Fußball: 3. Liga
Von wegen Entwarnung – Preußen nach Serienende wieder unten dabei

Münster -

Da war mehr drin für den SC Preußen. Die 0:1-Heimpleite gegen den SC Paderborn war vermeidbar. Ein Sieg hätte Münster sogar fürs Erste aus dem Gröbsten befreit. Doch einmal passte die Abwehr überhaupt nicht auf, die Schlussoffensive kam dann zu spät.

Sonntag, 11.12.2016, 17:46 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 11.12.2016, 16:35 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 11.12.2016, 17:46 Uhr
Die Entscheidung: Zlatko Dedic (rechts) überwindet Max Schulze Niehues. Nach der Partie schwor sich der SCP bereits auf Regensburg ein.
Die Entscheidung: Zlatko Dedic (rechts) überwindet Max Schulze Niehues. Nach der Partie schwor sich der SCP bereits auf Regensburg ein. Foto: Jürgen Peperhowe

Nun gut, jedem war klar, dass die Serie des SC Preußen nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag halten würde. Aber zumindest ein Punkt im Duell mit dem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, dem SC Paderborn , stand auf dem vorweihnachtlichen Adventszettel. Eine Nullnummer zum Beispiel, das eigentlich einzige Resultat, das dieser doch zähen Partie entsprochen hätte. Aber am Ende schlichen die Preußen mit einer 0:1 (0:0)-Heimniederlage vom Feld, Zlatko Dedic hatte nach 71 Minuten vor 7774 Zuschauern eine der auf beiden Seiten raren Chancen genutzt. Münsters letzter wütender Angriff war ein Pfostentreffer des eingewechselten Amaury Bischoff in der Schlussminute.

„Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wir können gegen jede Mannschaft gewinnen an einem Tag, aber es ist nicht selbstverständlich, dass das auch klappt“, meinte Trainer Benno Möhlmann , der zuletzt mit vier Siegen ohne Gegentor die Adlerträger sehr ordentlich in die Spur gebracht hatte. Und vielleicht einige Utopisten zu verwegenen Theorien angestachelt hatte, falls die Ausbeute bis Weihnachten noch gesteigert werden könnte. Möhlmann: „Träumen ist nicht verboten, aber ich habe schon vor dem Spiel auf die Realität hingewiesen. Ich bin trotz der Niederlage nicht unzufrieden. Es ist ein Spiel, das zu unserem eingeschlagenen Weg passt.“ Er wollte sagen: Das 0:1 haut die Truppe nicht um, und das kriegt sie schon hin mit dem Klassenerhalt – mehr aber auch nicht. Bleibt alle ruhig.

Die Botschaft war klar, schließlich hatten die Preußen in einem kampfbetonten und sehr intensiven Fußballspiel durchaus etwas Zählbares mitnehmen können. Hätte Münster die beste Chance nach 22 Minuten zur Führung genutzt, als Benjamin Schwarz eine tolle Flanke chilischarf von der linken Seite in den Strafraum schoss, und Michele Rizzi fast zum 1:0 abgestaubt hätte – vermutlich wären die Gastgeber als Sieger vom Platz gegangen. Und hätte die Preußen-Absicherung bei einem eigenen Freistoß nach 71 Minuten vernünftig funktioniert, dann wäre das Siegtor durch Zlatko Dedic nicht gefallen. Münsters Freistoß wird abgefangen, Torwart Lukas Kruse spielt den Ball zu Ben Zolinski, der findet den freien Raum für Dedic, und dessen Solo führt zur Führung. Stéphane Tritz hob das Abseits auf, Danilo Wiebe und Sinan Tekerci standen schlecht, Tor. Also zwei Mal musste der Konjunktiv bemüht werden, um die Erfolgsaussichten der Hausherren zu beschreiben.

Das war es dann schon mit wirklich guten Szenen, Paderborn bot jenseits der Mittellinie überschaubare Gefahr an. Münsters risikoreichere Schlussoffensive kam zu spät. Die Abwehr stand weitgehend sicher, die von Paderborn auch, also ging es um Zweikämpfe, Laufbereitschaft, Einsatzwillen. SCP gegen SCP war hartumkämpftes Nullsummenspiel. Ein Fußball-Leckerbissen sieht dann anders aus.

Aushilfsverteidiger Tekerci

Nach dem Ausfall von Jeron Al-Hazaimeh (Gelb-Sperre) war guter Rat teuer. Es gibt eigentlich mit Benjamin Schwarz nur einen zweiten Spieler im Kader, der als Linksverteidiger auflaufen kann. Doch Schwarz ist in der stabilisierten Mittelfeldzentrale aktuell nur mit Gold aufzuwiegen. Also schlug die defensive Stunde von Sinan Tekerci, eigentlich eine Offensivkraft und ein Dribbler. Die Leihgabe von Dynamo Dresden schlug sich dabei achtbar, ging richtig zur Sache, auch wenn die Offensivaktionen später weniger wurden. Ein Lob von Trainer Möhlmann gab es trotzdem: „Er hat das gut gemacht, die Sache angenommen und vor der Pause auch noch viel nach vorne gemacht. Das war sehr solide von ihm.“ Tekerci sah es ähnlich. „Ich wollte nicht zu viel riskieren und ständig nach vorne rennen. Aber insgesamt war ich mit mir zufrieden.“

...

Aber, auch das ist die Realität der Tabelle: Paderborn schließt zum SCP auf, am Samstag bei Aufsteiger Jahn Regensburg geht es schon wieder darum, dass die Preußen auf keinen Fall auf einem Abstiegsrang überwintern wollen. Da würde ein Sieg weiterhelfen, keine Frage, die Lage bleibt kritisch. Nicht nur für den SCP.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4493900?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F70831%2F4845089%2F4845090%2F
Die alte Leier: Preußen Münster spielt in Meppen wie ein Absteiger
Münsters Ole Kittner (rechts) blockt in dieser Szene Meppens Torschützen Deniz Undav ab.
Nachrichten-Ticker