Sportwelt
Vesper in Münster: Olympia-Boykott kein Thema

Dienstag, 15.04.2008, 21:04 Uhr

Münster - Die deutschen Spitzensport-Funktionäre liegen auf einer Linie. Vor zwei Tagen erklärte sich Ingo-Rolf Weiss , Präsident des Deutschen Basketball-Bundes und Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes ( DOSB ), im Interview mit dieser Zeitung, dass er einen Boykott kategorisch ausschließe. Am Dienstag legte DOSB-Generalsekretär Dr. Michael Vesper nach: „Ein Boykott der Olympischen Spiele bringt nichts, das haben wir 1980 in Moskau erlebt. Oder hat die UdSSR damals den Krieg in Afghanistan beendet oder wurde der Ost-West-Konflikt beruhigt?“

Der DOSB-Generalsekretär kritisierte vielmehr Befürworter eines möglichen Verzichts auf die Teilnahme an den Spielen. „In der Region muss ein Boykott-Gen sein“, lästerte er über den CDU-Bundestags-Abgeordneten Ruprecht Polenz (Münster) und Hans-Gert Pöttering, den Präsidenten des Europäischen Parlamentes. Beide Politiker hatten einen Boykott im Zuge der Tibet-Problematik nicht für ausgeschlossen gehalten.

Vesper sprach zum Auftakt einer Vorlesungsreihe der Universitäten aus Münster und Essen über die Olympischen Spiele. Überrascht zeigte er sich von der Entscheidung der deutschen Judo-Topathletin Yvonne Bönisch, die nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen zu wollen. Vesper: „Ich verstehe ihre Entscheidung nicht.“

Der Grünen-Politiker, der 2006 die Geschäftsführung beim Dachverband des deutschen Sports übernahm, sieht China seit der Vergabe der Olympischen Spiele 2001 bei den Menschenrechten vorangekommen. Er wertete es zum Beispiel als Erfolg, dass die Todesstrafe mittlerweile nur noch vom höchsten Gerichtshof in Peking ausgesprochen werden kann.

Vesper wird bei den Sommerspielen als Delegationsleiter der deutschen Mannschaft agieren. Er rechnet mit rund 450 nominierten Sportlern sowie knapp 300 Trainern und Betreuern im deutschen Team. Zudem: „Seit 1992 befindet sich der deutsche Sport bei Olympischen Spielen im Abwärtstrend, dass soll gestoppt und in London 2012 umgekehrt werden.

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