Handball: Trainerkritik zum WM-Aus der DHB-Auswahl
Traum vom Halbfinale ist geplatzt

Kreis Warendorf -

Die Handball-Nationalmannschaft der Frauen hat gestern Mittag den Einzug ins Weltmeisterschafts-Halbfinale verpasst. Die Mannschaft von Trainer Henk Groener hat die entscheidende Partie gegen Norwegen mit 29:32 (16:17) im japanischen Kumamoto verloren. Wir haben bei den heimischen Handballtrainern nachgefragt, wie sie den Auftritt und das Abschneiden der Mannschaft bewerten.

Mittwoch, 11.12.2019, 19:10 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 19:12 Uhr
Die deutschen Spielerinnen (v. l.) Antje Lauenroth, Alicia Stolle, Julia Behnke, Emily Bölk, Ina Grossmann und Luisa Schulze lassen ihrem Frust freien Lauf.
Die deutschen Spielerinnen (v. l.) Antje Lauenroth, Alicia Stolle, Julia Behnke, Emily Bölk, Ina Grossmann und Luisa Schulze lassen ihrem Frust freien Lauf. Foto: Marco Wolf

Daniel Hassmann , Trainer der Landesliga-Frauen des VfL Sassenberg, hat das Spiel gegen Norwegen am Rande verfolgt. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit eine schle-chte Phase, als wir mit fünf Toren zurücklagen“, sagt Hassmann. „Da hat sich die Mannschaft wieder herausgekämpft, das kann sie gut. Aber als es in die entscheidende Phase des Spiels ging, in der das deutsche Team wieder hätte aufschließen können, da hat die Mannschaft in Überzahl die leichten Fehler gemacht.“

Für den Sassenberger Trainer ist das ein Zeichen, dass den jungen Spielerinnen die Erfahrung fehlt. „Das haben die Norwegerinnen am Ende klug gemacht und clever zu Ende gespielt.“ Hassmann hat ein Problemfeld im deutschen Spiel ausgemacht. „Die Mannschaft muss noch die Waage zwischen kontrolliertem Tempospiel und hektischer Rennerei finden“, moniert er. „Denn es unterlaufen den Spielerinnen sehr, sehr viele Fehler in der Vorwärtsbewegung.“

Das ist es auch, was Stefan Hamsen (kl. Bild links), Trainer der Bezirksliga-Männer der Warendorfer Sportunion, bemängelt. Seiner Meinung nach fehlt es dem deutschen Spiel an der nötigen Ruhe, um die Angriffe kon- zentriert einzuleiten. „Mir ist das Ganze einen Tacken zu hektisch“, kritisiert Hamsen. „Die Mannschaft bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Tempospiel und Hektik. Aber das ist ja bei den Gegnerinnen nicht anders.“

Für Handball-Urgestein Uwe Landau (kl. Bild rechts), der zuletzt die Landesliga-Frauen des SC DJK Everswinkel trainierte und nun beim Ligakonkurrenten Ahlener SG tätig ist, hat das Groener-Team die Halbfinal-Teilnahme bereits im Spiel gegen Serbien „weggeworfen“. „Bis dahin waren die deutschen Leistungen gut“, analysiert Landau. „Aber Serbien hat die deutsche Mannschaft auf dem falschen Fuß erwischt. Die Kräfte hätten da gebündelt werden müssen. Ich glaube, das weiß auch Henk Groener ganz genau. Hätte das deutsche Team dieses Spiel gewonnen, wäre es im Halbfinale gewesen. Die Niederlage war der Genickbruch, um bei der WM noch weiter zu kommen.“ Jetzt drücken alle drei Trainer die Daumen für die Olympia-Quali.

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