SC Preußen
Erster Heimsieg: Preußen gewinnt gegen Werder II

Münster -

Im vierten Anlauf hat es geklappt. Preußen Münster feierte beim 3:1 (1:0) gegen die nach der Pause nur noch zu zehnt spielende Reserve von Werder Bremen den ersten Heimsieg der Saison. Glanzvollen Fußball bot der neue Tabellendritte aber maximal in der Schlussphase.

Samstag, 05.09.2015, 16:09 Uhr

SC Preußen : Erster Heimsieg: Preußen gewinnt gegen Werder II
Schwarz gegen Marcel Hilßner Foto: Jürgen Peperhowe

Personell gab es zwar keine Überraschungen beim SCP , denn Philipp Hoffmann und Marcel Reichwein ersetzten Abwanderer Marcus Piossek (1. FC Kaiserslautern) und Cihan Özkara. Doch die Formation war diesmal eine Raute, auf die ja eigentlich Werder ein Vorrecht hat. Das hatte Münster so noch nie gespielt. Amaury Bischoff vor der Abwehr, Elie Laprevotte und Benjamin Schwarz auf den Halbpositionen, Mehmet Kara als Zehner - und die beiden Neuen in der Startelf als Doppelspitze.

Es waren keine 20 Sekunden gespielt, da brachte Bremens Oliver Hüsing Reichwein zu Fall. Freistoß, 19 Meter, eine Sache für Bischoff: Das 1:0 per Freistoß begünstigte aber auch SVW-Keeper Tobias Duffner, der Ball schlug nach 64 Sekunden in der Torwartecke ein. Die frühe Führung hatte zur Folge, dass sich die Gastgeber sehr tief staffelten, erst hinter der Mittellinie attackierten und den Hanseaten fast komplett das Feld überließen. Weil Statik und Laufbereitschaft in der Defensive aber stimmten, kam der Aufsteiger kaum zu Strafraumszenen. Auch die Distanzschüsse von Janek Sternberg (25.) und Marcel Hilißner (26.) waren leichte Beute für Keeper Niklas Lomb. Allerdings kam auch von Münster recht wenig. Die Konter verpufften meist schnell, wenn es überhaupt zum Gegenstoß kam. Einzig ein Bischoff-Versuch aus 24 Metern nach Kara-Ablage war ansatzweise gefährlich, zischte aber vorbei (35.).

Die Preußen in der Einzelkritik gegen Werder Bremen II

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  • Stürmer Marcel Reichwein, 4, hatte zu wenig Aktionen im Strafraum – da ist sein Revier. Bekam zu wenig Anspiele, machte zu wenig bei Ballbesitz, der Mann kann mehr.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Marco Pischorn, 3, unterstrich seine konstant gute Form und war mit der Aufklärungsarbeit vor dem Strafraum ausreichend beschäftigt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, keine Note, war gleich voll auf Betriebstemperatur. Sein Treffer zum 3:1 war ein Kunstschuss, darf wiederkommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin, 3, sorgte dieses Mal auch mit einigen guten Offensivaktionen für Schwung, baute aber kräftemäßig in der Schlussphase ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stürmer Rogier Krohne, keine Note, kam für Philipp Hoffmann und brachte neuen Schwung. Hätte als Vorlagengeber punkten können, doch Özkara vergab sein feines Anspiel. Hätte als Torschütze vom Feld gehen müssen, vergab aber nach zwei Kontern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler (offensiv) Amaury Bischoff, 2,5, kämpfte und rackerte, biss nach der Pause auf die Zähne, weil er im Zweikampf eine Sprunggelenksverletzung sich zugezogen hatte. Zeigte gleich in der ersten Minute seine Qualität als „Meister der ruhenden Bälle“ mit dem verwandelten Freistoß.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Felix Müller, 3, hat weiterhin eine größere Bandbreite in seinem Spiel. Viele gute Abwehraktionen, einige gute Offensivaktionen, aber auch einige leichte Fehler waren in seinem Spiel zu sehen. Ihm fehlt noch Konstanz auf einem höherem Niveau.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Niklas Lomb, 3, sah beim Gegentor unglücklich aus, als ihm der wuchtige Schuss von Rafael Kazior durch die Beine rutschte. Klärte ansonsten die Torschüsse der Gäste gewohnt sicher.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stürmer Cihan Özkara, keine Note, kam für Marcel Reichwein und „verschenkte“ nach Traumpass von Krohne einen Treffer.

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  • Mittelfeldspieler (defensiv) Charles Elie Laprevotte, 3, deutete erneut an, dass der SCP noch einige Freude an ihm haben kann. Während er defensiv fehlerlos blieb, waren seinen Offensivbemühungen eher unscheinbar.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler (offensiv) Mehmet Kara, 2, spielte erstmals in der sogenannten Raute zentral offensiv. Wurde aber noch einmal deutlich stärker, als er als Linksaußen nach der Pause häufiger wirbelte. Sein Treffer zum 2:1 war das „Sahnestück“ des Spiels.

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  • Stürmer Philipp Hoffmann, 4, blieb blass, dürfte aber als Flügelspieler auch besser aufgehoben sein. Hat noch Luft nach oben.

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  • Innenverteidiger Marc Heitmeier, 3, bildete ein sicheres Gespann mit Marco Pischorn. Tauchte dann und wann in der Offensive auf, wie meistens souverän und sicher.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler (defensiv) Benjamin Schwarz, 3,5, stopfte viele Löcher, aber auch bei ihm fehlten die Impulse nach vorn.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Eine Schlüsselszene ereignete sich kurz vor der Pause: Nachdem Hilßner für ein taktisches Foul an Kara in der 44. Minute Gelb gesehen hatte, stieg er gegen Bischoff viel zu hart und mit gestrecktem Bein ein. Die logische Konsequenz war die Ampelkarte (45.+2).

In Überzahl änderte sich am Bild auf dem Rasen für die Preußen aber dennoch wenig. Von der erhofften Angriffspower war nichts zu sehen, die Stürmer hingen permanent in der Luft. Optisch überlegen war nun kein Team mehr. Etwas mehr Tempo in den Aktionen hatte eher Werder. Und kam daher auch nicht unverdient zum Ausgleich. Nach einer Ecke bekamen die Münsteraner den Ball nicht geklärt. Während des Herausrückens verlängerte Patrick Mainka die Kugel in den Lauf von Rafael Kazior, der aus 18 Metern freie Bahn hatte und Lomb auch noch tunnelte (60.).

Mit dem Ausgleich kippte die Stimmung auf den Rängen. Wieder kein Heimsieg ? Gegen einen Aufsteiger, den Tabellen-18., der nur noch zu zehnt war? Einer nahm sich vor, die Gemüter zu beruhigen. Kara! Nach einer kurz ausgeführten Bischoff-Ecke lief der Dribbler kurz in den Strafraum und schlenzte die Kugel dann sehenswert in den Winkel. 2:1 (70.)!

SC Preußen gegen Werder Bremen II

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Verdient oder nicht, dieser Treffer war wichtig. Damit war auch der Widerstand der tapferen, aber nicht gerade einfallsreichen zehn Bremer gebrochen. Benjamin Schwarz hatte noch das dritte Tor auf dem Schlappen, scheiterte aber an Duffner (77.). Auch die eingewechselten Cihan Özkara und Rogier Krohne verpassten bei einer Dreifachchance die Entscheidung (86.). Diesen Job übernahm dann der dritte Joker. Danilo Wiebe schlenzte das Leder von der Strafraumgrenze herrlich in den Knick zum 3:1 (87.). Damit waren alle im Stadion besänftigt. Und die Preußen haben sich vorerst oben festgesetzt.

SCP: Lomb - Kopplin, Pischorn, Heitmeier, Müller - Bischoff - Laprevotte, Schwarz (81. Wiebe) - Kara - Hoffmann (71. Özkara), Reichwein (71. Krohne)

Werder: Duffner - Busch, Hüsing, Mainka (81. Capin), Sternberg - Fröde - Rother (42. Jacobsen), Kazior, Yildirim, Hilßner - Manneh (56. Bytyqi)

Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg)

Tore: 1:0 Bischoff (2.), 1:1 Kazior (60.), 2:1 Kara (70.), 3:1 Wiebe (87.)

Gelb: Özkara, Schwarz

Gelb-Rot: Hilßner (45.+2)

Zuschauer: 6179

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