Sportwelt
BBC-Reporter bekräftigt Vorwürfe gegen Havelange

Mittwoch, 26.10.2011, 00:10 Uhr

Brasília - Der BBC-Journalist Andrew Jennings hat in einer Anhörung im brasilianischen Senat seine Vorwürfe im FIFA-Korruptionsskandal bekräftigt. Er beschuldigte den Chef des brasilianischen Fußballverbandes CBF, Ricardo Teixeira , und auch Ex- FIFA-Präsidenten João Havelange , in den 1990er Jahren Bestechungsgelder in Höhe von insgesamt rund 60 Millionen Dollar von der 2001 insolvent gegangenen Sportvermarktungsagentur ISL angenommen zu haben. Im Falle Teixeiras sollen rund 9,5 Millionen Dollar über die Firma Sanud mit Sitz in Liechtenstein geflossen sein. Gegen Teixeira laufen in Brasilien Ermittlungen. Havelange erhielt nach Schätzungen Jennings bis zu 50 Millionen Dollar. «Es gibt keine abschließenden Beweise, aber wir können das folgern. Wir werden mehr wissen ... in maximal zwölf Monaten, wenn die Schweizer Justiz eine Vereinbarung veröffentlicht, mit der ein Teil der Schmiergelder zurückgezahlt wurde», sagte der Journalist vor einem Senatsausschuss. 2008 waren während des Strafprozesses gegen die ISL Zahlungen an FIFA-Vorstandsmitglieder publik geworden. Das Strafgericht Zug stellte das Verfahren aber im Juni 2008 ein, nachdem die Begünstigten 5,5 Millionen Schweizer Franken an die FIFA zurückgezahlt hatten. FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte allerdings Ende voriger Woche in Zürich angekündigt, dass der Fußball-Weltverband (FIFA) nach jahrelanger Weigerung doch Einblick in die brisanten Akten aus der ISL-Bestechungsaffäre gewähren will. Sowohl Teixeira als auch Havelange bestritten stets die Vorwürfe.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/91168?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F594295%2F594302%2F
Nachrichten-Ticker