Fußball: 2. Bundesliga
„Mister Heidenheim“ nicht mehr ganz so dominant

Osnabrück -

Am 2. November dieses Jahres ist Marc Schnatterer etwas widerfahren, was er schon lange nicht mehr erlebte: Er saß beim Zweitliga-Auswärtsspiel des 1. FC Heidenheim in Aue (1:1) 90 Minuten auf der Bank. Seit 2007, als er noch beim Regionalligisten Karlsruher SC II spielte, ist so etwas nicht mehr vorgekommen.

Freitag, 20.12.2019, 16:43 Uhr aktualisiert: 20.12.2019, 17:00 Uhr
Für Marc Schnatterer läuft es sportlich nicht mehr ganz rund. Trotzdem fühlt er sich in Heidenheim wohl.
Für Marc Schnatterer läuft es sportlich nicht mehr ganz rund. Trotzdem fühlt er sich in Heidenheim wohl. Foto: dpa

Verwundert rieben sich vor allem die Sportjournalisten aus dem Erzgebirge die Augen und konfrontierten Trainer Frank Schmidt mit der Frage, warum das „Gesicht Heidenheims“ nicht gespielt habe. „Er wird demnächst 34. Da steckt man das nicht mehr so leicht weg“, sagte Schmidt, der an diesem Tag nach vorausgegangenem Pokal-Aus unter der Woche bei Werder Bremen (1:4) ordentlich rotiert und dabei auch seinen Kapitän nicht außen vor gelassen hatte.

Keine Frage: Schnatterer ist in dieser Saison nicht mehr ganz die dominante Figur, die er so viele Jahre lang war. Der Verantwortungsträger, der „auf dem Spielfeld den Unterschied ausmacht und von seiner Torgefahr und Leidenschaft lebt“ (Schmidt), ist nicht mehr alleiniger Dreh- und Angelpunkt des Heidenheimer Spiels. 391 Ligaspiele hat der gebürtige Heilbronner bis dato für den FCH absolviert, seit er sich 2008 den damals noch in der Regionalliga spielenden Ostwürttembergern anschloss. Allein in den bisher fünfeinhalb Jahren in der 2. Liga erzielte der offensive Mittelfeldspieler in 181 Spielen 48 Tore.

Der Standard-Spezialist, im vergangenen Jahr mit zehn Toren und zehn Vorbereitungen in 31 Einsätzen noch immer Top-Scorer seines Teams, spürt auch einen gewissen körperlichen Verschleiß. In dieser Saison kam „Mister Heidenheim“ zwar zu 16 Vorrunden-Einsätzen, erzielte noch zwei Tore (davon ein Elfmeter) und bereitete fünf Treffer vor – doch zehnmal wurde er in der Schlussphase ausgewechselt.

Für den 34-Jährigen ist diese Entwicklung nichts Ungewöhnliches. „Die Mannschaft steht im Vordergrund“, sagte der Vorzeige-Profi, als er im Sommer 2018 seinen Vertrag vorzeitig bis 2021 verlängert hatte. Schmidt sieht in ihm nach wie vor den verlängerten Arm auf dem Spielfeld. Freistöße, Eckbälle, Elfmeter waren einst weitgehend Schnatterers Alleinstellungsmerkmal in Heidenheim. Inzwischen lässt er auch hier anderen gerne den Vortritt.

Dennoch sieht Schmidt in ihm nach wie vor „einen vorbildlichen Kapitän“. In Heidenheim ist der Spieler mit der Nummer 7 vor allem auch deshalb weiter Publikumsliebling, weil er allen Abwerbungsversuchen widerstand.

„Ich werde der Stadt immer verbunden bleiben. Vielleicht gibt’s ja die Möglichkeit, meine Karriere in Heidenheim nach der aktiven Zeit irgendwie fortzusetzen“, deutet er an. Bis dahin, davon ist auch Schmidt überzeugt, wird der technisch starke Routinier noch so manches Spiel aus dem Feuer reißen.

So könnten sie spielen:

1. FC Heidenheim : Ke. Müller - Busch, P. Mainka, Hüsing, Föhrenbach - Dorsch, Theuerkauf - Schnatterer, Kerschbaumer, Leipertz - Kleindienst

VfL Osnabrück : Kühn - Ajdini, Heyer, van Aken, Agu - U. Taffertshofer, Blacha - Ouahim, N. Schmidt, Br. Henning - Alvarez

Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang-Kirchensur)

Anstoß: Sonntag, 13.30 Uhr, Voith-Arena (Heidenheim)

Nächstes VfL-Spiel: 29. Januar 2020 Heimspiel gegen SV Sandhausen (20.30 Uhr).

Hinspiel: Ouahims Führung reichte nicht

Mit dem 1. FC Heidenheim hat der VfL Osnabrück in Liga zwei noch nicht oft die Klingen gekreuzt. Genau genommen sogar nur einmal – zum Auftakt der Saison waren die Heidenheimer zu Gast an der Bremer Brücke und gewannen mit 3:1. Der Aufsteiger VfL Osnabrück zahlte gleich im ersten Spiel Lehrgeld. Nach Ouahims Führungstreffer (58.) drehtenGriesbeck (74.), Leipertz (89.) und D. Otto in der Nachspielzeit den Spieß um. In der 3. Liga standen sich der VfL und Heidenheim von 2009 bis 2014 acht Mal gegenüber. Dabei feierte der VfL zu Hause zwei Heimsiege und spielte zwei Mal Remis. In Heidenheim gab es zwei lila-weiße Erfolge und zwei Niederlagen. Insgesamt ist die Bilanz aus VfL-Sicht positiv.

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