Vertragsauflösung
Universum-Boxstall im Clinch mit dem ZDF

Hamburg (dpa) - ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann hat Vorwürfe von Promoter Ismail Özen-Otto vom Hamburger Boxstall Universum scharf zurückgewiesen.

Dienstag, 25.02.2020, 16:39 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 16:42 Uhr
Ismail Özen-Otto vom Hamburger Boxstall Universum.
Ismail Özen-Otto vom Hamburger Boxstall Universum. Foto: Jens Büttner

Dieser hatte unter anderem im «Spiegel» behauptet, dass der öffentlich-rechtliche TV-Sender auf eine Namensänderung des Universum-Hauptkämpfers Artem Harutyunyan gedrängt habe. Das sei «falsch», teilte Fuhrmann mit: «Die Vorwürfe sind haltlos, und ich verwahre mich dagegen. Wir haben Artem Harutyunyan beim ersten Boxabend als Hauptkämpfer akzeptiert und hätten das auch bei einem zweiten Abend getan.»

Özen-Otto wiederholte seinen Vorwurf. «Das ZDF hat gesagt, Artem kommt nicht als Hauptkämpfer für eine Fernseh-Übertragung infrage, weil er sich wegen des Namens nicht vermarkten lässt», sagte er. Der mit seinen Eltern im Kleinkindalter aus Armenien nach Deutschland übergesiedelte Sportler wie auch Özen-Otto lehnen eine Namensänderung ab.

Das ZDF hatte der dpa bestätigt, die Zusammenarbeit mit dem Boxstall vorzeitig zu beenden und auf die Übertragung einer zweiten Veranstaltung zu verzichten. Harutyunyan hatte am ersten Kampfabend mit dem ZDF am 9. November 2019 den Hauptkampf bestritten. Das Duell des Olympia-Dritten von 2016 hatte mit 820.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 8,2 Prozent zu einer späten Zeit (0.30 Uhr) nicht die gewünschte Resonanz gefunden. Für den im April geplanten zweiten Kampfabend hätte Harutyunyan wegen eines gebrochenen Daumens nicht zur Verfügung gestanden.

«Wir haben uns mit Universum Boxen nicht auf eine Fightcard verständigen können», hatte Fuhrmann gesagt. «Einen zweiten Boxabend wird es mit dem Boxstall deshalb nicht im ZDF geben. Die Zuschauer-Resonanz nach der ersten Veranstaltung war ernüchternd.»

Namensänderungen im deutschen Profiboxen sind aus Vermarktungsgründen nicht ungewöhnlich, wie die Beispiele Felix Sturm (Adnan Catic), Arthur Abraham (Avetik Abrahamyan) oder Marco Huck (Muamer Hukic) beweisen. «Ja, aber das ist freiwillig», sagte Özen-Otto. Laut dem Promoter gibt es Audio-Mitschnitte einer Telefonkonferenz sowie Mail-Verkehr mit ZDF-Verantwortlichen, in denen Vermarktungsprobleme wegen des Namens Harutyunyan angesprochen wurden.

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