Fußball: 3. Liga
Braunschweigs Sauerland geht „Heimspiel“ gegen Preußen durch die Lappen

Münster -

Natürlich hatte sich der Münsteraner David Sauerland auf eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte gefreut. Und natürlich wird der Außenverteidiger von Eintracht Braunschweig am Montag beim Gastspiel an der Hammer Straße auch vor Ort sein. Nur spielen darf er gegen den SC Preußen nicht.

Donnerstag, 22.11.2018, 15:26 Uhr aktualisiert: 22.11.2018, 23:11 Uhr
David Sauerland hat sich bei Eintracht Braunschweig einen Stammplatz erkämpft. Für die Mannschaft läuft es allerdings noch nicht.
David Sauerland hat sich bei Eintracht Braunschweig einen Stammplatz erkämpft. Für die Mannschaft läuft es allerdings noch nicht. Foto: imago

Blöder hätte es vor zwei Wochen ja gar nicht laufen können für David Sauerland. Bei der bitteren 0:2-Niederlage des Tabellenletzten Eintracht Braunschweig gegen den KFC Uerdingen leistete sich der Außenverteidiger der Löwen einen kurzen Blackout und schubste den Krefelder Tanju Öztürk leicht. Referee Tobias Fritsch kannte keine Gnade und hielt ihm sofort die Rote Karte unter die Nase. Was die bedeutet, wurde Sauerland schlagartig klar. Der gebürtige Münsteraner wird ausgerechnet am Montag im Gastspiel bei seinem Ex-Club SC Preußen (19 Uhr) fehlen.

Trotzdem suchte er die Schuld gar nicht erst beim Schiedsrichter oder beim theatralisch zu Boden sinkenden Uerdinger. „Er hat so entschieden, es war doof von mir. Auch aus der Emotion heraus darf ich so nicht handeln. Der Gegner nimmt die Einladung natürlich an.“ UnUmstritten war der Platzverweis nicht, das DFB-Sportgericht belegte diese These mit der Mindestsperre von einer Partie. Die aber muss der 21-Jährige nun an alter Wirkungsstätte absitzen. „Ich werde auf jeden Fall auf der Tribüne sein, vielleicht bei meiner Familie, vielleicht in der Eintracht-Delegation“, sagt er. Der Gievenbecker wechselte 2013 aus der SCP-Jugend in die U 17 von Borussia Dortmund, blieb aber in der Heimat wohnen. Erst in diesem Sommer, als es ihn aus dem Regionalliga-Team des BVB nach Braunschweig zog, verließ er auch seinen Wohnort. „Wenn wir zwei freie Tage haben, bin ich immer hier. Aber natürlich ist das echt selten, vielleicht einmal im Monat“, sagt er.

Die zweieinhalb Stunden Autofahrt nimmt Sauerland also nur ab und an auf sich. Die Konzentration gilt dem Kampf um den Klassenerhalt. Persönlich ist er mit elf Startelf-Einsätzen in der 3. Liga zwar zufrieden, doch insgesamt läuft es beim Schlusslicht mies. „Wir hatten im Sommer den großen Umbruch, das komplette Team war neu. Anfangs hat das alles Zeit gebraucht, aber jetzt sollten wir nicht mehr über Zeit sprechen.“ Der Zweitliga-Absteiger ist nach 15 Spieltagen schon wieder Letzter mit sieben Punkten Rückstand aufs rettende Ufer. „Ich bin mir aber sicher, dass wir da rauskommen“, sagt der Rechtsfuß.

8500 Zuschauer erwartet

Bisher bestritten die Preußen ein Montagsspiel in dieser Saison. Gegen die SF Lotte kamen 9242 Besucher an die Hammer Straße. Samstags gegen Traditionsclub TSV 1860 München waren es 12 532. Bei den beiden bestfrequentierten Heimspielen dieser Saison war die Witterung allerdings wesentlich besser als für (19 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig vorausgesagt. Viel Schutz bietet das Stadion ja nicht. Bis Donnerstagmittag waren 4700 Tickets (darunter fast alle Sitzplätze) abgesetzt. Erwartet werden etwa 8500 Zuschauer.

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„Den nächsten Schritt“ wollte Sauerland im Sommer machen, höher als viertklassig spielen. In Dortmund war der Weg zu den Profis, mit denen er oft trainierte, zu weit. „Jeder Junge, der zum BVB kommt, träumt davon“, sagt er. „Ich hatte dort auch eine super Zeit. Aber ich bin schon bodenständig und weiß, dass es im Leben auch andere Sachen als Fußball gibt, Gesundheit zum Beispiel. Trotzdem will ich so weit es geht kommen.“ Die Konzentration gilt aktuell allein der Karriere. „Noch mache ich mir über die Zeit danach nicht viele Gedanken.“

Sein ein Jahr älterer Kumpel Lennart Stoll, bis zum Sommer im Preußen-Kader, hat auch aus Studiengründen (Medizin) die Regional- der 3. Liga vorgezogen und spielt nun beim SSV Ulm. Zum Abschied empfahl er noch schnell seinen Freund als seinen Nachfolger hinten rechts. Daraus wurde aber nichts. „Ich glaube, der Verein hat sich nicht mit mir beschäftigt“, sagt Sauerland. „Aber irgendwann mal, warum nicht?“ Schließlich sei die Stadt Münster eine große Liebe, Stadionbesuche gönnte er sich schon in der Vergangenheit oft. Und auch aus dem aktuellen Aufgebot kennt der Flügelspieler einige Akteure gut. „Über Lennart“, wie er sagt. „Aber eher privat als sportlich.“ Ole Kittner und Tobias Warschewski etwa, oder Moritz Heinrich, mit dem er in der deutschen U 18 spielte.

Schüller neu im KGaA-Aufsichtsrat

Die Kapitalgesellschaft des SCP hat ihren Aufsichtsrat um den Finanz- und Unternehmensexperten Prof. Dr. Stephan Schüller aus Hamburg ergänzt. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der SVS Management GmbH und war bis März 2018 der Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter des Bankhaus Lampe, das auch in Münster eine Niederlassung unterhält. Zudem ist der 66-Jährige Lehrbeauftragter der Uni Duisburg-Essen und der Mercator School of Management. Er hat an der Uni Münster studiert und promoviert.

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Am Montag erwartet er ein enges Spiel. „Preußen spielt eine super Rolle, hat ein gutes Team. Aber ich bin mir sicher, dass unsere Jungs es Münster nicht leicht machen werden. Zu punkten wäre sehr wichtig in unserer Situation.“ Im Rückspiel Ende April will Sauerland dann aber selbst gern wieder mitmischen. Im Griff dürfte er sich künftig haben.

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