Basketball: 2. Bundesliga Pro B
85:86 gegen den neuen Nordmeister – die WWU Baskets unterliegen Bochum

Münster -

Auf einen Freitagsabend-Krimi ließen die WWU Baskets Münster einen Samstagabend-Thriller folgen, der erneut ohne Happy End blieb. Acht Tage nach dem 80:81 gegen die BSW Sixers verlor der Pro-B-Ligist gegen den neuen Meister der Nordstaffel, die SparkassenStars Bochum. Doch beim 85:86 (52:37) zeigten die Münsteraner über weite Strecken der Partie, dass mit ihnen in der Playoff-Runde zu rechnen ist.

Samstag, 06.03.2021, 21:47 Uhr
Topscorer Jasper Günther (23 Punkte) enteilt hier Kilian Dietz (r.), der mit den Sparkassenstars Bochum aber beim 86:85 das bessere Ende auf seiner Seite hatte.
Topscorer Jasper Günther (23 Punkte) enteilt hier Kilian Dietz (r.), der mit den Sparkassenstars Bochum aber beim 86:85 das bessere Ende auf seiner Seite hatte. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Dritte hatte den Ersten am Kragen, aber der Souverän entzog sich auf den letzten Drücker der Bedrohung: Mit 85:86 (52:37) und damit erneut nur hauchdünn verloren die WWU Baskets Münster in Berg Fidel gegen die VfL SparkassenStars Bochum, die sich mit dem 17. Sieg dieser Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B den Titel des Nord-Besten sicherten. Falls sich die NRW-Größen in den Playoffs wiedersehen, sind die Statements schon mal gesetzt. Das dürfte spannend werden. „Wir wollten zeigen, dass wir näher an Bochum heranrücken können. Das haben wir getan, leider hat uns das schlechte dritte Viertel den Lohn gekostet“, sagte Trainer Philipp Kappenstein, der dennoch „viele sehr gute Dinge“ bei seiner Mannschaft sah.

Die als Schnellstarter bekannten Bochumer ließ Münster nicht in den gewohnten Schwung kommen. Aufmerksam und intensiv verteidigte die Kappenstein-Fünf, die zudem früh die Visiere richtig eingestellt hatte. 7:2 und 9:5 führten die Baskets, die nach dem 9:11 und 15:19 konterten und den Eröffnungsabschnitt noch mit 25:23 für sich entschieden.

Nahe am Optimum

Es folgten zehn Minuten, in denen sich der Tabellendritte nahe am Optimum bewegte. Bissig in der Verteidigung, mit viel Tempo, zielstrebig und hochprozentig in der Offensive. 13 Zähler in Serie schüttelten den Spitzenreiter durch. Johannes Joos leistete sich ein technisches Foul, Marck Coffin sagte artig Danke und bescherte Münster mit dem 47:30 die höchste Führung. Das war schon ein kleiner Rausch, in den sich Münster da im zweiten Viertel gespielt hatte. „Die erste Halbzeit war die beste Leistung bisher. Wir hatten einen klaren Plan und haben den konsequent umgesetzt. Das war richtig gut“, sagte Kappenstein.

Doch wo ein Rausch, da ist oft auch ein Kater. Und den bekamen die Baskets direkt nach der Pause. Minutenlang ging offensiv nicht viel bis gar nichts, die ersten sieben Aktionen unter dem gegnerischen Korb missglückten allesamt. Auf der anderen Seite kam Bochum durch die Ballverluste der Gastgeber, die sich zudem noch in Foulprobleme brachten, zu leichten Punkten. Erst Oliver Pahnke beendete den 0:13-Lauf von der Freiwurflinie zum 53:50 (25.), wenige Augenblicke später aber war die schöne Führung nach dem Dreier von Johannes Joos dahin – 57:59 (28.).

Helge Baues und Cosmo Grühn antworten

Aber es gab auch eine gute Nachricht für die Baskets: Sie fanden wieder besser in die Spur und gaben postwendend Antworten durch die erfolgreichen Distanzwürfe von Helge Baues und Cosmo Grühn, gingen so mit einem schmalen Zwei-Punkte-Polster (65:63) ins Schlussviertel.

Und das begann ähnlich wie der dritte Abschnitt und damit äußerst unglücklich. Marius Behr und Joos per Dreier sowie zwischendurch Noah Dickerson stellte Bochum binnen 79 Sekunden auf 71:65. Münster sendete jedoch weiter Lebenszeichen und war nicht gewillt, hier die Waffen zu strecken. Jasper Günther mit einem Vier-Punkt-Spiel, der nun aufdrehende Marck Coffin sowie Baues schoben ihr Team wieder heran (74:75, 35.), ehe Jan König per Freiwurf zum 77:77 ausglich.

Jasper Günther trifft von der Linie

Es spitzte sich zu, 4:02 Minuten waren da noch zu spielen. Über 80:80 und 83:84 ging es mit Ballbesitz Münster in die letzten 65 Sekunden, in denen Günther mit zwei Freiwürfen für den erneuten Führungswechsel sorgte. Das 85:84 hatte auch 26,3 Sekunden vor Ende Bestand, als erneut die Baskets das Spielgerät ihr Eigen nennen durften. Dieses aber gab Jan König mit einem überhasteten Abschluss ab, nach Coffins fünften Foul marschierte Miguel Servera an die Linie – und blieb cool. Exakt 15 Sekunden blieben dem Hausherrn, die zweite Heimniederlage nach dem 80:81 gegen die BSW Sixers aus der Vorwoche abzuwehren. Doch erneut passte die Vorbereitung des finalen Wurfs nicht, Cosmo Grühns Dreier aus eher suboptimaler Position ging lediglich an den Ring. Aus und vorbei, der Spitzenreiter machte sein Nord-Meisterstück am Berg Fidel perfekt.

Punkte WWU Baskets : Günther (23/2), Coffin (12/1), Pahnke (10/1), Baues (8/2), J. König (7/2), Delpeche (7), Weß, Reuter, Grühn (je 5/1), Hänig (2), A, König (1)

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