Fußball: Bundesliga
Leichter Aufgalopp für Schalke bei Werder

Bremen -

André Breitenreiter hat in wenigen Wochen etwas geschafft, was seinen Vorgängern Roberto di Matteo und Jens Keller nie vergönnt war: Beim FC Schalke 04 herrscht sowas wie Euphorie – auch wenn das 3:0 bei Werder Bremen zum Start eher den schweren Patzern der Hanseaten geschuldet war.

Sonntag, 16.08.2015, 15:08 Uhr

Wie seine acht Vorgänger gewann auch André Breitenreiter das erste Bundesliga-Spiel als S04-Coach – dank der Tore von Klaas-Jan Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting (r.). Anthony Ujah (2.v.r.) hatte dagegen keinen guten Einstand.
Wie seine acht Vorgänger gewann auch André Breitenreiter das erste Bundesliga-Spiel als S04-Coach – dank der Tore von Klaas-Jan Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting (r.). Anthony Ujah (2.v.r.) hatte dagegen keinen guten Einstand. Foto: dpa

Wer den Auftakt mit 3:0 in der Fremde gewinnt, kann so viel nicht falsch gemacht haben. Nach dem Starterfolg bei Werder Bremen musste sich auch kein Protagonist des FC Schalke 04 rechtfertigen. Trotzdem verließen die Königsblauen nicht sorgenfrei.

Die Schocknachricht kam erst am Morgen danach. Matija Nastasic fehlt dem Club wohl für die komplette Saison. Bei einem Tackling gegen Levin Öztunali zog sich der Serbe einen Achillessehnenriss zu. Die Personaldecke im Abwehrzentrum ist mit einem Schlag extrem dünn geworden, Geld für einen neuen Innenverteidiger wird sich aber vermutlich bis zum 31. August auftreiben lassen.

Ein anderer Punkt, der Trainer André Breitenreiter nach seinem Punktspiel-Debüt für S04 beschäftigte, waren die durchaus vorhandenen Schaffenspausen im Weserstadion. „Es war nicht alles Gold, was glänzte“, sagte der Ex-Paderborner. Diesen Satz schob er aber nur nach, nachdem er analysiert hatte: „Wir können nur als Einheit bestehen. Im Moment setzen wir das hervorragend um.“

Kein Widerspruch. Die Gelsenkirchener zeigten in Bremen , dass sie das reifere und abgeklärtere Team sind. Sie brannten kein Offensivfeuerwerk ab, ließen den Gastgebern viel Ballbesitz und schlugen dann mit brandgefährlichem Umschaltspiel zu. Aus der Ära von Breitenreiter-Vorgänger Roberto die Matteo schien zumindest das wachsame Defensivauge geblieben zu sein. Echte Chancen ließen die Schalker nicht zu, profitierte dabei aber auch vom reichlich naiven und gegen Ende immer hilfloseren Anrennen der Bremer. So leicht wie am Samstag dürften sie die Treffer künftig nicht mehr serviert bekommen.

Das 1:0 war ein tolpatschiges Eigentor von Theo Gebre Selassie (34.), beim 2:0 konnte Eric Maxim Choupo-Moting den Ball am Sechzehner in aller Ruhe mitnehmen und abschließen (68.), den dritten Treffer schenkte SVW-Debütant Ulisses Garcia dem Gast, allerdings legte Joker Leroy Sané für Klaas-Jan Huntelaar auch unwiderstehlich vor.

Positiv verbuchen darf der oft kritisierte Joel Matip seine Vorlagen für die ersten beiden Tore. Nach dem Nastasic-Ausfall wird der Kameruner zumindest temporär die Abwehrsäule sein. Routinier Sascha Riether tut der Viererkette zudem gut, auch Johannes Geis, der sich oft zum Aufbau ganz tief fallen ließ und mit Leon Goretzka eine Bubi-Doppelsechs bildete, überzeugte. Einzig für Franco di Santo, den dritten Neuen in der Startelf, lief es nicht nach Wunsch. An alter Wirkungsstätte schlug ihm dauerhafte Abneigung entgegen. Über ein paar sehenswerte Ansätze kam er in 60 Minuten auch nicht hinaus. Immerhin überreichte ihm Werders Sportvorstand Thomas Eichin eine Collage als Erinnerung. Ja, genau der Mann, der ihm eine Ausstiegsklausel zum ziemlich unüblichen Datum (31. Juli) ermöglichte, der Bremens Schwachstellen (Abwehrverhalten, Außenverteidiger, Kreativzentrale) wieder einmal nicht thematisieren wollte und der der seinen eigenen Vertrag noch nicht verlängert hat. Werder droht erneut eine schwere Saison.

Ganz anders liegt die Stimmung bei den Schalkern. „Ein 3:0 in Bremen ist nicht selbstverständlich“, meinte Breitenreiter. Der 42-Jährige durfte sich selbst auf die Schulter klopfen. Eine Euphorie wie derzeit hat es in Gelsenkirchen seit Jahren nicht mehr gegeben. Die Perspektive scheint gut.

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