Warendorf
Kaiserkrönung fällt aus

Sassenberg - Die Letzten waren die Einzigen, die beim Sassenberger Triathlon im Regen laufen mussten. Es ist ein Phänomen, dass am Feldmarksee als „Sassenberger Wetter“ oder „Willi-Wetter“ bekannt ist...

Sonntag, 02.08.2009, 21:08 Uhr

Sassenberg - Die Letzten waren die Einzigen , die beim Sassenberger Triathlon im Regen laufen mussten. Es ist ein Phänomen, dass am Feldmarksee als „Sassenberger Wetter“ oder „Willi-Wetter“ bekannt ist. Pünktlich zum Sprung ins Nasse schloss auch bei der 22. Auflage des Feldmark-Triathlon des VfL Sassenberg Petrus die Himmelspforten und ließ sogar gelegentlich die Sonne zwischen den dicken Wolken auf die Teilnehmer und Zuschauer herabschauen.

Über 1500 Teilnehmer gingen bei nahezu idealen Witterungsbedingungen an den Start. Mit 135 Teilnehmern feierte der Münsterland Grand Prix sein Comeback. 1700 Meter im Feldmarksee, 68 Kilometer auf dem Fahrrad und drei Runden mit insgesamt 15 Kilometern rund um den Namensgeber mussten die ausschließlich männlichen Teilnehmer bewältigen.

Einen klaren Sieg feierte der Bocholter Alexander Janitzki, der Mitte Juli in Roth seinen ersten Ironman als 63. erfolgreich bestritt. Nach Roth sei der Münsterland Grand Prix mit seinem längeren Strecken für ihn ein idealer Wettkampf, da so die Grundlagenarbeit für die Langdistanz genutzt werden könne. „Zudem startet über die Olympische Distanz ein Mannschaftskamerad aus der Bundesliga. Dem wollte ich aus dem Weg gehen“, räumte Alexander Janitzki freimütig ein. Seine Stärke liegt im Wasser, weshalb er dort besonders engagiert war. Nach 21:25 Minuten - 90 Sekunden vor dem Zweitplatzierten im Schwimmen, Heiko Tewes von Bayer Leverkusen wurde am Ende Vierter (3:06:59 Std.) - rannte er in die Wechselzone. „Ich wusste, dass Tewes auf dem Rad stärker ist als ich, deshalb habe ich nie zurückgeschaut“, berichtete der Sieger, der mit Rang vier auf dem Rad (1:43:54 Std.) und Platz drei beim Laufen (55:16 Min.) unangefochten siegte.

Der zweite Patrick Loeb aus Mönchengladbach schob sich von Disziplin zu Disziplin nach vorn. In 3:06:23 Stunden war er im Ziel noch 22 Sekunden vor dem schnellsten Läufer Tobias Jazbec von Tri-Speed Marienfeld, der die 15 Kilometer in 54:14 Minuten absolvierte. Heiko Tewes wurde die schwierige Laufstrecke zum „Verhängnis“, insofern Platz vier in der Gesamtwertung so bezeichnet werden kann. Als Zweiter vom Rad gestiegen lief er 1:01:09 Stunden (Rang elf), wodurch er zweifach überholt wurde.

Dem amtierenden Deutschen Meister der Altersklassen 45, der vierfache Feldmark-Triathlon-Sieger Martin König aus Telgte, wurde die Kaiserkrone auf der Laufstrecke entrissen. Mike Schuster vom Tri-Sport-Team Verl war erstmals am Feldmarksee und nahm gleich die Schale für den Sieger des Volkstriathlons mit. Dabei war es ein extrem spannendes Rennen, das der rund zehn Jahre Jüngere aus Verl auf der Laufstrecke entschied. Zwei Sekunden nach König (9:34 Min.) war Schuster nach den 680 Metern im Feldmarksee aus dem Wasser gekommen. Der Kaiserkronenanwärter nahm dem späteren Sieger bei den 23 Kilometer auf dem Rad in 35:45 Minuten weitere 32 Sekunden ab, doch der König blieb ein König, da der Schuster die besseren Laufschuhe hatte.

„Inzwischen bin ich in dem Alter, dass Gesamtsiege nur noch gelingen, wenn keine sehr schnellen, häufig deutlich jüngere Teilnehmer dabei sind. Ich versuche es aber durchaus im nächsten Jahr erneut, hier zum fünften Mal zu gewinnen“, versprach der sympathische Fahrradhändler aus Telgte den VfL-Organisatoren um Willi Spieker.

Platz drei ging an Wolfgang Ermeling (Tri-Speed Marienfeld), der mit 1:06:00 Stunden den zweiten Platz von Martin König nicht mehr ernsthaft in Gefahr bringen konnte.

Die Frauenwertung beim Volkstriathlon gewann nach 1:18:12 Stunden Iris Günnewig aus Oelde vor Bianca Krah (TV Salchendorf/1:18:34 Std.) und der 18-jährigen Stefanie John vom WSU Tri Team Warendorf, die 1:18:46 Stunden benötigte. Sie schob sich beim abschließenden 5,4-Kilometer-Lauf (21:12 Min.) von Rang acht auf Platz drei vor.

Die Olympische Distanz (1,3 km / 45 km / 10 km) gewann Georg Potrebitsch (1:57:33 Std.) vor Stefan Werner (1:58:40 Std.) und Daniel Knoepke (2:04:40 Std.).

Bei den Frauen siegte die für den Krefelder Kanu Club startende Polin Maria Czesnik (siehe auch vor Militärwettkämpfe auf der vorherigen Seite). Die Olympiateilnehmerin von Peking benötigte 2:08:45 Stunden, was bei den Männern Rang sieben (!) gewesen wäre. Platz zwei ging an ihre Landsfrau Agnieszka Jerzyk (2:10:35 Std.) und Rang drei an die Dissenerin Ilona Pfeiffer (2:15:32 Std.).

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