Fußball: 3. Liga
Keine Späße bei den Preußen – nur „volle Lotte“

Münster -

Wenn Preußen Münster auf die Sportfreunde Lotte trifft, ist das für die Fans des Adlerclubs kein Derby. Eine gewisse Verbindung zwischen dem Bundesliga-Gründungsmitglied und dem Dorfverein lässt sich aber nicht abstreiten. Am Montagabend gibt’s die nächste Auflage.

Sonntag, 10.02.2019, 15:04 Uhr aktualisiert: 10.02.2019, 16:12 Uhr
Hatte gegen Kaiserslautern Grund zum Jubel: Kevin Rodrigues Pires (von links), Torschütze Cyrill Akono und der wiedererstarkte Innenverteidiger Simon Scherder.
Hatte gegen Kaiserslautern Grund zum Jubel: Kevin Rodrigues Pires (von links), Torschütze Cyrill Akono und der wiedererstarkte Innenverteidiger Simon Scherder. Foto: Jürgen Peperhowe

Kevin Rodrigues Pires kennt das mit den Sportfreunden Lotte. Drei Saisons hat er für den Club gespielt, die großen Erfolge im DFB-Pokal miterlebt, auch die Regionalliga-Meisterschaft und den Drittliga-Aufstieg. Im Sommer veränderte er sich nach Münster, 50 Kilometer weiter südlich, die Preußen wollten ihn unbedingt für das zentrale Mittelfeld. Immer noch pflegt der Linksfuß gute Kontakte nach Lotte. Am Montag (19 Uhr) ist die erstmalige Rückkehr für ihn dann auch ein besonderes Spiel.

„Es wird um Kampf gehen, Lotte kann eklig spielen“, sagt einer, der gleiches von sich im Zweikampfverhalten sagt. Rodrigues Pires schenkt sich und dem Gegner nichts, mit neun Verwarnungen wandelt er auf dünnem Eis, die nächste Gelbe Karte wird zu einer Sperre führen – fünf Tage nach dem Lotte-Spiel steht das große, unverrückbare Derby gegen den VfL Osnabrück auf dem Programm. In Münster. Rodrigues Pires versucht das zu verdrängen. Nur an das nächste Spiel denken, alles gegen Lotte in die Waagschale werfen. „Wir wollen auch spielerische Akzente setzen, guten Fußball zeigen.“

Video-Interviews mit SC Preußen Münsters Mittelfeldspieler Rodrigues Pires

Wiedersehen der Trainerkollegen

Preußen-Coach Marco Antwerpen trifft an der Seitenlinie auch auf einen alten Bekannten. Mit Lottes Übungsleiter Nils Drube teilte er das Zimmer bei der Ausbildung zum Fußballlehrer. „Das war spaßig“, blickt er zurück. Die beiden verstehen sich gut, der Kontakt ist aber weniger geworden, zumal beide jetzt auch Kontrahent sind. Spaßig wird das also nicht, nicht auf dem Spielfeld, nicht am Seitenrand, nicht auf den Rängen.

Die sollen im Übrigen alles andere als „pickpackevoll“ sein. Es wird nur mit rund 2500 Zuschauern gerechnet, 600 bis 700 Preußen-Anhänger werden erwartet.

Personelle Überraschungen?

Beim SCP hat sich die personelle Lage entspannt. Natürlich spricht viel dafür, die siegreiche Elf vom Heimsieg gegen Kaiserslautern (2:0) aufs Feld zu schicken. Für René Klingenburg, den Tausendsassa im Mittelfeld, kommt ein Einsatz wohl noch zu früh. Antwerpen ist zudem bekannt dafür, mit der einen oder anderen personellen Überraschung aufzuwarten. Aber Ole Kittner, Simon Scherder, Philipp Hoffmann und Rufat Dadashov haben ihre grippalen Infekte auskuriert.

Preußen-Coach Marco Antwerpen im Video-Interview

Auch Keeper Max Schulze Niehues, den zuletzt Oberschenkelprobleme ausbremsten, steht bereit. „Ich erwarte Lotte defensiv, es ist ein eingespieltes System. Seit Nils dort ist, macht die Mannschaft das gut“, verneigt sich Antwerpen ein wenig. Der SCP wird aber dennoch offensiv auftreten – „volle Lotte“ auf beiden Seiten garantiert. Wieso auch nicht?

SCP: Schulze Niehues – Kittner, Braun, Schweers – Menig, Rodrigues Pires, Kobylanski, Heidemann – Dadashov – Hoffmann, Akono

► Tobias Warschewski, der zuletzt eine schwere Zeit erlebte und unter anderem wegen diverser Krankheiten einige Wochen aussetzen musste, soll in der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

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