Deutsche Reiterliche Vereinigung
Neuerungen bei Anti-Doping-Regeln

Warendorf -

Zum Jahreswechsel wird es Neuerungen bei den Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln (ADMR) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) geben. Grundlage dafür waren Empfehlungen der sogenannten ADMR-List-Group. Diese Gruppe setzt sich aus verschiedenen Experten zusammen, unter anderem Tierärzte, Pharmakologen und Biochemiker. Alle Neuerungen gelten ab dem 1. Januar 2021.

Donnerstag, 15.10.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 17:42 Uhr
Deutsche Reiterliche Vereinigung: Neuerungen bei Anti-Doping-Regeln

Bisphosphonate sind Substanzen, die auf den Knochenstoffwechsel wirken und einen entzündungshemmenden sowie schmerzlindernden Effekt haben. Sie werden zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Es gibt für Pferde zugelassene Präparate, welche die Bisphosphonate Clodronsäure oder Tiludronsäure enthalten. Diese Substanzen sind im Wettkampf verbotene Substanzen (unerlaubte Medikation).

Daneben gibt es stickstoffhaltige Bisphosphonate, die bisher nicht explizit erfasst waren. Stickstoffhaltige Bisphosphonate wirken um ein Vielfaches stärker, zudem sind die Nebenwirkungen (höhere Bruchanfälligkeit und Nierenfunktionsstörungen) beim Menschen deutlich stärker ausgeprägt und beim Pferd noch nicht ausreichend erforscht. Es werden also alle stickstoffhaltigen Bisphosphonate als Dopingsubstanz eingestuft und sind somit im Wettkampf sowie im Training verbotenen. Diese Substanzen dürfen damit zu keiner Zeit beim Sportpferd eingesetzt werden. Bei Autologem Conditionierten Serum ( ACS ) handelt es sich um eine Aufbereitung aus dem Pferdeblut, die ebenfalls bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt wird. Hierbei wird dem Pferd eine geringe Menge Blut entnommen. Während der anschließenden speziellen Aufbereitung werden körpereigene entzündungshemmende und wachstumsfördernde Faktoren angereichert und direkt an den Ort der Erkrankung (zumeist Sehnen oder Gelenke) gespritzt.

ACS stellt eine Alternative zu medikamentellen Therapien dar. Diese in der Praxis vielfach angewendete und begrüßenswerte Therapie war bisher in Training und Wettkampf verboten. Ab Januar wird ACS als im Wettkampf verboten eingestuft, aber vom Verbot im Training ausgenommen. Physikalischen Methoden werden zur Gesunderhaltung und Verletzungsvorbeugung eingesetzt. Bisher nur Eiswasser, Kühlmaschinen und Magnetdecken explizit im zeitlichen Zusammenhang mit einer Wettkampfteilnahme erlaubt. Als Ausnahmen werden nun auch statische Magnetprodukte, Lasertherapie mit Lasern der Klassen 1 bis 3, Massagegeräte, LED-Therapiegeräte, Wärmekissen, Ionic Boots und Vibrationsplatten erlaubt.

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