Basketball: 2. Bundesliga Pro B
WWU Baskets starten Frischzellenkur nach der Corona-Pause

Münster -

Wenn es der Terminplan zulässt, wirft Philipp Kappenstein schon mal sein geneigtes Auge auf die Finalrunde der Basketball-Bundesliga. „Ich finde es super, dass wieder gespielt wird“, sagt der Trainer der WWU Baskets Münster. Noch mehr freut sich der Pädagoge darauf, seine eigenen Schützlinge endlich wieder im Einsatz zu sehen. 

Mittwoch, 10.06.2020, 15:54 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 20:02 Uhr
Kapitän Jan König bleibt den WWU Baskets als Führungsspieler und Leitfigur erhalten, auch als Hygieneexperte geht er im Corona-Zeiten mit bestem Beispiel voran.
Kapitän Jan König bleibt den WWU Baskets als Führungsspieler und Leitfigur erhalten, auch als Hygieneexperte geht er im Corona-Zeiten mit bestem Beispiel voran. Foto: Thomas Schurna

Punkte geht es bei Münsters Top-Korbjägern schon lange nicht mehr, immerhin steht ab und an zumindest schon mal wieder „eine Cola oder ähnliches“ auf dem Spiel. „Wir versuchen natürlich, Wettkampfformen ins Training einzubauen, um den Reiz zu erhöhen“, sagt Philipp Kappenstein . Der Trainer der WWU Baskets ist froh und zufrieden, seine Schützlinge überhaupt wieder um sich zu haben, jeder weitere Schritt zurück zur sportlichen Normalität wird dennoch herbeigesehnt. „Wenn das Wetter jetzt besser wird, können wir am Wochenende vielleicht schon auf die Außenplätze und mit 3 gegen 3 wieder zum Spielen kommen.“ Es geht voran: Am Pascal-Gymnasium, wo der Pädagoge seinem Tagesgeschäft nachgeht, ebenso wie in der Halle, „wo die Jungs, die in Münster wohnen, wieder regelmäßig trainieren“.

Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten ist die Stimmungslage jedoch bestens beim Pro-B-Ligisten. „Alle sind froh, dass wir wieder Kontakt haben, und die Situation bietet auch Chancen“, so Kappenstein. „Wir sind absolut in der Off-Season. Die alte Saison vorbei, die neue in weiter Ferne und aktuell stehen keinerlei Wettbewerbe an. Wann hat man schon mal die Möglichkeit, die Spieler so individuell zu fördern, sie so viel werfen zu lassen? Das macht durchaus auch Sinn“, sagt der Trainer und denkt dabei vor allem an die Routiniers im Team. „Vor allen den Älteren, so 26 plus, tut es gut, einmal ein wenig den Druck rausnehmen zu können und neue Energien zu sammeln, aber gleichzeitig in Bewegung zu bleiben.“

Doch nicht nur unter den Körben herrscht wieder Bewegung, auch im Hintergrund ist der Stillstand längst überwunden. Vorausschauend zu planen, müsste das Gebot der Stunde sein: Jetzt ist die Zeit, sich umzuschauen und die neue Mannschaft zu formen. Feststellbar ist jedenfalls eine gestiegene Wertschätzung der Baskets in der Szene. Nach seinen starken Auftritten in den beiden zurückliegenden Spielzeiten ist der Vizemeister der Saison 2018/19 auf großes Interesse gestoßen. Der Basketball-Standort Münster hat sich zu einem attraktiven Ziel entwickelt, was den bevorstehenden Umbruch im Team vereinfachen dürfte. Ein Blick auf die Altersstruktur könnte zudem den Eindruck verstärken, dass dieser in Angriff genommen wird. Als Prototyp der Erneuerung steht dabei Winter-Neuzugang Jasper Günther, der die WWU Baskets zuletzt deutlich aufgefrischt hat. 

Zu sehen war aber auch, dass der Kader in den letzten Spielzeiten alles aus sich herausgequetscht hat und fast am Limit gespielt hat. Mittelfristig lautet die Perspektive, mehr Spieler aus den 1998er bis 2000er Jahrgängen zu integrieren. Um ein Gerüst von sechs bis acht Spielern (etwa Jan König, Helge Baues oder Stefan Wess) dürfte eine Verjüngungskur des Kaders durchaus Sinn machen. Dass zum jetzigen Zeitpunkt bereits viele Gespräche geführt wurden, steht außer Frage – allerdings spielt die augenblickliche Corona-Krise entsprechenden Finalisierungen nicht in die Karten.
Auch bei den WWU-Baskets geht es letztlich auch um die Sponsorengelder, aber ebenso um neue Rahmenbedingungen. So sind ab Dezember etwa Engländer keine EU-Spieler mehr, was auf Münsters Center Malcolm Delpeche zutrifft. Der US-Amerikaner mit britischem Pass würde bei einer Vertragsverlängerung einen von zwei US-Import-Plätzen belegen.

Noch herrscht keine Hektik am Berg Fidel, aktuell sieht der Rahmenterminplan den Saisonstart für Mitte September vor. Abwarten heißt auch hier die Baskets-Devise, wann es weitergeht, liegt nicht in den Händen des Vereins und des Verbandes. Geduld ist weiter gefragt unter den Körben.

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