Fußball: 3. Liga
Preußen schlagen Fortuna Köln und sind fast am Ziel

Münster -

Preußen Münster fehlt nicht mehr viel, bis der Klassenerhalt erreicht ist. 44 Punkte und schon elf Zähler Vorsprung auf Rang 18 sind es fünf Runden vor Schluss. Wie erhofft, gelang gegen Fortuna Köln ein großer Schritt.

Samstag, 15.04.2017, 16:04 Uhr

Die Preußen - hier Grimaldi und Kobylanski - hatten allen Grund zu jubeln.
Die Preußen - hier Grimaldi und Kobylanski - hatten allen Grund zu jubeln. Foto: Jürgen Peperhowe

Beim 4:2 (4:0) zerquetschten die Gastgeber die Rheinländer eine Halbzeit lang förmlich, ehe sie die Zügel etwas schleifen ließen.

Erstmals hat der SCP nun ein positives Torverhältnis in dieser Saison, und erstmals hat sich die Mannschaft auf Platz eins der Heimtabelle geschoben. Das 4:2 gegen die Südstädter war 45 Minuten lang ein echter Knaller für das Publikum, das sich gar nicht erinnern konnte, wann es so eine deutliche Überlegenheit an der Hammer Straße mal gegeben hatte.

Das war eine sensationelle Leistung in der ersten Halbzeit.

Michele Rizzi

Allerdings war die zweite Hälfte doch ein kleines Haar in der Suppe.„Das war eine sensationelle Leistung in der ersten Halbzeit“, sagte Michele Rizzi. „Es zeigt, dass wir in der Rückrunde eine super Entwicklung genommen haben. Den Klassenerhalt werden wir bald klar machen.“ Sein Kollege Tobias Rühle pflichtete bei: „Sorgen mache  ich mir jetzt nicht mehr. Wir haben eine gute Form.“

"Die Pause tat nicht gut"

Trainer Benno Möhlmann meinte: „Nach der überragenden ersten Hälfte tat die Pause nicht gut, wir mussten auch gegen den Wind spielen. Aber wir haben insgesamt gu zueinander gefunden.“Der Coach stellte auf zwei Positionen um. Martin Kobylanski und Sinan Tekerci begannen für Lennart Stoll und den gesperrten Sandrino Braun. Rühle rückte auf die rechte Seite, Rizzi im 4-4-2 ins angestammte Zentrum. Fast ein Jahr nach seiner schweren Verletzung (Patellasehnenriss) nahm Philipp Hoffmann erstmals wieder auf der Bank Platz.

Philipp Hoffmann auf der Bank

Er sah von der Seite einen absoluten Traumstart seiner Kollegen. Nach einer Ecke für den Gast konterten diese perfekt über Tekerci, Adriano Grimaldi und Jeron Al-Hazaimeh , der den perfekten Steilpass seines Kapitäns aufnahm, allein auf den Ex-Preußen André Poggenborg im Fortunen-Tor zulief, diesen aussteigen ließ und locker einschob! Das alles in der zweiten Minute, was für ein Beginn. Für den Linksverteidiger war es der dritte Treffer im dritten aufeinander folgenden Heimspiel. Auch das ist aller Ehren wert.

Preußen Münster gegen Fortuna Köln

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  • Preußen-Trainer Benno Möhlmann hatte von Spielbeginn an Grund zur Freude.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle im Zweikampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einer der Preußen-Torschützen war Sinan Tekerci.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers setzt sich im Zweikampf durch.

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  • Grimaldi und Kobylanski freuen sich über ein Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rizzi verschoss den Elfmeter gegen Andre Poggenborg

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  • Möhlmann mit Warschewski.

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  • Warschewski am Ball.

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  • Möhlmann

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  • Kobylanski und Müller arbeiten Hand in Hand

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  • Schulze Niehues pariert

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  • Die Partie sorgte bei Fortuna-Trainer Uwe Koschinat für Kopfzerbrechen.

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  • Möhlmann mit Norbert Bußmann

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  • Uwe Koschinat zeigte sich wenig zufrieden.

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  • Fortuna-Torwart Poggenborg hatte ein schwieriges Spiel.

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  • Applaus von Preußen-Präsident Strässer

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  • Schiedsrichter Henry Müller mit Tritz und Rizzi

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  • Benno Möhlmann mit Schwarz

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  • Benno Möhlmann hätte den Abpfiff wohl am liebsten vorgezogen

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  • Torjubel von Grimaldi

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  • Kittner gegen Daniel Flottmann

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  • Kobylanski gegen Markus Pazurek

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  • Schwarz gegen Christopher Theisen

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  • Ein emotionales Spiel für Möhlmann

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  • Grimaldi jubelt gemeinsam mit Team-Kollegen

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  • Kobylanski gegen Markus Pazurek

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  • Torjubel Al-Hazaimeh - die Gegenspieler waren wenig erfreut

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  • Torjubel von Al-Hazaimeh und Team-Kollegen

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  • Kittner gegen Kusi Kwame

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  • Freude über den Erfolg

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  • Grimaldi und Kobylanski jubeln

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Gastgeber wirkten wirklich hellwach, beschäftigten den Gegner, dem sie anfangs oft den Ball überließen, um dann überfallartig nach vorne zu spielen. Wie beim 2:0 (12.): Stéphane Tritz gewann hinten rechts den Zweikampf, leitete weiter auf Rühle, dessen herrlicher Steilpass Grimaldi erreichte. Der Angreifer wirkte fast etwas überrascht vom Freiraum, drohte die Chance schon zu verdaddeln. Doch irgendwie löffelte er den Ball im Fallen doch noch, glücklich oder nicht, über Poggenborg ins lange Eck. Ein krummes Ding, doch auch das hatte Klasse.

Gastgeber wirkte hellwach

Dem Mittelstürmer wäre beinahe sogar das dritte Tor gelungen, doch da zimmerte er den Ball im Sechzehner weit vorbei (20.). Auch Rühle bot sich nach Rizzis Freistoß per Kopf eine gute Möglichkeit, die Poggenborg parierte (22.). Spätestens Tekerci hätte treffen müssen, doch als der Keeper nach Al-Hazaimehs Hereingabe schon geschlagen war, klärte Daniel Flottmann den Abstauber auf der Linie (23.). Die Kölner Abwehr war heillos überfordert  mit allem. So überlegen hatte der SCP schon ewig nicht mehr gespielt. Tekerci legte dann noch einen drauf, nach Grimaldis klugem Anspiel ließ er sich die Zeit, um mit dem starken linken Fuß abzuschließen - 3:0 (30.). Rühle (31.), der an Poggenborg scheiterte, und Lion Schweers per Kopf (32.) besaßen weitere Gelegenheiten. Was für ein Klassenunterschied!

Elfmeter verschossen

Als wäre das alles noch nicht genug gewesen, zog Al-Hazaimeh  links noch mal den Turbo an, überlief Flottmann und die ganzen anderen - und setzte den Lupfer über Poggenborg an die Unterkante der Latte. Kein Problem, Grimaldi war ja mitgelaufen und drückte den Ball aus wenigen Zentimetern über die Linie zum 4:0 (39.).

Preußen Münster - Fortuna Köln: die Einzelkritik

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  • Preußen Münster - Fortuna Köln: die Einzelkritik Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues - Note 3

     

    Hatte wenig zu tun, beim Elfmeter zum 2:4 rutscht ihm der Ball unter dem Körper durch - Pech für ihn.

     

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stephane Tritz - Note 2,5

    Nahezu fehlerfrei in der Defensive, gewann viele Zweikämpfe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers - Note 3

    Lieferte solide Arbeit in der Verteidigung ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner - Note 3

    Hatte lange Zeit wenig zu tun, löste unaufgeregt die meisten Dinge, allerdings unglücklich beim Elfmeter, der zum 2:4 führte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh - Note 2

    Wird immer stärker, erzielte im dritten Heimspiel in Folge erneut ein Tor. War vor der Pause kaum zu stoppen.

     

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle - Note 2,5

    Unberechenbar für die Fortunen-Abwehr vor der Pause, sorgte für viel Chaos und Aufregung bei den Gästen. Ihm blieb aber ein Torerfolg trotz bester Chancen verwehrt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi - Note 2,5

    Löste in der Mittelfeldzentrale alle Aufgaben sehr ordentlich, auch mit guten Standards und Pässen. Allerdings wirkte Rizzi etwas orientierungslos beim 1:4.

     

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz - Note 3

    Rackerte, arbeitete, räumte auf. Das war das, was man von Schwarz in der Regel erwartet und geliefert bekommt.

     

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sinan Tekerci - Note 2

    Zauberte den Ball beim 3:0 ins Tor. In der ersten Stunde nicht zu halten, baute aber dann deutlich ab.

     

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski - Note 3,5

    Fiel als einziger Preußen nicht besonders auf, bemühte sich, mehr aber auch nicht

     

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Adriano Grimaldi - Note 1

    War einfach eine Eins in dieser Partie. Stellte die Kölner vor unlösbare Aufgaben, traf zwei Mal, bereitete zwei Treffer vor, gewann unfassbar viele Zweikämpfe und Kopfballduelle. In dieser Verfassung ist Grimaldi Gold wert für die Preußen.

     

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Tobias Warschewski - keine Note

    Kam für Grimaldi nach gut einer Stunde, als der SCP mehr oder weniger das Fußballspielen eingestellt hatte und das Ergebnis verwaltete. Ihm boten sich kaum Möglichkeiten, seine Stärken zu zeigen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Christian Müller - keine Note

    War in den letzten zehn Minuten auf dem Feld, als der SCP die Sache bei einer 4:2-Führung nur noch nach Haus schaukeln wollte.

    Foto: Jürgen Peperhowe

So konnte sich kurz vor der Pause Rizzi sogar den Luxus erlauben, einen Elfmeter zu verschießen. Poggenborg tauchte in die richtige Ecke, zuvor hatte Flottmann eine Flanke von Al-Hazaimeh mit dem Arm gestoppt (44.). Ach ja, wenig später bot sich Ole Kittner sogar noch eine Kopfball-Chance (45.). Strafraumszenen am laufenden Band. Aber nur auf einer Seite.

Wechsel zur Pause

Zur Pause wechselte der Gast zwei Mal. Einer der Neuen, Kai Bösing, hatte mit einem Kopfball auch die allererste Tormöglichkeit der Fortuna (48.), Schlussmann Max Schulze Niehues war da. Auch Cimo Röcker, der zweite Joker, durfte sich aus der Distanz versuchen (51.). Doch dann ging alles wieder in die gewohnte Richtung. Rühles Abschluss nach Tekercis Vorarbeit kratzte Ebewa-Yam Mimbala von der Linie (53.).

Ruhiger zweiter Durchgang

Es war letztlich fast zu erwarten, dass sich im zweiten Durchgang die Dinge etwas beruhigen würden. Münster tat noch das Nötigste, Köln war um Schadensbegrenzung bemüht. Markus Pazurek gelang die auch mit seinem Distanzschuss zum 4:1 (63.), der oben rechts einschlug aus Torwart-Sicht. Spannung brachte die Ergebniskosmetik aber nicht mehr. Dafür agierten die Preußen einfach zu abgeklärt. Selbst, als Kittner gegen Röcker einen Foulelfmeter verursachte, der allgemein strittig war und den Hamdi Dahmani mit ganz viel Glück gegen Schulze Niehues verwandelte (79.), sah das nicht nach einer Aufholjagd aus. Die beiden Gegentreffer waren, auch in ihrer Entstehung, eher Schönheitsfehler. Dem Jubel der Hausherren nach dem Abpfiff taten sie keinen Abbruch. Am Ende gab es auf der Gegengerade sogar Sprechchöre „Benno Möhlmann“.

Re-Live

Der Spielverlauf zum nachlesen

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