Fußball: Bundesliga
Spätes Glück auf Schalke beim 2:1 über Hertha

Gelsenkirchen -

Der FC Schalke 04 hatte reichlich Grund zu jubeln. In der Nachspielzeit erzielte Max Meyer das 2:1-Siegtor gegen Hertha BSC Berlin. Neben dem Platz gibt es allerdings weiter Störgeräusche. Horst Heldt wird wohl in dieser Woche seinen Weggang verkünden.

Sonntag, 18.10.2015, 18:10 Uhr

Max Meyer im Mittelpunkt. Benedikt Höwedes (hinten) und Sascha Riether (re.) feiern den Torschützen zum 2:1.
Max Meyer im Mittelpunkt. Benedikt Höwedes (hinten) und Sascha Riether (re.) feiern den Torschützen zum 2:1. Foto: Witters

Die Fans jubeln, die Mannschaft feiert, der Trainer ist fix und fertig – nur der Manager weiß nicht so recht, ob er lachen oder weinen soll. Hier der sportliche Höhenflug der Königsblauen bis auf Rang drei der Bundesliga, dort die Demission auf Abruf für Horst Heldt . Schalke wäre nicht Schalke, würde es hier nicht ewig brodeln. Und da passt es ins Bild, dass der jüngste 2:1 (1:0)-Erfolg über Hertha BSC Berlin ebenfalls ein ganz spezieller war.

Die Gäste hatten sich nach 18 Minuten bereits dezimiert, als Vedad Ibisevic nach einem überharten Einsteigen gegen Max Meyer die Rote Karte sah. Neun Minuten später köpfte Benedikt Höwedes einen Geis-Eckball zur Führung ein. Die Partie schien gelaufen. Auch deshalb, weil die Schalker munter am Drücker blieben. Aber beste Kopfballchancen ließen Leon Goretzka, Franco di Santo, erneut Höwedes und Joel Matip aus, so dass nach wie vor die Minimalführung Bestand hatte. Zu wenig, um sicher zu sein. Und zu wenig, um die Partie sicher in den Griff zu kriegen. Die Berliner hatten ihre numerische Unterlegenheit längst durch verstärkte Laufbereitschaft kompensiert und meldeten sich zuerst zaghaft, dann nachhaltig vor dem Schalker Tor. Der Pfostenschuss von Mitchell Weiser war die erste Warnung, der Kopfballtreffer von Salomon Kalou (73.) bedeutete den Ausgleich. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn Ralf Fährmann wenig später den Kopfball von Fabian Lustenberger nicht so glänzend pariert hätte? In jedem Fall wollten die Schalker das so nicht hinnehmen und machten noch mal richtig mobil. Aber es dauerte bis in die Nachspielzeit, ehe Meyer die glänzende Vorarbeit von Leroy Sané zum Siegtreffer nutzte.

Die Arena kochte über, die Jubelarien auf dem Platz entsprachen dem Titelgewinn in der Champions League. Dabei hatte Schalke „nur“ ein Heimspiel gegen Hertha gewonnen.

Heldt konnte das erklären. „Wir haben die Fans zurückgewonnen. Es herrscht eine Aufbruchstimmung, wie ich sie uns immer gewünscht habe. Und wenn man ein Spiel in letzter Sekunde dreht, spricht das für eine gute Einstellung und intakte Moral.“ Er vermied in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass sein Anteil daran ein nicht unwesentlicher ist. Den neuen Trainer André Breitenreiter hat er geholt und damit Nerv von Fans und Team getroffen. Den Umbruch hat Heldt mit dem Coach eingeleitet, beide sehen die sportliche Zukunft auch in der Jugend. Talente wie Goretzka, Meyer und Sané sind Stammspieler, dahinter lauern mit Pierre-Emile Höjbjerg, Kaan Ayhan und Sead Kolasinac weitere junge Aspiranten. Mit diesen Spielern können sich die Fans identifizieren, von Jefferson Farfán, Kevin-Prince Boateng – ja sogar Julian Draxler – redet man kaum noch. Möglich, dass man bald auch nicht mehr über Heldt spricht, wenn ihn der Mainzer Christian Heidel beerbt. Heldt hat seine persönliche Entscheidung längst getroffen, in dieser Woche erfahren alle mehr.

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