaut sind. Oder dass sie so extrem wütend waren, weil die Kapitänin des Zweitligisten in diesem Sommer zum Ligakonkurrenten Skurios Volleys Borken wechselt.

Die Emotionen waren so heftig, weil Eggenhaus wie keine andere Spielerin für die personelle Konstanz und die schwindelerregende Erfolgsgeschichte dieses Kollektivs steht. Sie ist DAS Gesicht des Teams. Seit 2005 spielt die heute 24-Jährige (bald 25-Jährige) Volleyball – immer in Ostbevern, immer auf der Diagonalposition und schon seit sieben Jahren als Kapitänin der ersten Mannschaft. Sie hat entscheidend mitgewirkt an den Aufstiegen von der Verbandsliga bis in die 2. Bundesliga im Vorjahr. Wenn so jemand den Verein verlässt, darf dann schon mal geweint werden.

Es war in keiner Weise eine Entscheidung gegen Ostbevern, sondern für etwas Neues.

Sophia Eggenhaus

„Total schwer“ sei ihr der Schritt gefallen, sagt Eggenhaus. „Es war in keiner Weise eine Entscheidung gegen Ostbevern, sondern für etwas Neues“, betont sie. Sie habe dabei versucht, „das Emotionale auszuschalten“. Dass sie mal etwas Anderes erleben möchte, wurde ihr im vergangenen Jahr mit dem Uni-Team aus Münster bei der Hochschul-Europameisterschaft ganz bewusst.

„Andere Spielerinnen, neue Reize, eine neue Herausforderung – das hat mir gutgetan“, sagt sie. „Ich möchte mal schauen, was noch geht.“

Der Verein ist ein bisschen wie der BSV Ostbevern, nur vielleicht ein paar Jahre weiter.

Sophia Eggenhaus

Jetzt also Borken, der Zweitliga-Meister von 2019, der nicht aufsteigen wollte. Der Club aus dem Westmünsterland bleibt als Tabellenvierter dieser Saison amtierender Champion, weil die Saison wegen der Corona-Krise ohne Meister frühzeitig beendet wurde. Er wird weiterhin zu den Spitzenkräften in der 2. Bundesliga Nord gehören.

„Der Verein ist ein bisschen wie der BSV Ostbevern, nur vielleicht ein paar Jahre weiter, professioneller“, sagt Eggenhaus. „Er ist trotz der hohen Zuschauerzahl sehr familiär und sympathisch. Und es ist ein Highlight, vor im Schnitt 550 bis 600 Zuschauern zu spielen.“

Was ein weiterer Wechselgrund ist: „In Borken gibt es viele Spielerinnen mit Erfahrung, von denen ich noch etwas lernen kann.“ Das alles seien „Strukturen, die ich mir gewünscht habe“. Der Aufwand wird steigen, allein durch die erhöhten Fahrzeiten von ihrem Wohnort Münster aus und durch das größere Trainingspensum.

Der Wechsel fühlt sich zum jetzigen Zeitpunkt genau richtig an.

Sophia Eggenhaus

Das Thema 1. Bundesliga will Eggenhaus auf Nachfrage nicht kategorisch ausschließen. „Ich würde für einen Wechsel aber nicht in einer andere Stadt ziehen“, sagt sie. „Volleyball ist mein Hobby. Ich habe eine Ausbildung abgeschlossen und bin jetzt im Studium. Irgendwann will ich auch in den Beruf starten.“ Eggenhaus studiert in Münster auf Grundschullehramt (natürlich mit dem Fach Sport). Derzeit schreibt sie ihre Bachelorarbeit, dann folgt der Master.

„Ich freu mich auf Borken, das wird ein Abenteuer“, sagt die 1,77 Meter große Diagonalspielerin. Sie hat einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben. Darüber hinaus plant sie noch nicht. „Der Wechsel fühlt sich zum jetzigen Zeitpunkt genau richtig an. Kann gut sein, dass ich auch zwei, drei oder fünf Jahre in Borken bleibe“, so Eggenhaus.

Da werde ich bestimmt verdammt aufgeregt sein.

Sophia Eggenhaus

Und sie weiß, dass sie beim BSV jederzeit wieder willkommen wäre. Hier hat sie in den 15 Jahren große Erfolge gefeiert. „Die Westdeutschen und die Deutschen Meisterschaften in der Jugend waren super cool“, nennt sie als Höhepunkte. „Mit den Damen sind wir ungeschlagen Meister in der Verbandsliga geworden, das war eine perfekte Saison.“ Die Aufstiege in die 3. und in die 2. Liga nicht zu vergessen. Und das Wichtigste: „Wir hatten untereinander immer ein super Verhältnis, auch außerhalb des Spielfelds.“

Das wird auch nicht auf die Probe gestellt, wenn Sophia Eggenhaus künftig mit ihrem neuen Verein auf den alten trifft. „Eigentlich bin ich vor Spielen nicht so nervös, aber da werde ich bestimmt verdammt aufgeregt sein“, befürchtet sie. Wer weiß, vielleicht fließen dann auch wieder Tränen.

Spieß nach Borken – Auen fraglich

OstbevernAuch Lara Spieß wechselt zur kommenden Spielzeit innerhalb der 2. Bundesliga vom BSV zu den Skurios Volleys Borken. Die gelernte Außenangreiferin hatte im Laufe dieser Saison ein Comeback bei ihrem alten Verein in Ostbevern gegeben. Die sportliche Zukunft von Zuspielerin Carolin Auen ist noch offen. Klarheit herrscht erst im August, teilt BSV-Trainer Dominik Münch mit. Wie berichtet, wechselt Mittelblockerin Wiebke Silge in die Schweiz zum Erstligisten VC Kanti Schaffhausen

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