Volleyball: 2. Bundesliga Nord Frauen
Wildcats sind jetzt zahmer – BSV Ostbevern in Stralsund

Ostbevern -

Der Fast-Absteiger der Vorsaison spielt beim inoffiziellen Meister 2019/20: Eigentlich ist die Sache klar, wenn der BSV Ostbevern in Stralsund antritt – zumal die Gäste auf zwei wichtige Spielerinnen verzichten müssen. Aber die Wildcats sind zahmer geworden.

Donnerstag, 22.10.2020, 18:51 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 20:43 Uhr
Die bangen Blicke sind berechtigt: Sabrina Roer (M.), hier mit Physiotherapeutin Carina Spitthoff und Co-Trainer Frank Brockhausen, hat sich im Heimspiel gegen Emlichheim am Sprunggelenk verletzt. Die Mittelblockerin fehlt in Stralsund. 
Die bangen Blicke sind berechtigt: Sabrina Roer (M.), hier mit Physiotherapeutin Carina Spitthoff und Co-Trainer Frank Brockhausen, hat sich im Heimspiel gegen Emlichheim am Sprunggelenk verletzt. Die Mittelblockerin fehlt in Stralsund.  Foto: Aumüller

Im letzten Jahr waren die Stralsunder Wildcats nicht zu zähmen. Als die Saison im März wegen Corona abgebrochen wurde, standen die Volleyballerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern in der 2. Bundesliga Nord an der Tabellenspitze – und das mit großem Vorsprung. Dominik Münch zeigt Mitgefühl. „Das ist der inoffizielle Meister“, sagt der Trainer aus Ostbevern. „Stralsund hat überragend gespielt. Für den Verein ist es super bitter, dass die Saison nicht gewertet wurde.“

Für den BSV war es ein Glücksfall. Der designierte Absteiger profitierte vom abrupten Ende der Spielzeit 2019/20 und darf somit an diesem Wochenende wieder eine zweitägige Mannschaftstour an die Ostesse genießen. Die Partie in der Diesterweg-Sporthalle in Stralsund beginnt am Samstag um 17 Uhr. Livebilder gibt es im Internet auf sporttotal.tv.

Abgang tut weh

Neun Punkte aus fünf Spielen: Die Wildcats sind nicht mehr so bissig wie in der Vorsaison. Den Abschied der Außenangreiferin und ehemaligen Junioren-Nationalspielerin Lene Scheuschner haben die Stralsunderinnen offenbar noch nicht kompensiert. „Die Mannschaft tritt bislang nicht so dominant wie in der letzten Saison auf“, hat Münch dem Video-Studium der ersten Spieltage entnommen. „Die Stabilität besonders in der Crunchtime eines Spiels, die sie so ausgezeichnet hat, muss sie sich jetzt neu erarbeiten.“

Überragende Spielerin der Liga

Was nicht heißen soll, dass der BSV-Coach fest mit einem oder mehr Punkten an der Ostsee rechnet. Er sagt: „Wir sind immer noch großer Außenseiter.“ Stralsund verfügt nach wie vor über ein überdurchschnittlich gutes Kollektiv – und mit Anne Krohn über die bisher überragende Kraft in der Liga. In vier der fünf Matches wurde die 36-jährige Diagonalangreiferin, die auch im Beachvolleyball erfolgreich ist, als wertvollste Spielerin ausgezeichnet. „Die kann man nicht stoppen, die kann in alle Richtungen schlagen“, sagt Münch. Was er von seiner Mannschaft fordert: Mut und Courage. „Wir müssen den Gegner immer wieder beschäftigen.“ Stralsund solle gegen sein Team nicht den nächsten Schritt zu alter Stärke machen. Beim 0:3 im Dezember 2019 hielten die Ostbevernerinnen in der Diesterweg-Halle nur im ersten Satz mit. „Trotzdem waren wir mit unserem Auftritt zufrieden.“

Wir sind noch nicht vollzählig. Wenn man das berücksichtigt, stehen wir nicht schlecht da.

Dominik Münch

Das ist der Trainer jetzt auch mit der Bilanz nach fünf Spieltagen. Einen Sieg und vier Punkte hat sein Team geholt. „Wir sind ja noch nicht vollzählig. Wenn man das berücksichtigt, stehen wir nicht schlecht da.“

Debütantin aus der zweiten Mannschaft

Noch gar nicht gespielt hat Johanna Müller-Scheffsky. Immerhin hat der Neuzugang nach seiner Ellbogen-Verletzung am Mittwoch zum ersten Mal nach sechs Wochen wieder trainiert – sehr dosiert, versteht sich. „Wir werden das behutsam angehen. Ein Einsatz in Stralsund kommt noch nicht infrage“, betont Münch.

Müller-Scheffsky reist mit, Sabrina Roer bleibt zu Hause. Die Mittelblockerin hat sich zuletzt gegen Emlichheim (1:3) am Sprunggelenk verletzt. Wie lange Roer ausfällt, ist offen. Dafür gehört mit Debütantin Marie Kolkmann ein Talent aus der zweiten Mannschaft zum Kader. Es gibt definitiv langweiligere Premieren als ein Gastspiel in Stralsund.

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