Folge 211: Abseits
Im Verein ist Sport am schönsten

Professor Lars Leuschner aus Osnabrück bezweifelt, dass der FC Bayern München e.V. noch alle Voraussetzungen erfüllt, um Mitglied im Vereinsregister zu bleiben. Der Mann hat wahrscheinlich recht, aber im Verein ist Sport nun mal am schönsten ...

Mittwoch, 14.09.2016, 17:09 Uhr

Vereinte Freude beim FC Bayern – aber wie lange noch? 
Vereinte Freude beim FC Bayern – aber wie lange noch?  Foto: dpa

Der FC Bayern München beschäftigt derzeit das Amtsgericht München , weil er in der Champions League den russischen Vizemeister FK Rostow mit 5:0 vom Platz gefegt hat, weil er zum Start der Bundesliga Werder Bremen mit 6:0 demontiert hat und wegen zahlloser ähnlicher Vergehen. So was macht ein gemeinnütziger Verein nicht, nein, das darf er nicht einmal – zumindest nicht zum Ziele der Gewinnmaximierung. So oder so ähnlich begründet Lars Leuschner , Professor für bürgerliches Recht an der Universität Osnabrück, seine Anregung, den FC Bayern München e.V. aus dem Vereinsregister zu löschen. Denn ein Verein habe nach Paragraf 21 des Bürgerlichen Gesetzbuches stets einen ideellen Zweck zu verfolgen, wirtschaftliche Umsätze dürfen gemäß des Nebentätigkeitsprivilegs bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielen, Dass darf im Falle der Bayern zu Recht angezweifelt werden.

Ansgar Griebel hat auch mal im Verein gespielt, taugt jetzt aber nur noch für den Betriebssport.

Ansgar Griebel hat auch mal im Verein gespielt, taugt jetzt aber nur noch für den Betriebssport. Foto: -lisa-

Zudem, darauf nahm Leuschner – im übrigen dem Vernehmen nach sogar Bayern-Fan – nicht mal Bezug, war die Idee von Sportvereinen ursprünglich die, ihren Mitgliedern freien Zugang zu Sportstätten und Sportgeräten zu ermöglichen. Demnach hätten also die Werder-Spieler und auch die Russen aus Rostow gut daran getan, noch vor dem Anpfiff ihrer unheimlichen Begegnungen mit den Bayern Mitgliedsanträge beim FCB zu unterschreiben, um überhaupt mal an den Ball zu dürfen. Das hätte vermutlich nichts genutzt – und im Grunde machen die Bayern ja das gleiche, wie alle anderen Vereine, nur halt eben etwas besser, erfolgreicher und professioneller. Und sollten die Bayern aus dem Vereinsregister fliegen, dann hätten sie, wenn auch wie in der Liga mit reichlich Abstand, den Rest der Clubs aus Liga eins bis drei im Schlepptau. Die neuen Erstligisten kämen dann aus den Regionalligen und hießen BSV Rehden, ETSV Weiche, TSG Sprockhövel und RW Ahlen. Am Samstag in der Sportschau kicken dann allerdings doch wieder die Bayern in der neugegründeten Betriebssportliga …

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4303650?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F3554403%2F
Nachrichten-Ticker