Basketball: 1. Regionalliga
UBC Münster schlägt FC Schalke 04 klar, bleibt aber Vize

Münster -

Den FC Schalke 04 spielte der UBC Münster am Samstagabend an die Wand. Trotz des 84:61-Erfolgs reichte es in der Endabrechnung aber nur zu Rang zwei, weil die RheinStars Köln parallel den BSV Wulfen besiegten. Fast trotzig ließen sich die UBC-Akteure feiern nach einer grandiosen Saison.

Sonntag, 29.03.2015, 14:03 Uhr

Prall gefüllt wie selten zuvor: Auch wenn die Chance auf die Meisterschaft schon vorab gering war, kamen über 800 Zuschauer in die ausverkaufte Unihalle und sahen einen tollen Auftritt des UBC.
Prall gefüllt wie selten zuvor: Auch wenn die Chance auf die Meisterschaft schon vorab gering war, kamen über 800 Zuschauer in die ausverkaufte Unihalle und sahen einen tollen Auftritt des UBC. Foto: Peter Leßmann

Nasse Trikots flogen auf die Tribüne, halbnackte Durchtrainierte bewegten sich im Freudentaumel-Siegesritual „Humba“ auf dem Hallenboden. Nein, in der Unihalle ließ sich niemand die Laune verderben. Sollten die RheinStars in Köln doch ihre Meisterschaft feiern nach dem Sieg über den BSV Wulfen – ganz egal in dem Moment.

Fulminante Spielzeit

Denn das bleibt nach dieser bisweilen fulminant gespielten Regionalliga-Serie: Wie beim sehr deutlichen 84:61 (48:26) über den FC Schalke 04 vor gut 800 Zuschauern haben die Basketballer des UBC Münster Format gezeigt bei 21 Siegen und die Fans mitgenommen wie seit Jahren nicht mehr. „Das ist vielleicht mehr wert als Rang zwei“, sagte Trainer Philipp Kappenstein , der ehrlich konstatierte: „Ich bin wirklich berührt von dem, was hier abgeht. Wir haben es geschafft, eine neue Emotionalität zu entfachen zwischen Spielfeld und Tribüne.“ Sprach‘s und ging los, um die vielen Hände zu schütteln, die sich ihm entgegenstreckten.

Erfolgreicher Saisonabschluss des UBC Münster

Schnelle Dominanz

Karten gab‘s keine mehr an diesem letzten Liga-Abend, den Münster sofort und dann permanent dominierte im Gegensatz zu den Partien vorher. Die Trommeln der mitgereisten königsblauen Fans blieben stumm. Gegen den Elan und die kompakte Konzentration der UBC-Recken war der frisch dekorierte Pokalsieger aus dem Pott mehr und mehr chancenlos – ihr Ziel hatten die Schalker spürbar schon erreicht. Und dass Trevin Parks, mit 626 Zählern zweitbester Punktemacher der Liga, wegen einer Armverletzung nur 14:34 Minuten dosiert mitspielen durfte, war ein klares Handicap. Offensiv mutig und defensiv bissig zogen die „Kappensteiner“ davon. Sie legten mit einem 11:0-Lauf das erste Viertel zu den Akten, erlaubten dem Gegner im zweiten ganze elf Punkte und sorgten wie Adam Touray mit einem perfekt geblockten Wurf für mitreißende Szenen, die das Publikum direkt aufnahm.

 

Münster effektiver

In Halbzeit eins traf Schalke nur mit jedem fünften Versuch, Münster mit jedem zweiten. Bis auf Nino Janoschek und Patrick Carney enttäuschten alle 04-Akteure mehr oder weniger in etlichen fahrig gespielten Aktionen. Auch die schwächeren Phasen des Duells überstand der UBC, dessen Aufbaumann Aaron Henrichs im dritten Viertel das vierte Foul angehängt bekam, obschon er in dieser Szene nichts Unerlaubtes getan hatte. Youngster Arne Tigges und Matthias von Heydebrand sorgten auf der Position eins für Entlastung. Mit einem Dunking zum 72:52 raubte Dallis Johnson den Schalkern den letzten Glauben. Münsters 32 Minuten lang eingesetzter US-Amerikaner überragte defensiv mit 18 Rebounds und war vorne der eifrigste Werfer. Dass er sich unter lauter angehenden Akademikern „sauwohl“ fühlte und bestens integriert war, ist eine weitere Saisonbestleistung des gesamten und ausgesprochen harmonisch aufeinander abgestimmten Teams.

Gratulation nach Köln

Kappenstein gönnte den Bankspielern, ohne die dieser Marathon nicht bewältigt worden wäre, die letzten zwei Minuten. Da standen die Fans längst und klatschten den Vize ins Ziel. Der UBC-Coach vergaß nicht, dem „verdienten Meister Köln“ zu gratulieren. Die RheinStars stehen, wenn der UBC den nächsten Anlauf wagt, schon mal nicht mehr im Wege.

UBC Münster : Johnson (25 Punkte/1Dreier), J. König (14/2), A. König (13/1), Tota (11/1), Touray (8), Henrichs (6), von Heydebrand (5/1), Placke (2), Narendorf, G. Nawezi, Tigges.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3164915?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F1560995%2F4845563%2F4845573%2F
Nachrichten-Ticker