Fußball: Kunstrasen und Mikroplastik
Kein Grund, die Fassung zu verlieren

Kreis Warendorf -

Eine gewisse Rest-Unsicherheit bleibt, im Großen und Ganzen aber blicken die heimischen Fußball-Klubs gelassen in die Zukunft: Beim Thema Kunstrasen lassen sich die Abteilungsverantwortlichen nicht verrückt machen und reagieren besonnen auf die aktuelle Diskussion.

Dienstag, 06.08.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 12:11 Uhr
In dieser Szene wirbeln die Spieler reichlich Gummigranulat auf. Glaubt man den Ergebnissen einer aktuellen Fraunhofer-Studie, ist der Eintrag von Mikroplastik aus Kunstrasenplätzen in die Umwelt enorm.
In dieser Szene wirbeln die Spieler reichlich Gummigranulat auf. Glaubt man den Ergebnissen einer aktuellen Fraunhofer-Studie, ist der Eintrag von Mikroplastik aus Kunstrasenplätzen in die Umwelt enorm. Foto: dpa

„Wir gehen mit dem Thema außerordentlich gelassen um“, sagt Antonius Laumann , Fußballabteilungsleiter des VfL Sassenberg. „Wir können das ohnehin nicht beeinflussen – wir warten ab, was entschieden wird und werden dann entsprechend reagieren.“ Seit rund fünf Jahren spielt der VfL auf Kunstrasen. Insgesamt 23 Mannschaften profitieren von dem Synthetik-Grün. „Wir sind natürlich darauf angewiesen, dass der Platz weiterhin bespielt werden darf. Wenn ich die öffentliche Diskussion richtig einschätze, dann soll es ja zumindest eine Übergangsfrist geben.“ Knapp die Hälfte der Nutzungsdauer von zwölf Jahren ist erreicht – was danach ist, ob man weiter auf Gummigranulat zurückgreifen darf oder auf alternative Materialien zurückgreifen muss, das werde man im Zeitverlauf sehen.

Ohnehin keine Sorgenfalten bekommt man beim SC Hoetmar, wo derzeit ein neues Kunstrasenfeld im Bau ist. „Wir haben uns mit dem Thema schon sehr lange auseinandergesetzt und werden als Füllmaterial Kork verwenden“, sagt SC-Fußball-Obmann Walter Venhues. Gummigranulat als Füllmaterial sei als Option niemals in Erwägung gezogen worden.

Die Warendorfer SU bekommt im kommenden Jahr den zweiten Kunstrasen – auch dieser wird eine Korkfüllung erhalten. Auf dem bestehenden Kunstrasen ist das sogenannte Infill aus Gummigranulat. „Ich glaube, dass eine Entscheidung in dieser Sache noch ein bis zwei Jahre dauern wird. Das Thema wird derzeit zu sehr dramatisiert. Es gibt keinen Grund, die Ruhe zu verlieren“, sagt Michael Grothues, Fußball-Abteilungsleiter der WSU.

Wie der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) auf Anfrage mitteilt, beobachte man die derzeitige Entwicklung mit dem nötigen Ernst aber mit dem Vertrauen darauf, dass sowohl die EU als auch die Bundesregierung sensibel mit dem Thema umgehen und das Vereinsleben schützen. Insgesamt 828 Kunstrasenplätze zählt der FLVW in seinem Hoheitsgebiet. Nicht alle davon, etwa solche mit Kork- oder Quarzsandfüllung, seien von einem möglichen Granulat-Verbot betroffen. Auch Seitens des DFB und FLVW nehme man den Umweltschutz sehr ernst – in Sachen Füllmaterial brauche es aber eine vernünftige Alternative.

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