Badminton: Warendorfer SU zwischen Aufstieg und Nachwuchssorgen
„Noch so ein Winter wird uns treffen“

Warendorf -

Mit der Saisonfortsetzung wird es nichts mehr – so viel ist klar. Die bei Abbruch der Spielzeit auf Platz eins stehenden Badmintöner der Warendorfer SU dürfen aber noch auf den Aufstieg in die Verbandsliga hoffen. Eine Entscheidung dazu fällt voraussichtlich Anfang Mai. Der Verein macht sich aber auch Sorgen, wie es für seinen Nachwuchs weitergeht.

Donnerstag, 15.04.2021, 14:47 Uhr aktualisiert: 15.04.2021, 16:38 Uhr
Dirk Oertker, Jugendwart und Spieler der ersten Mannschaft bei der Warendorfer SU, will alle Hebel in Bewegung setzen, um möglichst bald ein Angebot für den Nachwuchs machen zu können.
Dirk Oertker, Jugendwart und Spieler der ersten Mannschaft bei der Warendorfer SU, will alle Hebel in Bewegung setzen, um möglichst bald ein Angebot für den Nachwuchs machen zu können. Foto: Brandt

Es lief so gut für die Badminton-Abteilung. Nach fünf Spieltagen führte die Warendorfer Sportunion die Landesliga an und hatte den Aufstieg im Visier. Dann kam der erneute Lockdown im Oktober und der Abbruch der Saison im Februar – ohne Wertung und bis heute ohne Chance, wieder irgendwie spielen oder trainieren zu können.

„Aber wir stehen in den Startlöchern und hoffen, dass wir bald zumindest unseren Nachwuchs wieder bewegen können“, sagt Dirk Oertker , Jugendobmann und Spieler der ersten Mannschaft. „Wenn ich die Kinder sehe, die nicht spielen können, dann blutet mir das Herz.“

Freiluft-Variante „Air-Badminton“ soll Spielpraxis für den Nachwuchs schaffen

In naher Zukunft will die WSU die Freiluft-Variante „Air-Badminton“ für den Nachwuchs anbieten. Dort wird mit etwas schwereren Bällen an der frischen Luft gespielt. „Das wäre zumindest etwas, denn vom Wettkampfbetrieb sind wir noch ganz weit weg“, ist Oertker durchaus Realist. „Die Sorge ist natürlich da, überhaupt Nachwuchsmannschaften zusammenzubekommen. Wenn wir noch so einen Herbst und Winter erleben wie den vergangenen, dann wird uns das treffen. Wie sehr, das kann ich jetzt auch noch nicht einschätzen.“

Gerade im Jugendbereich ist eine Mitgliederfluktuation relativ normal. Das Problem für die Warendorfer – und wohl ebenso für alle anderen Vereine – ist derzeit, dass keine neuen Talente hinzugewonnen werden können.

Kein personeller Aderlass bei den Erwachsenen – und der Aufstieg möglich

Im Erwachsenenbereich dürfte es bei der WSU immerhin eher keinen personellen Aderlass geben. Im Gegenteil: Die Spieler der drei Seniorenteams I und II (Landesliga) und III (Bezirksklasse) bleiben dabei. Zudem hat die WSU einen Antrag für die Erste gestellt, in die Verbandsliga aufzusteigen, in der durch die Abmeldung einer Mannschaft ein Platz frei geworden ist. Mit der Entscheidung, ob die Warendorfer als souveräner Spitzenreiter zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs aufsteigen dürfen, rechnet der Verein spätestens Anfang Mai.

„Unsere Jugendlichen sind tendenziell sehr vereinstreu, das gilt auch für die Erwachsenen“, weiß Oertker aus vielen Jahren Erfahrung im Vorstand der Badminton-Abteilung. „Weggerannt ist uns bisher noch keiner. Wohin sollen sie auch laufen, zu anderen Badmintonvereinen können sie ja nicht“, nimmt es Oertker auch mit etwas Galgenhumor. Er sagt aber auch: „Ob das große böse Erwachen irgendwann noch kommt, wissen wir aber eben nicht.“

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