Volleyball: 2. Bundesliga Nord Frauen
BSV Ostbevern beendet die Saison

Ostbevern -

Der BSV Ostbevern beendet wegen der Corona-Pandemie die Saison – freiwillig und mit dem Einverständnis der Volleyball-Bundesliga. Der Verein darf straffrei aus dem laufenden Spielbetrieb aussteigen, alle Partien werden mit 0:3 gewertet. Der BSV gilt als erster Absteiger.

Mittwoch, 06.01.2021, 18:00 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 13:16 Uhr
Das Spiel am 7. November bei den Skurios Volleys Borken, hier mit Franka van der Veer (Nummer 1) und Luisa van Clewe (6) bleibt das letzte für den BSV auf lange Sicht.
Das Spiel am 7. November bei den Skurios Volleys Borken, hier mit Franka van der Veer (Nummer 1) und Luisa van Clewe (6) bleibt das letzte für den BSV auf lange Sicht. Foto: Aumüller

Auf ihrer Internetseite hat die Volleyball-Bundesliga (VBL) am Mittwochmittag die Tabelle der 2. Bundesliga Nord der Frauen aktualisiert. Die Rangliste sieht gar nicht schön aus für den BSV Ostbevern . Der Verein wird mit null Punkten und 0:78 Sätzen als abgeschlagenes Schlusslicht geführt. Der BSV hat das aber nicht anders gewollt.

Ostbevern beendet die Saison wegen der Pandemie frühzeitig und aus freien Stücken. Wie der Club und die VBL mitteilen, darf der BSV straffrei aus dem laufenden Spielbetrieb aussteigen. Alle bereits absolvierten und noch ausstehenden Partien der Ostbevernerinnen werden mit 0:3 gewertet. Wird die Saison mit einer regulären Wertung zu Ende gebracht, steht der BSV als Absteiger fest – „mit der Möglichkeit“, wie es bei der VBL heißt, „sich zur Saison 2021/22 auf einen freien Platz in der 2. Liga zu bewerben“.

Der Schock saß und sitzt immer noch tief.

Trainer Dominik Münch

Der Verein zieht damit die Konsequenzen aus dem Match am 7. November bei den Skurios Volleys Borken (2:3). In dessen Folge wurden in Borken und Ostbevern zahlreiche Teammitglieder positiv auf Corona getestet. Zehn waren es beim BSV. „Der Schock saß und sitzt immer noch tief“, sagt Trainer und Abteilungsleiter Dominik Münch . Als die Quarantänen ausgelaufen waren, entschied sich die Mannschaft, vorerst nicht wieder zu trainieren. Weil die Gemeindeverwaltung die Sondergenehmigung zur Hallennutzung zurückzog, mussten die BSV-Frauen auch keine Spiele mehr bestreiten.

Die Kontakte, die wir durch den Sport eingehen, können wir für uns derzeit nicht rechtfertigen.

Dominik Münch

„Wir sind zwar unter dem Dach einer professionell organisierten Liga aktiv, jedoch allesamt keine Profis, die den Sport ihren anderen Lebensbereichen überordnen können“, so Münch. „Die Kontakte, die wir durch den Sport eingehen, können wir für uns derzeit nicht rechtfertigen. Aus Fürsorge gegenüber der eigenen Gesundheit, vor allem aber gegenüber den Menschen in unseren privaten und beruflichen Umfeldern, möchten wir deshalb die Ausnahme zur Fortführung des Trainings- und Spielbetriebs, die dem Profisport während des Lockdowns gewährt wird, nicht weiter in Anspruch nehmen.“

Die eigenen Erfahrungen zu verdrängen und einfach weiterzuspielen, kam für unser Team nicht in Frage.

Teammanager Andreas Schneider

Die überwiegende Mehrheit der Zweitligisten sieht das anders und will weitermachen. „Die Position respektieren wir“, betont BSV-Teammanager Andreas Schneider. „Aber die eigenen Erfahrungen zu verdrängen und einfach weiterzuspielen, kam für unser Team nicht in Frage.“ Also nahm der Club das Angebot der VBL auf einen straffreien Rückzug an. Einzelnen Vereinen habe der Verband „abseits der bestehenden Statuten die Möglichkeit geschaffen, den laufenden Spielbetrieb zu verlassen“, wird Linda Damerau, Managerin 2. Liga bei der VBL, in einer Mitteilung zitiert. Es gibt also keine Lex Ostbevern. Die Ausstiegs-Option können auch andere Clubs in Anspruch nehmen. Genutzt hat sie bis Mittwoch nach Angaben des Verbands nur der BSV. Mit weiteren Vereinen sei man noch in Gesprächen.

Ausgleichszahlungen

Zur Vereinbarung mit der VBL gehört, dass der BSV Ostbevern zwar seine Lizenz behält und nicht bestraft wird, aber Ausgleichszahlungen aufgrund vertraglicher Marketingvereinbarungen (bspw. Übertragungsrechte der Spiele) leisten muss. Über die Höhe machen beide Seiten keine Angaben. „Wenn Spiele nicht mehr stattfinden, bedeutet das auch wirtschaftliche Einbußen für die Ligagemeinschaft“, zeigt BSV-Marketingchef Norbert Horstmann Verständnis. Der BSV könne das stemmen und werde nicht mit Schulden aus der Saison gehen, erklärt Münch. „Wir werden jetzt die Gespräche mit den Sponsoren suchen“, sagt der Abteilungsleiter. Horstmann spricht von der „Chance, auch weiterhin in Ostbevern hochklassigen Volleyball bieten zu können“.

In den kommenden Monaten können die BSV-Volleyballerinnen also nur noch trainieren. „Wir kehren erst in die Halle zurück, wenn der Amateursport nicht mehr verboten ist – auch wenn wir alle diesen Sport lieben und er uns sehr fehlt“, sagt Münch. Ob in der 3. oder 2. Liga, das nächste Meisterschaftsmatch werden die Ostbevernerinnen erst wieder im September absolvieren. Bis dahin sollten sie einfach nicht mehr auf die Tabelle schauen.

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