Schwimmen
Mit leuchtenden Augen: Bundestrainerin Elena Prelle übt ihren Traumjob aus

Warendorf -

Um Bundestrainerin der deutschen Rettungsschwimmer zu werden, braucht man Fachwissen, Kontakte, Organisationstalent, hier und da ein glückliches Händchen und Beharrlichkeit. Letztere war in Fall von Elena Prelle ganz wichtig. Denn ihren Traumjob hat sie erst im zweiten Anlauf erreicht.

Mittwoch, 16.10.2019, 18:40 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 18:46 Uhr
Optimale Trainingsbedingungen: Schon als Aktive reifte bei Elena Prelle der Wunsch, einmal als Trainerin in der Sportschule der Bundeswehr zu arbeiten. Sie hat ihn verwirklicht.
Optimale Trainingsbedingungen: Schon als Aktive reifte bei Elena Prelle der Wunsch, einmal als Trainerin in der Sportschule der Bundeswehr zu arbeiten. Sie hat ihn verwirklicht. Foto: Harald Hübl

Die heute 40-jährige Italienerin hat seit drei Jahren das Kommando bei der Sportfördergruppe der Rettungsschwimmer in der Sportschule der Bundeswehr . Zurzeit trainiert sie dort sechs Athleten. Zweimal täglich geht’s ins Schwimmstadion, hinzu kommen noch Kraft- und Gymnastiktraining. Ein anspruchsvoller Job, in dem die gebürtige Turinerin voll und ganz aufgeht, der aber nur einen kleinen Teil ihrer Aufgabe bei der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft ( DLRG ) umfasst. Sie betreut außerdem die zurzeit 87 Kaderathleten, ist für die Nachwuchsförderung, die Talentsichtung und für die Trainerausbildung zuständig.

Ihren „Traumjob“, hat die Italienerin erst im zweiten Anlauf bekommen. „Die Stelle war 2010 schon einmal ausgeschrieben“, erinnert sie sich. „Da hatte ich mich beworben, doch man hat mich nicht genommen. Als die DLRG 2016 erneut einen Bundestrainer suchte, habe ich mich noch einmal beworben. Und das hat geklappt.“ Im Februar 2017 hat sie ihre Stelle in Warendorf angetreten.

Studierte Geologin wechselt den Beruf

Prelle hat Geologie studiert und den Leistungssport nebenbei betrieben. „Anschließend habe ich acht Jahre lang als Geologin gearbeitet. Dann kam das Angebot, als hauptamtliche Trainerin beim italienischen Spitzenclub SAFA 2000 in ihrem Heimatort zu arbeiten. „Ich habe mich für die Arbeit als Trainerin entschieden und meinen Beruf aufgegeben“, sagt die 40-Jährige. „Das war die richtige Entscheidung. Dort habe ich viel gelernt, was mir bei meiner zweiten Bewerbung zur Bundestrainerin geholfen hat.“

Als Trainerin hat Prelle in ihrem Heimatverein im Jugendbereich Erfahrungen gesammelt. Das Training der Schwimmer und Rettungsschwimmer war dort wie in vielen Nationen getrennt, bis sie alle zehnjährigen Nachwuchsschwimmer zu einer Gruppe zusammenfasste. „Dadurch werden die Kinder umfangreicher ausgebildet“, erklärt sie. „Erst später haben wir die Gruppen spezialisiert. Ein Konzept, das sich trotz anfänglicher Bedenken bewährt hat und auch von anderen italienischen Vereinen übernommen worden ist.“

Wechsel aus dem Wasser an den Beckenrand

Bereits da hat der sympathischen Norditalienerin ihre Beharrlichkeit geholfen, ihr Ziel zu erreichen.

Bundestrainerin Elena Prelle ist eine Frau, die aus dem Schwimmbecken an den Beckrand gewechselt ist, ist sie doch selbst jahrelang in klassischen Schwimmwettbewerben und bei den Rettungsschwimmern an den Start gegangen.

„Ich bin über die 50-Meter-Brust italienische Meisterin geworden“, erzählt die Bundestrainerin. Als Rettungsschwimmerin feierte sie internationale Erfolge, so wurde sie bei der Weltmeisterschaft (WM) 2002 dreimal Zweite, bei der Heim-WM in Italien holte sie fünf Titel, und die Welttitelkämpfe in Deutschland beendete sie als Weltmeisterin in der Disziplin 50-Meter Retten einer Puppe sowie zweimal mit der Staffel.

Als Aktive hat die Norditalienerin eine erfolgreiche Karriere hingelegt. Und das ist ihr in den ersten drei Jahren, in denen sie jetzt die Verantwortung für die DLRG-Kaderschwimmer trägt, ebenfalls gelungen. 2017 holten die Rettungsschwimmer im Juli bei den World Games in Polen, den Weltspielen nichtolympischer Sportarten, die alle vier Jahre im Jahr nach den Olympischen Sommerspielen stattfinden, achtmal Edelmetall. Bei der Europameisterschaft (EM) in Belgien zwei Monate später wurde die deutsche Mannschaft Zweite hinter Italien und verpasste nur knapp die Titelverteidigung. 2018 folgte bei der WM in Australien hinter Australien, Neuseeland und Frankreich der vierte Platz, und bei der EM In Italien wurden die Deutschen Dritte hinter Frankreich und Italien.

Leistungen gesteigert – Platzierungen stimmen

Eine eindrucksvolle Bilanz, mit der Prelle aus persönlicher Sicht zufrieden ist. Nicht nur die Platzierungen stimmen, auch die Leistungen der Athleten haben sich gesteigert. „Das ist gut“, sagt die Bundestrainerin, deren Vertrag unbefristet verlängert worden ist. Für sie steht fest, dass die ersten drei Jahre nur der Anfang eines langen, gemeinsamen Wegs sind, der die Stellung der deutschen Rettungsschwimmer in der Weltspitze festigen soll.

Um das zu erreichen, will die Bundestrainerin die Trainingsbedingungen in den vielen Ortsgruppen verbessern. „Wir brauchen Trainer, die den Nachwuchs fördern und so zum Erfolg des Nationalteams beitragen. Die Hauptarbeit machen die Heimtrainer. Ich bekomme im Prinzip eine Torte und stecke nur noch die Kerzen obendrauf“, sagt Prelle mit einem Lächeln.

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