Warendorf
Ostholt will Metall

Dienstag, 15.07.2008, 18:07 Uhr

Warendorf / Ostenfelde. „Mit Feuer durch das Wasser“, ermunterte Hermann Laumeier, Vorsitzender des RFV Vornholz, Frank Ostholt , Ostenfeldes erfolgreichsten Reiter, Montagmorgen beim DOKR in Warendorf mit Blick auf die bevorstehende Olympiade. Ennigerloher „Feuerwasser“ überreichte er bei dieser Gelegenheit, ein hochprozentiges Getränk, das der sympathische Vielseitigkeitsreiter ganz bestimmt erst dann zu sich nehmen wird, wenn Hongkong „gelaufen“ ist. Eine Medaille soll es schon sein, zeigte sich Frank Ostholt zuversichtlich. Wenn nicht er, wer dann, lässt sich darauf in Abwandlung eines meisterschaftserprobten Schlagers nur antworten.

Der Grund für die Überreichung des Geschenks war indes ein anderer. Auf Anregung von Bernhard Becklönne, für die Öffentlichkeitsarbeit der Vornholzer Reiter zuständig, sollte Frank Ostholt angesichts seiner überragenden Erfolge beim CHIO in Aachen ein kleiner Empfang bereitet werden. Wir erinnern uns gern, dass es dort am 5. Juli für ihn Gold mit Air Jordan und Bronze mit Mr. Medicott in der DHL-Einzelwertung gegeben hat und auch Mannschaftsgold für das Team „Deutschland“ unter seiner maßgeblichen Beteiligung errungen werden konnte. Bernhard Becklönne war ebenfalls mit „Gepäck“ angereist, mit etwas schwererem, so dass der RFV Vornholz auch in der Summe seiner Gaben die Angemessenheit der Würdigung der Leistungen seines Top-Athleten zum Ausdruck brachte.

Beiden Vorstandsmitgliedern zur Seite stand Reinhard Wendt , der Vornholzer Sportwart, auch hier assistiert durch André Schoppmann. Deren Arbeitsfeld in Ostenfelde ist übrigens das bestens eingeprobte Miniaturabbild der großen Szene, die sich in Hongkong alsbald auftun wird. Reinhard Wendt ist nationaler Teilmannschaftsführer „Reiten“ und André Schoppmann auch hier seine „rechte Hand“. Das verspricht Stress ohne Ende für den (Reinhard Wendt möge es verzeihen) jüngeren Mann, ist aber auch ein Traumjob für den Ostenfelder Spring- und Dressurreiter, der die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele übrigens schon seit vier Jahren koordiniert und im Frühjahr bereits mit seinem Chef die Anlagen in Hongkong getestet hat. Die Lücke zur Vielseitigkeit wurde von ihm ganz nebenbei auf der aktiven Seite auch noch geschlossen. Er ist amtierender Kreismeister der Buschreiter.

In Warendorf gehen die Vorbereitungen auf die Olympiade jetzt in die heiße Phase. Davon ein wenig zu spüren, war auch der Anlass für die Ehrung des Vornholzer Vielseitigkeits-Asses Frank Ostholt auf dem DOKR-Gelände und nicht daheim vor den Toren des Ostenfelder Wasserschlosses.

Donnerstag werden die Pferde in Quarantäne gebracht. Die vierbeinigen deutschen Olympiakandidaten in Warendorf und in Aachen. Der gesamte Quarantänebereich ist durch einen Bauzaun eingezäunt, so dass keine anderen Pferde in den Bereich kommen können. Das DOKR-Gelände zeigt sich damit für eine Woche zweigeteilt. Wer durch den Quarantänebereich will, muss eine bewachte Sicherheitsschleuse passieren, sich desinfizieren und die Kleidung wechseln. Normales Training ist natürlich auch im eingeschlossenen Bereich möglich.

Nach der Quarantäne treten die Vierbeiner ihre Reise nach Amsterdam an. Von dort erfolgt der Flug nach Hongkong. Die Reiter und Amazonen chartern hingegen über Frankfurt a. M. Ihnen allen bleibt genügend Zeit, sich zu akklimatisieren. Dabei gilt es nicht allein, einen neuen Rhythmus zu Tag und Nacht zu finden. Zu schaffen machen dürfte ihnen die hohe Luftfeuchtigkeit zu einer Temperatur von 35 Grad Celsius. Sie bewegt sich bei 90 Prozent mit Aufwärtstrend.

Für Reiter und Pferde ist bestens gesorgt. Auch die vierbeinigen Athleten dürfen sich auf ihr individuell zusammengestelltes Futter freuen, das dann in Kühlboxen schon längst eingetroffen ist. Es wurde sogar eine Haferquetsche mit eingepackt, damit alles schön frisch zubereitet werden kann.

Wen darf Hongkong noch aus dem Warendorfer Raum erwarten? Kurt Gravemeier, den Bundestrainer „Springen“, Monica Thedorescu, Reservereiterin im Fach „Dressur“. Und nicht zu vergessen: Sara Algotsson, Frank Ostholts Lebenspartnerin. Sie reist nach und wird den Medaillen-Kandidaten sicher ganz entscheidend mental stärken. So gesehen, könnte die Vielseitigkeit eine schwedisch-deutsche Geschichte werden, die es später zu erzählen gilt.

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