Leichtathletik
Gute Gene und Leidenschaft – Olympia-Teilnehmer Wolfgang Riesinger wird 70

Ostbevern -

Olympia-Teilnehmer, Brieftaubenzüchter und Buchautor – Wolfgang Riesinger hat viel erlebt. Der Ostbeverner, der am Freitag seinen 70. Geburtstag feiert, hatte erst eine kurze, aber steile Karriere als Langstreckenläufer und baute später einen Europameister auf. In den 70ern verpasste er mal einen internationalen Wettkampf – wegen zu langer Haare. Von Karl-Heinz Kock
Donnerstag, 07.01.2021, 16:45 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 07.01.2021, 16:45 Uhr
Der Ostbeverner Wolfgang Riesinger (l.) mit langen Haaren bei einem Länderkampf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der UDSSR 1972 in Augsburg.
Der Ostbeverner Wolfgang Riesinger (l.) mit langen Haaren bei einem Länderkampf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der UDSSR 1972 in Augsburg. Foto: imago
Als am 26. August 1972 die Olympischen Spiele in München eröffnet wurden, befand sich unter den 7000 Athleten beim Einmarsch der Nationen auch ein junger Ostbeverner, der sich in den Monaten zuvor völlig überraschend für die Sommerspiele in seinem Heimatland qualifiziert hatte. Mit 21 Jahren erlebte Wolfgang Riesinger in der bayerischen Metropole den Höhepunkt seiner kurzen Sportlerlaufbahn. Anschließend machte er als Trainer, Brieftaubenzüchter und Buchautor auf sich aufmerksam. Am Freitag (8. Januar) feiert er seinen 70. Geburtstag – aufgrund der Pandemie im ganz kleinen Kreis. Steiler Aufstieg ab dem Alter von 15 Mit 15 bestritt der Schüler der Loburg seinen ersten Waldlauf. „Von da an ging es bergauf und ich habe fünf Jahre lang nicht mehr verloren. Ich hatte gute Gene für den Langlauf“, erzählt Riesinger. Betreut von seinem Onkel Hubert Peppenhorst, gewann er Juniorentitel von der Kreismeisterschaft bis zur nationalen Ebene in Serie. „Der neue Norpoth ist geboren“, titelte seinerzeit die Bild-Zeitung. Der Telgter Harald Norpoth war nach seinem Silbermedaillengewinn bei den Spielen in Tokio 1964 in aller Munde. „ Damit habe ich absolut nicht gerechnet. Unglaublich war das. “ Wolfgang Riesinger 1971 lief Riesinger erstmals in Männerkonkurrenzen mit, und schon ein Jahr später folgte der nächste Leistungssprung: In Helsinki unterbot er in 13:41,5 Minuten über 5000 Meter deutlich die Olympia-Norm für die Spiele in München. „Damit habe ich absolut nicht gerechnet. Unglaublich war das.“ Zum ersten Mal ahnte der talentierte Leichtathlet aus der Bevergemeinde, dass es mit dem ganz großen Ziel tatsächlich etwas werden könnte. Zumal er in Skandinavien den späteren Doppel-Olympiasieger Lasse Viren aus Finnland deutlich hinter sich ließ. Nach Olympia-Qualifikation täglich zwei Mal in die Telgter Klatenberge Allerdings galt es für den Ostbeverner, die Norm bei den Deutschen Meisterschaften im Olympiastadion zu bestätigen.
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