Reiten: Oktober-Turnier
RV Beckum setzt auf reinen Sandboden

Beckum -

Das Sommerturnier des Beckumer Reitervereins wäre wegen Starkregens beinahe ins Wasser gefallen. Der damalige Hallenboden musste gleichwohl ersetzt werden. Während des Oktober-Turniers am vergangenen Wochenende war der Wettergott hingegen gnädiger.

Dienstag, 13.10.2020, 18:12 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 18:19 Uhr
Nike Josefine Driesen vom gastgebenden Beckumer RV, hier bei der Siegerehrung der Dressurpferdeprüfung der Klasse A mit der westfälischen Stute Zasous Glück, sicherte sich auf Quadrigo mit der Dressurreiterprüfung der Klasse M auch die sportlich hochrangigste Prüfung des Turniers.
Nike Josefine Driesen vom gastgebenden Beckumer RV, hier bei der Siegerehrung der Dressurpferdeprüfung der Klasse A mit der westfälischen Stute Zasous Glück, sicherte sich auf Quadrigo mit der Dressurreiterprüfung der Klasse M auch die sportlich hochrangigste Prüfung des Turniers. Foto: Hartwig

Nachdem das Sommerturnier des Beckumer Reitervereins im August um Haaresbreite ins Wasser gefallen wäre, durfte sich der Verein bei seinem Oktober-Turnier über einen gnädigen Wettergott freuen. Lediglich am Samstagabend und am späten Sonntag gab es einige Regenschauer. Ganz anders hatte das im August ausgesehen, als ein Starkregen am Abend vor dem Turnier nicht nur die Stallungen unter Wasser setzte.

Von einem etwas höher gelegenen Feld hatten sich zudem Wasser und Schlammmaßen in die Reithalle, deren Boden nach kurzer Zeit einem einzigen Sumpf glich, ergossen. Bis nach Mitternacht musste gearbeitet werden.

Der rund 250 Mitglieder zählende Verein musste daraufhin einen komplett neuen Hallenboden besorgen, was gar nicht so einfach war, wie Olaf Linneweber , Zweiter Vorsitzender, erläuterte: „Das größte Problem war es, einen Hersteller zu finden, der uns kurzfristig einen neuen Hallenboden liefern konnte. Wir haben für die Vereinsanlage eine Elementar-Versicherung abgeschlossen, so dass die Kosten in Höhe von rund 10000 Euro durch unseren Vertrag, die sich in diesem Schadensfall auch sehr flexibel und entgegenkommenden gezeigt hat, übernommen wurden.“

Das größte Problem war es, einen Hersteller zu finden.

Olaf Linneweber

Doch mit einem neuen Boden, der unmittelbar vor einem Turnier eingebaut wird, ist das so eine Sache. Den die meisten Reitböden brauchen eine gewisse Zeit, um sich so weit zu setzen, dass darauf optimal geritten werden kann. Gemeinsam mit dem für die Springprüfungen verantwortlichen Parcourschef Herman Josef Cortemme (Oelde) hatten die Beckumer deshalb zuvor einen Probe-Parcours aufgebaut, um den Boden auch hinsichtlich der Anforderungen an Springprüfungen zu testen.

Entgegen dem aktuellen Trend, Reitböden aus einer Mischung von Sand und Zuschlagstoffen, etwa Reste aus der Teppich-Produktion, zu verwenden, setzte man in Beckum klugerweise auf ein reines Sandgemisch, das, ausreichend bewässert, eine sehr gute Standfestigkeit bietet. Denn die Beimischung von Resten aus der Kunststoffindustrie ist mittlerweile ein heiß diskutiertes Thema. Solche Böden ergeben für die Pferde zwar eine sehr gute Trittfestigkeit, sind aber unter Umweltaspekten höchst umstritten. In Schleswig-Holstein etwa ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft in einem solchen Fall wegen des Verdachts einer Umwelt-Straftat. Cortemme zeigte sich bei dem Test mit reinem Sandboden zufrieden und konnte grünes Licht für das Turnier geben.

Das Turnier begann am Samstagmorgen mit mehreren Springprüfungen. Aus Sicht des gastgebenden Vereins besonders erwähnenswert war der Ritt von Vereinsmitglied Nadja Komitsch, die nach einer schnellen und fehlerfreien Runde mit ihrem Hannoveraner Conquistador de carinho im Stilspringen der Klasse A mit der Note von 7,9 Platz zwei belegte.

Besser waren lediglich Johanna Geisthoff (RFV Dolberg) und ihre Stute Rania JK, die sich mit einer glatten 8,0 die Prüfung sicherten.

Sportlicher Höhepunkt des Tages war eine Dressurreiterprüfung der Klasse M. Anders als in einer reinen Dressurprüfung werden hierbei stärker die Fähigkeiten des Reiters bewertet. Und hier hatten die Mitglieder des Beckumer Reitervereins allen Grund zur Freude. Denn Nike Josefine Driesen präsentierte mit dem 17-jährigen Oldenburger Quadrigo die beste Vorstellung, die von den Richtern mit der Wertnote 7,8 belohnt wurde. Dass dies kein Zufallstreffer war, beweist der Umstand, dass die 23-Jährige im vergangenen Jahr bereits drei Prüfungen dieser Art gewann.

Der Sonntagmorgen begann mit einer Dressurpferdeprüfung der Klasse A. Im Gegensatz zur Dressurreiterprüfung wird hier die Leistung des Pferdes stärker bewertet. Den Sieg errang der von Greta-Maria Steiner (RV Ahlen) gerittene westfälische Baccardi-Sohn Brouwers mit der Note 8,2. Driesen durfte sich in der Prüfung mit der vierjährigen Westfalen-Stute Zasous Glück über den vierten Platz freuen (7,6).

Die Siegerehrung der sich anschließenden Dressurreiterprüfung der Klasse L brachte zunächst einige Verwirrung.

Emily Böckenholt aus Westbevern verhört sich

Denn die Siegerin Emily Böckenholt (RFV Westbevern) war zunächst davon ausgegangen, dass ihre Vorstellung mit dem Westfalen Feiner Tusch von den Richtern „nur“ mit der Note 7,0 bewertet worden war. Dabei hatte sie sich lediglich verhört, denn die Richter Alexandra Probst und Michael Schulze hatten für den Ritt tatsächlich die Note 7,9 vergeben, was zum Sieg vor Hannah Hegerding (Schwerte) reichte, die mit Frieda Gold H (7,8) und Dein kleiner Freund H (7,7) die Plätze zwei und drei belegte.

Böckenholt war so überrascht von ihrem Sieg, dass sie ohne Pferd zur Siegerehrung antreten musste. Zweitbeste Teilnehmerin aus dem Kreis war Alina Rose (RV Ahlen), die mit Andorra la velle die Note 7,5 erhielt und damit Platz fünf belegte.

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