Basketball: 2. Bundesliga Pro B
86:97-Niederlage: WWU Baskets in Köln völlig von der Rolle

Münster -

Das hat gesessen: Die WWU Baskets Münster haben eine Woche nach dem mitreißenden Sieg im Topspiel gegen die Itzehoe Eagles einen herben Rückschlag kassiert. Bei den RheinStars Köln setzte es eine krachenden 86:97-Niederlage, die sie nach den ersten Minuten so nicht abzeichnete – und nach der Coach Philipp Kappenstein mit seinem Team hart ins Gericht ging.

Samstag, 16.01.2021, 22:21 Uhr aktualisiert: 16.01.2021, 22:26 Uhr
Philipp Kappenstein
Philipp Kappenstein Foto: Peperhowe

Den Sieg aus dem Topspiel gegen die Itzehoe Eagles wollten die WWU Baskets Münster am Samstagabend bei den RheinStars Köln vergolden, wollten mit dem dritten Erfolg in der Fremde die Position hinter Spitzenreiter Bochum zementieren. Doch statt Edel- brachte der Pro-B-Ligist allenfalls Altmetall mit vom Rhein an die Aa, die 86:97 (40:53)-Niederlage war krachend wie ernüchternd. „Das war eine ganz schwache Vorstellung. Wir haben defensiv keinen Zugriff bekommen und haben viel zu viele Fehler gemacht. So geht es auswärts nicht“, schimpfte Trainer Philipp Kappenstein , der die siebte Heimreise der Saison mit der fünften Pleite im Gepäck antreten musste. Eine Bilanz, die für ein Top-Team zu dürftig ist.

Dabei sah es in den ersten knapp sieben Minuten nicht nach einem so herben Rückschlag aus. Die Baskets, bei denen nach Verletzungspausen auch Adam Touray und Helge Baues wieder mitwirkten, legten gegen die zuletzt strauchelnden Kölner überzeugend los, führten nach dem Freiwurf von Kai Hänig zum 20:9 und dem Dreier von Jan König zum 23:13 deutlich. „Wir haben einen sehr ordentlichen Start hingelegt und haben die Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, gut umgesetzt“, sagte Kappenstein. „Aber dann war es wie abgeschnitten.“

Kappenstein wettert

In den verbleibenden 150 Sekunden des ersten Viertels verkürzten die RheinStars auf 24:26 – weil Münster sie ließ. „Wir haben sie mit unseren Fehlern stark gemacht. Da darf man sich nicht wundern“, meinte der Coach. Es war der Anfang vom Ende der Baskets-Herrlichkeit, es folgten die schwächsten Minuten der Saison, die mit einer bezeichnenden Szene eingeleitet wurden. „Da führen wir 31:30 und der Ball liegt auf dem Boden. Wir stehen da mit vier Mann rum und gucken zu, während ein Kölner sich auf den Ball schmeißt. Das geht nicht“, wetterte Kappenstein, der seinen Schützlingen mangelnde Physis gerade in der Defensive vorwarf. „Physis, die Pick-and-roll-Verteidigung, Rebounding: Alles hat gefehlt.“

Und so zog Köln unaufhaltsam davon, mit dem Dreier von Thomas Michel zum 63:42 war die Messe in der Domstadt gelesen – zuvor hatte Münster nach drei Offensivrebounds vier Chancen liegen gelassen. „Das war bezeichnend. Wenn man hinten schlecht verteidigt, fallen oft die Bälle vorne auch nicht rein“, bemühte sich Kappenstein einer alten Basketball-Weisheit.

Schell mit ersten Pro-B-Punkten

Die Partie war früh entschieden, Münster war um Ergebniskosmetik bemüht und sicherte sich nach dem 93:71-Hinspielsieg immerhin den direkten Vergleich. Ein schwacher und auch der einzige Trost neben den ersten beiden Pro-B-Punkten von Youngster Max Schell. „Die Niederlage tut richtig weh, die Enttäuschung ist groß“, erklärte der 41-Jährige. Und das eint ihn wie die Baskets mit den Goldschürfern von einst, die ausgezogen waren, um das glänzende Edelmetall zu finden.

Punkte: Reuter (17), Coffin (16), J. König (12), Günther (9), Weß, Hänig (je 7)A. König (6), Baues (5), Touray, Schell, Pahnke (je 2), Delpeche (1)

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