Fußball: Nur noch Spiel-Sperren
Trickser haben schlechte Karten

Kreis Warendorf -

Am Trikot des Gegners ziehen, den Ball wegschlagen oder lamentieren, nur um eine Gelbe Karte zu provozieren und dann eine Sperre in einer Spielpause abzusitzen: Dieser Unsitte hat der Westdeutsche Fußballverband nun einen Riegel vorgeschoben.

Samstag, 25.07.2020, 05:46 Uhr
Die Gelbe Karte, die Spieler bisher provozierten, um ihre Sperre an einem spielfreien Wochenende abzusitzen, hat künftig deutlichere Konsequenzen. Statt der Wochen- gilt eine Spielsperre.
Die Gelbe Karte, die Spieler bisher provozierten, um ihre Sperre an einem spielfreien Wochenende abzusitzen, hat künftig deutlichere Konsequenzen. Statt der Wochen- gilt eine Spielsperre. Foto: dpa

Vorbei ist es mit der Kartenschwemme am letzten Spieltag vor der Winterpause oder dem Wochenende vor dem spielfreien Totensonntag im November. Den in den vergangenen Jahren immer häufiger gewordenen Versuchen, eine mögliche Sperre in einer Spielpause abzusitzen, hat der Westdeutsche Fußballverband nun einen Riegel vorgeschoben.

Seit dem 1. Juli ersetzt im Seniorenbereich die Spielsperre die Wochensperre. Die bisherige Regelung, nach der ein Spieler die Strafe nach Wochen abgeleistet hatte und somit womöglich gar nicht zu spüren bekam, weil ohnehin keine Partien stattfanden, kommt nicht mehr zur Anwendung. Das gilt für alle Spielklassen, Pokalspiele, Freundschaftsspiele und Turniere in Nordrhein-Westfalen, von der Regionalliga West bis in die C-Kreisligen. Die Regelung gilt für Sperren nach einer Roten, einer Gelb-Roten oder der fünften Gelben Karte.

Verwarnungen ab der 80. Minute

Ein beliebter Tag dafür, sich seine fünfte Gelbe abzuholen, war bisher immer der Spieltag vor dem Totensonntag im November. Da dort nicht gekickt wird, saßen die Spieler dann ihre Sperre ab, ohne wirklich aussetzten zu müssen. Die Anzahl von Verwarnungen ab der 80. Minute wegen Trikotziehens, Ballwegschlagens oder Lamentierens war immer deutlich höher als an den anderen Spieltagen. Die Kicker versuchten so, ihre fünfte Verwarnung zu provozieren. Damit ist nun Schluss.

Sperre gilt auch für andere Mannschaften des Vereins

Künftig werden die Spieler davon nicht mehr profitieren. Eine Sperre bleibt so lange bestehen, bis die Mannschaft des jeweiligen Akteurs auch wirklich ein Spiel oder – bei einer Roten Karte – mehrere Spiele absolviert hat. Der offizielle Text lautet: „Spiele sind Spiele des Wettbewerbs, in dem die Tat begangen worden ist, und ranghöhere Wettbewerbe. An rangniedrigeren Wettbewerben darf der Spieler teilnehmen. In diesem Sinne gilt folgende Rangfolge der Wettbewerbe: Meisterschaftsspiele, Pokalspiele, Freundschaftsspiele, Turnierspiele.“ Das heißt, dass eine Sperre aus einem Meisterschaftsspiel beispielsweise nicht mehr in einer Pokalpartie abgesessen werden kann, umgekehrt schon.

Die Sperre gilt auch für andere Mannschaften des Vereins. Deren Spiele werden jedoch nicht mitgezählt. Beispiel: Erhält ein in der Ersten eingesetzter Spieler der Reserve eine Rote Karte und wird in der Folge für drei Partien gesperrt, darf er solange weder für die Erste noch für die Zweite Punktspiele bestreiten, bis die Erste drei Partien absolviert hat.

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