HLZ Ahlen hat in der Corona-Pandemie mit Problemen zu kämpfen
Jugend-Handballern droht verlorenes Jahr

Ahlen -

Nicht ein einziges Saisonspiel haben die Handballer des HLZ Ahlen bislang absolviert. Die Corona-Pandemie zwingt sie aber nur teilweise zur Untätigkeit. Beim HLZ haben sie kreative Ansätze gefunden, um die Langeweile zu bekämpfen und sich gleichzeitig fitzuhalten. Für einige Probleme aber gibt es keine Lösungen.

Dienstag, 02.02.2021, 05:00 Uhr
Beim HLZ halten sie sich in der Coronakrise mit virtuellem Training fit. Athletiktrainer Tobias Salewsky bringt die Jungs dabei sogar mitunter bis an ihre Grenzen.
Beim HLZ halten sie sich in der Coronakrise mit virtuellem Training fit. Athletiktrainer Tobias Salewsky bringt die Jungs dabei sogar mitunter bis an ihre Grenzen. Foto: HLZ Ahlen

Seit Monaten legt die Corona-Pandemie das öffentliche Leben und mit ihm den Sport in Deutschland auf Eis. Besonders hart trifft es all jene (Nachwuchs-)Sportler, die mitten in ihrer Ausbildung stecken. So wie die Jugend-Handballer des HLZ Ahlen .

„Wir betreiben seit Monaten einen ziemlich großen Aufwand, um die Jungs bei der Stange zu halten“, sagt Frederik Neuhaus . Der Trainer der männlichen A-Jugend wollte eigentlich mit seinen Jungs in der Oberliga für Furore sorgen. Stattdessen hat das Team nach der Vorbereitung im Sommer ab Herbst in die Röhre geguckt. Erst wurde der Saisonstart verschoben, dann dauerhaft eingefroren.

Gemeinsam statt einsam

Nach jetzigem Stand dürfte es in dieser Saison keine regulären Spiele mehr geben. Es droht ein verlorenes Jahr – die Saison 2020/2021 ist praktisch für die Tonne. Um den Kontakt zu seiner Mannschaft und zwischen den Spielern nicht abreißen zu lassen, bietet Neuhaus regelmäßig virtuelles Training per Videokonferenz an. „Wir machen viel im athletischen Bereich, haben aber auch schon theoretisch-taktisch eine Schulung durchgeführt. Und gemeinsam gekocht haben wir auch und uns dabei mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt“, berichtet Frederik Neuhaus.

Was gemacht wird, ist dabei fast schon Nebensache. „In erster Linie geht es darum, als Mannschaft gemeinsam etwas zu tun“, unterstreicht der HLZ-Coach. Unterstützt wird er auch von Athletiktrainer Tobias Salewsky, der den Spielern Übungen für funktionales Krafttraining und zur Mobilität vermittelt. „Ich hoffe, durch unser Online-Training kriegen wir das Fehlen des regulären Trainings zumindest ein Stück weit aufgefangen. Die Jungs sind super engagiert“, sagt Neuhaus.

Sichtung für Jugend-Nationalmannschaft gestrichen

In dieser Phase ist Stagnation fast schon das Höchste der Gefühle. Das ist besonders bitter für all jene Jugendspieler, die vor wichtigen Übergängen – etwa von der B- in die A-Jugend – stehen. Oder für Jesse Horstmann, Florian Danker, Fynn Stratmann, Sven Brockmeier, Louis Klävers und Jonas Horstmann. Sie alle waren kürzlich zu einer Sichtung für die Jugend-Nationalmannschaft eingeladen. In Berlin hätten die sechs Ahlener Talente auf einem Turnier ihre Visitenkarte abgeben können. Doch die Sichtung musste der DHB schließlich ersatzlos streichen.

Daher heißt es nun vor allem nicht verzagen, warten und weitermachen. Individuelles Lauftraining ist weiterhin erlaubt, wovon die HLZ-Handballer reichlich Gebrauch machen, um sich fitzuhalten. Und auch virtuelles Training wird Frederik Neuhaus weiterhin anbieten.

Allmählich aber, das räumt er ein, gehen auch ihm die Ideen aus. „Irgendwann ist das Übungsrepertoire erschöpft“, sagt Neuhaus. Er sehnt das Frühjahr herbei und mit ihm bessere Zeiten, in dem wieder Mannschaftssport gestattet ist.

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