Fußball: DFB-Auszeichnung
Goldene Ehrennadel für Püsselbürener Klaus Jahn

Tecklenburger Land -

Es ist eine der höchsten Auszeichnungen im Fußball, die ein Funktionär erhalten kann, sozusagen das Bundesverdienstkreuz im Sport. Diese Ehrung wurde jetzt Klaus Jahn aus Ibbenbüren-Püsselbüren passend zum Weihnachtsfest im SportCentrum Kaiserau zuteil.

Montag, 23.12.2019, 17:02 Uhr
Klaus Jahn aus Püsselbüren ist mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Fußball-Bundes ausgezeichnet worden.
Klaus Jahn aus Püsselbüren ist mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Fußball-Bundes ausgezeichnet worden. Foto: Alfred Stegemann

Er erhielt die Urkunde aus den Händen von Jürgen Grondziewski, Vorsitzender des Verwaltungsrates beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW). „Darüber freue ich mich sehr“, ist Klaus Jahn stolz. „Eine solch hohe Auszeichnung wird im Deutschen Fußball ja nicht so häufig vergeben.“

Eigentlich gibt es nur noch eine höhere Auszeichnung, die Ehrenmitgliedschaft. „Die erhalten aber nur ehemalige Landespräsidenten“, weiß Jahn. Einen solchen Posten hat er nie inne gehabt, ansonsten kann der 75-Jährige auf eine bewegte Funktionärskarriere auf Vereins- und Kreisebene, im westfälischen und westdeutschen Fußballverband (FLVW und WFV) sowie beim Deutschen Fußball-Bund ( DFB ) zurückblicken. Intensiven Kontakt pflegte er dabei mit den DFB-Präsidenten Egidius Braun, Gerhard Meyer-Vorfelder, Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Reinhard Grindel.

Von der Pike auf gelernt

Jahn kann von sich behaupten, das Funktionärsleben von der Pike auf gelernt zu haben. Neben seiner aktiven Zeit als Fußballer hat er bereits 1975 seinen ersten ehrenamtlichen Posten als Beisitzer im Vorstand der Schwarz-Weißen übernommen. Schon damals war er seiner Zeit voraus und zeigte sich äußerst innovativ. Als er 1977 SWE-Vorsitzender wurde gehörten dem Verein 350 Mitglieder an. Neun Jahre später waren es 1050. „Wir haben uns geöffnet“, blickt Jahn zurück. „Gab es bis dahin fast nur Fußball, haben wir auch andere Sportarten angeboten, eigentlich alles, was nicht leistungsorientiert war.“ SW Esch wurde zu einem Freizeit- und Breitensportverein. Gymnastik, Laufen, Tennis und vieles mehr gehörten zur SWE-Angebotsplatette, was letztlich die Mitgliederzahl in die Höhe schnellen ließ.

Überzeugunsarbeit

Der Freizeit- und Breitensport-Bereich (F+B) sollte Klaus Jahn fortan nicht mehr loslassen. Ob als Vorsitzender des Stadtsportverbandes Ibbenbüren oder des Fußballkreises Tecklenburg, der Püsselbürener versuchte stets, auch andere Vereine zu sensibilisieren, sich breiter aufzustellen. Diese Überzeugungsarbeit trug Früchte.

Kein Wunder, dass Klaus Jahn auch auf Verbands- und Bundesebene von sich reden machte. Im westfälischen und westdeutschen Fußballverband avancierte er zum Präsidiumsmitglied, gehörte zudem von 2004 bis 2016 dem DFB-Vorstand an. 2007 übertrugen ihm die Delegierten des DFB-Bundestages die Leitung des DFB-Ausschusses für Freizeit- und Breitensport.

Förderung des Futsals

Insbesondere kümmerte sich der Püsselbürener um die Förderung des Futsals. Er machte Beachsoccer sowie Deutsche Meisterschaften für Ü40- und Ü50-Fußballer hoffähig. Dabei musste er stets gegen große Widerstände ankämpfen. Ob 30 Jahre zuvor bei Schwarz-Weiß Esch oder in Frankfurt beim Deutschen-Fußball-Bund, nicht jeder zeigte sich offen für die „neuen“ Sportarten. „Theo Zwanziger war durchaus empfänglich dafür“, blickt Klaus Jahn zurück. „Wolfgang Niersbach war für mich jedoch am umgänglichsten. Aber ich bin mit allen DFB-Präsidenten gut ausgekommen, auch wenn es das eine oder andere Streitgespräch gab.“

WM-Triumph

Für seinen aufopferungsvollen Einsatz erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und auch die eine oder andere Einladung. So gehörte er 2014 unter anderem zur DFB-Delegation, die den Gewinn des Weltmeistertitels der deutschen Nationalmannschaft live im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro erlebte. Auf über 41-jährige ehrenamtliche Funktionärstätigkeit kann Klaus Jahn zurückblicken. Mit dem Erhalt der Goldenen Ehrennadel bedankte sich der Deutsche Fußball-Bund sozusagen für sein Lebenswerk.

Zur Person

Klaus Jahn wurde am 9. Mai 1944 in Heiligenstadt (Thüringen) geboren. Nach einer Flüchtlingsodyssee kam er 1951 nach Münster, ehe er 1968 seine erste Lehrerstelle an der Ludgerischule in Ibbenbüren antrat. Später wechselte er an die Paul-Gerhardt-Schule auf dem Dickenberg. 1995 wurde er Rektor an der Aaseeschule Ibbenbüren. 2009 trat Jahn in den Ruhestand. Rastlos war er aber nie. Als Fußballer war er aktiv für BW Mauritz, Westfalia Kinderhaus und SW Esch von der Jugend bis zu den Alten Herren. 1975 trat Jahn als Beisitzer im Vorstand von SW Esch seinen ersten Funktionärsposten an. Anschließend war er Vorsitzender von SW Esch (1977 - 1986), des Stadtsportverbandes Ibbenbüren (1985 - 1995) und des Fußballkreises Tecklenburg (1986 bis 1995). Parallel dazu stieg Jahn 1986 als Beiratsmitglied beim FLVW ein. Fortan bekleidete er verschiedene Ämter, wurde 2007 F+B-Vizepräsident. Auch im Westdeutschen Fußballverband (ab 1995) und beim DFB (ab 2001) war er tätig. Bis 2016 übte Klaus Jahn in allen drei Verbänden verschiedene Ämtern aus, ehe er sich als 72-Jähriger endgültig zur Ruhe setzte und jetzt mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wurde.

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