Basketball: 1. Regionalliga
WWU Baskets mit breiter Brust statt tiefem Frust

Münster -

Der Startschuss fällt am Samstag am Horstmarer Landweg gegen die Sechtem Toros. Für Vizemeister UBC Münster, der nun unter dem Namen WWU Baskets firmiert, wird es eine spannende Saison. Das Team möchte wieder ganz oben dabei sein, muss sich aber harter Konkurrenz erwehren.

Mittwoch, 02.09.2015, 00:09 Uhr

Neuer Name – alte Ambitionen – so gehen die WWU Baskets mit (o.v.l.) Jan König, Anselm Hartmann, Jakob Lobach, Chris Kunel, Co-Trainer Christoph Schneider, Gilles Nawezi, Dallis Johnson, Tim Kosel, Per Reckinger, Marley Jean-Louis, Konrad Tota, Leif Steen, (u.v.l.)
Neuer Name – alte Ambitionen – so gehen die WWU Baskets in die Saison: (o.v.l.) Jan König, Anselm Hartmann, Jakob Lobach, Chris Kunel, Co-Trainer Christoph Schneider, Gilles Nawezi, Dallis Johnson, Tim Kosel, Per Reckinger, Marley Jean-Louis, Konrad Tota, Leif Steen, (u.v.l.) Foto: Peter Leßmann

Am Ende einer langen und aufregenden Spielzeit war es ein winziges Pünktchen, das den Unterschied machte zwischen einer großartigen und einer herausragenden Saison. Das „icing on a cake“, wie der Amerikaner sagt – oder eben das Pünktchen auf dem I.

Dieses eine Pünktchen, das am 7. Februar 2015 nicht dem UBC gut geschrieben wurde, weil der Freiwurf nach einer Runde im Ring doch wieder aus dem Korb sprang oder ein Fuß beim Distanzwurf um Zentimeter die Dreipunktelinie überschritten hatte – das eine Pünktchen, das an diesem Abend in der pickepackevollen Unihalle beim umjubelten 94:91-Sieg im Spitzenspiel gegen die Rheinstars aus Köln auch noch keinem so recht fehlte und das dann doch den Unterschied machte zwischen Regionalliga und der ProB.

Kampfansage an die Konkurrenz

Meister wurden die Rheinstars, für Münster beginnt an diesem Samstag die nächste Regionalliga-Saison. Aber statt tiefem Frust rettete die Mannschaft um Trainer Philipp Kappenstein eine breite Brust mit in die Saison und die Kampfansage an die Konkurrenz: Münster spielt wieder um den Titel mit.

Die entscheidende Frage ist nun: Wie kann sich das Team um diesen einen entscheidenden Punkt verbessern? Manager Helge Stuckenholz bemühte dazu das bewährte Raider-Prinzip. Sie erinnern sich vielleicht an den gleichnamigen Schokoriegel, der 1991 in Twix umbenannt wurde, flankiert vom eingängigen Slogan „aus Raider wird jetzt Twix – sonst ändert sich nix“. In der Sommerpause sind nun aus dem UBC Münster die WWU Baskets Münster geworden – geändert hat sich auch hier außer dem Namen nicht viel.

Die WWU Baskets setzen auf die bewährten UBC-Leistungsträger. Sie gehen den Königsweg mit den weder verwandten noch verschwägerten, aber perfekt harmonierenden Jan und Andrej König, mit Publikumsliebling Dallis Johnson und natürlich mit Leitwolf und Spielmacher Anselm Hartmann – drum herum die bewährte Crew des Vorjahres.

Lediglich Adam Touray (BG BSW Sixers) und Aaron Henrichs (Karriereende) verließen das Team – mit Chris Kunel und Marley Jean-Louis kamen zwei handverlesene Verstärkungen dazu – dazu eine Reihe Hochbegabter aus dem eigenen Nachwuchs. Ob die WWU Baskets den UBC Münster aus dem Vorjahr bezwingen könnten? Philipp Kappenstein muss kurz überlegen, und kommt dann zum Schluss: „Ja, in vier Wochen, wäre diese Mannschaft stärker.“

Harter Auftakt

In einem Monat allerdings können schon die ersten Weichenstellungen erfolgt sein. Münster startet gegen fünf Teams, die der Coach in der Kategorie „gut, aber am Ende nicht ganz vorne“ verbucht. Allen voran Startgegner Sechtem Toros, gegen die der UBC im Vorjahr die höchste und wohl unnötigste Schlappe hinnehmen musste. „Das Spiel haben wir mit 20 Punkten verloren“, erinnert sich Kappenstein mit Grausen. Einen ähnlichen Fehlstart gilt es jetzt zu vermeiden.

„Ich glaube, dass man sich nicht mehr als fünf Niederlagen erlauben darf, wenn man am Ende dabei sein will“, so Kappenstein, der diese Unterwertung aber keinesfalls schon in dieser frühen Saisonphase eröffnen will. „Vier Siege aus den ersten fünf Spielen“, wäre eine Zwischenbilanz, mit der der WWU-Coach gut leben könnte.

Die Zahl der Konkurrenten im Titelkampf ist wieder groß – vielleicht so groß wie nie. „Ich denke, dass die ersten sieben, acht Teams Chancen haben“, hat Kappenstein die halbe Liga auf dem Zettel. Unter anderem die üblichen Verdächtigen vom FC Schalke 04 und die Grevenbroich Elephants. Kappenstein sieht aber auch Aufsteiger ART Düsseldorf, und den gezielt verstärkten Nachbarn aus Ibbenbüren Baskets im Rennen – und natürlich BG Hagen, das mit vier Griechen, einem Litauer und einem US-Amerikaner, seinen Ambitionen einen internationalen Anstrich verliehen hat.

Aber alle müssen erst vorbei an den WWU Baskets – für die in dieser Saison der uralte Twix-Slogan gilt, das im Übrigen seit zwei Jahren wieder Raider heißt: Knusprig im Biss – lang im Genuss. Am Samstag ist um 19 Uhr Crunch-Time in der Uni-Sporthalle.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3483913?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F1560995%2F4845563%2F4845567%2F
Nachrichten-Ticker