Basketball: 2.Liga ProB
Keine Panik bei den WWU Baskets Münster – aber: „Etat wird sicher nicht wachsen“

Münster -

Schonzeit für Körbe, im Basketball unterhalb der Bundesliga herrscht Stillstand. Doch die WWU Baskets Münster haben zumindest das Corona-reduzierte Training wieder aufgenommen. Eine gute Gelegenheit, mit Baskets-Manager Helge Stuckenholz einen hoffnungsvollen Blick in die ungewisse Zukunft zu werfen.

Sonntag, 17.05.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 15:53 Uhr
So viel Platz wird Baskets-Spieler Helge Baues
So viel Platz wie hier im Corona-beschränkten Training wird Baskets-Spieler Helge Baues im Spielbetrieb sicher nicht haben. Foto: WWU Baskets

„Umtriebig“ lautet wohl das Attribut, das den Manager der WWU Baskets treffend beschreibt. Mithin sind die aktuellen Krisenzeiten mit dem verordneten Stillstand auch nicht die Zeiten des Helge Stuckenholz . Doch natürlich macht sich der Mastermind des Pro-B-Ligisten auch in der Zwangspause Gedanken über die Geschicke seines Clubs, dessen nahe und ferne Zukunft – und natürlich wie immer auch über den Zustand und die Entwicklung der Welt, in der wir leben.

Die WWU Baskets haben das Training wieder aufgenommen – von der Normalität sind sie dennoch weit entfernt. Und wie überhaupt könnte diese Normalität künftig aussehen?

Helge Stuckenholz: Im besten Falle normal. Ich glaube, keiner wünscht sich in der jetzigen Zeit etwas anderes. Sollten wir weiter oder für eine bestimmte Zeit mit Einschränkungen leben müssen, können wir uns hier in Deutschland, aber auch besonders in Münster, trotzdem glücklich schätzen. Ich zumindest möchte momentan nur hier sein und fühle mich sicher. Das ist auch viel wert, selbst wenn man massiv in seinem Handeln eingeschränkt ist.

In vielen Lebensbereichen soll und wird die Corona-Krise für einschneidende Veränderungen sorgen. Wie wird sich das im Basketball und da vor allem bei den WWU Baskets auswirken?

Vielfältige Szenarien

Stuckenholz: Da gibt es vielfältige Szenarien, die man alle im Kopf durchgeht, aber keines ist ja zum jetzigen Zeitpunkt belastbar. Für uns gilt, gebt uns Raum und wir füllen diesen dann 100 Prozent Basketball mit all unserer Leidenschaft. Wie groß dieser wird und wann er wie größer wird, ist alles noch viel zu spekulativ. Fragt man meinen Bauch, sieht der uns aber alle wieder in einer vollen Halle und danach auf ein Bier in einer Kneipe, nur ein Zeitgefühl hat er leider nicht.

Ein Termin für den Start der neuen Saison steht noch in den Sternen, dennoch gibt es feste Termine. Beispielsweise den 1. Juni, bis dahin müssen die Lizenzierungsunterlagen eingereicht werden. Wie geht das in diesen für Club und Sponsoren so gut wie nicht vorhersehbaren Zeiten?

Gute Signale der Partner

Stuckenholz: Alle Partner, mit denen ich bisher gesprochen und Dinge vereinbart habe, wissen ja um die Situation. Unser Etat wird sicherlich nicht wie in den letzten Jahren wachsen, eher kleiner werden. Das ist aber auch ok, denn so geht es allen. Nichtsdestotrotz ist der gemeinsame Tenor, wir wollen den Basketball in Münster weiter fördern und sagen dir schon mal „x“ zu, damit du planen kannst. Alles weitere gucken wir dann, wenn wir alle mehr wissen. Damit können wir arbeiten.

Hat die 2. Bundesliga ihre Rahmenbedingungen und Regularien den Umständen angepasst?

Stuckenholz: Ja, wir sind mit allen Clubs in einem stetigen Austausch und unsere Liga-Organisation steht uns immer mit Rat und Tat zur Seite. Hier wird flexibel auf neue Erkenntnisse reagiert und schnell gehandelt.

Ein weiterer aktenkundiger Termin ist der 30. Juni. Da laufen die meisten Verträge mit den Spielern und auch mit Trainer Philipp Kappenstein aus. Wie sehen die Planungen hier aus?

Stuckenholz: Wir reden viel miteinander, wissen alle, was wir wollen. Stehen zusammen und werden nichts versprechen, was wir nicht einhalten können. Daher ist die Priorität, unsere Studenten erst einmal abzusichern, damit sie weiter auf uns setzen und in Münster bzw. an Münsters Hochschulen studieren können. Dann möchten wir uns um Neuzugänge kümmern, die ihre Zukunft hier sehen und zu fortgeschrittener Zeit, wenn man vielleicht wieder mit Zuschauereinnahmen planen kann, noch punktuell auf dem US-Spot verstärken.

Die drei Exportspieler der WWU Baskets haben sich längst in ihre Heimat verabschiedet, dennoch ist das Gros der Mannschaft noch zusammen. Das Prinzip, in großen Teilen auf einheimische Aktive mit starker Bindung zu Stadt und Uni zu bauen, macht sich jetzt bezahlt. Bleibt das das Modell der Zukunft?

Stuckenholz: Ja, aber auch ohne die jetzige Situation wären wir weiter in diese Richtung gegangen.

Ist es realistisch jetzt schon über sportliche Ziele kurz- und mittelfristig nachzudenken?

Aufstieg in die ProA bleibt das Ziel

Stuckenholz: Wir wollen in die Pro A aufsteigen! Kurz- oder mittelfristig. Die Stadt Münster prüft gerade die Umsetzung der Voraussetzungen für die Halle Berg Fidel, was uns sehr freut. Unsere Mannschaft wird weiter so mit den Mitteln entwickelt, die uns zur Verfügung stehen, dass damit wir dem Ziel näher kommen. Spielen wir schon Saison 2021/22 Pro A? Vielleicht. Das habe ich zumindest vor meinen Augen, wenn ich morgens aufstehe. Das treibt uns an. Gerade jetzt!.

Die BBL will die Saison mit einer Geisterrunde beenden. Wie beurteilen Sie das?

Stuckenholz: Mutig, komplex und sehr wichtig. Auch was die DFL gerade im wahrsten Sinne des Wortes, versucht anzustoßen. Wir sollten uns aus beiden Seiten der Normalität bedächtig nähern. Hierfür sind solche Versuche, aus denen auch wichtige Erkenntnisse in beide Richtungen gezogen werden können, sehr wichtig. Nichts anderes passiert ja auch gerade im öffentlichen Raum. Ich glaube keiner hat den 100-prozentig richtigen Plan in der Tasche.

Sind Geisterspiele eine Option auch für die Pro B?

Stuckenholz: Als Übergangsszenario, bevor der Motor komplett ausgeht, ja. Aber wir sollten so lange warten, wie es geht, um es mit Zuschauern zu schaffen, zumindest mit einem gewissen Prozentsatz. Unser Sport lebt von der Interaktion mit den Fans in der Halle.

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