Basketball: 2. Bundesliga Pro B
84:74 gegen Bernau – die WWU Baskets bleiben zu Hause ungeschlagen

Münster -

In heimischer Halle fühlen sich die WWU Baskets Münster einfach wohl. Auch Lok Bernau verließ den Berg Fidel als Verlierer, stellte die Mannschaft von Trainer Philipp Kappenstein aber drei Viertel lang vor unangenehme Aufgaben. Am Ende sorgte aber die tiefere Bank der Gastgeber für den 84:74-Erfolg, der gleichzeitig der achte Heimsieg im achten Versuch war.

Sonntag, 31.01.2021, 19:20 Uhr
Mehr Höhen als Tiefen: Marck Coffin, den hier Malte Delow bedrängt, war mit 20 Punkten Topscorer der Baskets und gab sechs Assists – leistete sich aber auch vier Turnover.
Mehr Höhen als Tiefen: Marck Coffin, den hier Malte Delow bedrängt, war mit 20 Punkten Topscorer der Baskets und gab sechs Assists – leistete sich aber auch vier Turnover. Foto: Jürgen Peperhowe

Eine lange Zeit über rissen die WWU Baskets Münster gegen den Brandenburger Express Lokomotive Bernau zügig das wieder ein, was sie gerade erst aufgebaut hatten. In der 2. Basketball-Bundesliga Pro B gab am Ende aber erneut die größere Anzahl der guten Spieler den Ausschlag zum 84:74 (39:37)-Sieg, dem achten im achten Spiel in Berg Fidel, dieser augenscheinlich uneinnehmbaren Festung.

Bernau ging am Ende die Luft aus, was kaum verwunderte angesichts des enormen Tempos der aufs Pressig eingeschworenen Auswahl. Die wird sich selbstredend Videos von vorherigen Baskets-Partien angesehen haben und wusste genau, wie man den robusteren und auf den großen Positionen besser besetzten Gastgebern zusetzt. Der einmal mehr ex­trem bearbeitete Jasper Günther musste sich pausenlos der Attacken von Abdulah Kameric erwehren und lieferte aus der Bedrängnis heraus erneut eine imponierende Vorstellung. Sein Back-Up Oliver Pahnke bestach in der Rolle des zweitens Mannes und Marc Coffin trotz einiger Fehlpässe auch als bester Werfer (20 Punkte). Jan König trat deutlich verbessert auf, während Malcom Delpeche und Adam Touray kaum Wirkung entfachten. Cosmo Grühn brachte beim Comeback phasenweise Leben in die Bude, kam aber kaum in Wurfposition.

Delows Wurfgeschick

Bernau lebte vom Vollgas-Ansatz, von Liam Carpenters Aufbauspiel und Malte Delows Wurfgeschick. Die laufstarke wie schnell zuspielende Einheit fand Christoph Tilly und Dan Oppland unterm Korb, da Münsters Abwehrarbeit zwischendurch regelrechte Aussetzer hatte. Und erneut gab es mit elf Fehlpässen bis zur Pause viel zu viele. „Wir haben immer wieder eine Führung herausgeholt und prompt selbst Punkte kassiert“, sagte Trainer Philipp Kappenstein und wählte bei einer Auszeit den Seinen gegenüber klare Worte. „Das uns eine solche Defense, wie Bernau sie spielt, nicht liegt, weiß man ja leider.“ Er beorderte phasenweise Günther, Coffin und Pahnke zugleich aufs Feld und schuf damit einen spielstarken und ballsicheren Gegenpol.

Weß mit drei Dreiern

Nach der Zehn-Punkte-Führung ausgangs des ersten Viertels hieß es 39:37 zur Pause. Bernau blieb seiner Widerspenstigkeit treu, so lange die Kraft reichte. Wechsel aber stärkten die Mannschaft kaum. 48:48 stand es im dritten Viertel, ehe die „kleine“ Baskets-Fraktion die Sache in die Hand nahm. Im Schlussdurchgang fand Stefan Weß dann seine Position und traf drei Dreier. Coffin setzte wiederholt gut nach, ihm gelangen zwei Tipp-Ins in einer wichtigen Phase. Jan Königs zweiter Dreier löschte letzte Zweifel.

Kappenstein ist sicher, dass seine Garde wieder zu überzeugenderen Vorstellungen finden kann. „Derzeit müssen wir mit dem erfolgreichen Auftritt und dem guten Resultat leben – und ein Haken dahinter setzen“, sagte er. Dass die Pro B in die angezeigte Saisonverlängerung namens Playoffs zwischen Nord und Süd geht, scheint aktuell nicht sicher zu sein. Es heißt, dass die Liga-Leitung angesichts der pandemiebedingten Lage darüber nachdenkt. Kappenstein votiert entschieden fürs Weitermachen.

Zwei Fragen an...

Oliver Pahnke (22) entlastet bei den Baskets wirkungsvoll den ersten Aufbauspieler Jasper Günther.Schauen Sie auf Ihre Statistiken? Pahnke: Nicht auf die Punktausbeute! Ich sehe meinen Wert eher in guten Defense-Aktionen. Da will ich etwas bringen für das Team. Voll und ganz. Meistens bin ich nach fünf Minuten wieder platt, weil ich immer mit so viel Energie spiele. Das ist eben meine Art. Sie kommen also mit Ihrer Rolle klar? Pahnke: Ganz sicher. Jasper macht einen dermaßen guten Job, dass ich gerne von der Bank komme. Ich habe so viel Spaß in dieser Mannschaft, ich genieße meine Spielanteile. Natürlich sorgt es für noch mehr gute Laune, wenn man so oft gewinnt wie wir. Auch schwierige Spiele packen wir – wie heute gesehen.

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