Fußballkreis geht das Thema Gewalt gegen Schiedsrichter an
Drohungen am Telefon

Kreis Warendorf -

Die Gewalt gegen Schiedsrichter hat in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. Der jüngste Vorfall – ein 22-jähriger Referee aus Hessen wurde in einer C-Liga-Partie von einem Spieler bewusstlos geschlagen – brachte das Thema wieder in die Öffentlichkeit. Auch im heimischen Fußballkreis Münster ist Gewalt ein Thema.

Mittwoch, 06.11.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 17:36 Uhr

„Allerdings sieht es bei uns noch verhältnismäßig ruhig aus“, sagte am Dienstag der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses Philipp Hagemann (Roxel). „Gerade in dieser Saison ist es, was körperliche Gewalt angeht, zum Glück noch ruhig. Die wöchentlichen Pöbeleien und verbalen Attacken sind aber weiter unser tägliches Brot.“ Daran haben sich viele Schiedsrichter mittlerweile schon gewöhnt. Alleine das ist schlimm genug.

Bedenkliche Vorfälle auch im Fußballkreis Münster

Allerdings gab es auch im heimischen Fußballkreis in der Vergangenheit bedenkliche Vorfälle. Hier drei Beispiele:

Vorfall 1: Ein Unparteiischer bekam die Faust nach einer Entscheidung von einem Spieler ins Gesicht. Es ist der jüngste Vorfall im Kreis mit direkter körperlicher Gewalt gegen einen Schiri.

Vorfall 2: Nach einer Partie in Münster fuhr ein Schiedsrichter aus Warendorf mit dem Auto nach Hause und wurde von einem Spieler, der ihm zuvor auf der Sportanlage gedroht hatte, über 20 Kilometer lang verfolgt. Er versteckte sich mit seinem Pkw in einer Einfahrt, ehe er später seinen Weg fortsetzte.

Vorfall 3: Per Telefon wurde ein Schiedsrichter bedroht – über mehr als eine Woche mehrfach täglich. Für den Unparteiischen eine psychisch mehr als nur belastende Situation.

Schiedsrichter werden auch in sozialen Netzwerken angeschrieben

„Die Kontaktaufnahme von Spielern zu Schiedsrichtern im persönlichen Bereich nimmt zu“, weiß Hagemann. „Ob per Telefon oder gerade auch in den sozialen Netzwerken.“ Dort werden die Männer an der Pfeife immer mal wieder angeschrieben und beleidigt oder bedroht.

Für die Verantwortlichen im Fußballkreis ist Gewalt gegen Schiedsrichter mittlerweile dauerhaft ein Thema und wird es auch bleiben. „Wir sind sensibilisiert“, macht Hagemann klar.

Und es wird auch etwas getan. Mit Kriminalkommissar Reinhard Zumdiek – selbst als Fußballer und Trainer aktiv gewesen – wird im Bereich Gewaltprävention und Konfliktmanagement derzeit eine dementsprechende Fortbildung für Schiedsrichter erarbeitet, die noch in diesem Jahr beginnen soll.

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