Fußball: 3. Liga
Mitspielen oder verschanzen? – Preußen Münster gastiert beim SV Wehen

Münster -

Was ist die richtige Taktik? Was ist überhaupt sinnvoll, wenn man in der Tabelle mehr gen Niemandsland tendiert als auf Tuchfühlung mit den Verfolgern der Spitzenteams zu bleiben? Preußen Münster will beim Gastspiel in Wiesbaden eine Antwort darauf finden.

Freitag, 15.03.2019, 18:10 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 18:21 Uhr
Auf die Zweikampfstärke von Fabian Menig (o.) wird es in Wiesbaden besonders ankommen.
Auf die Zweikampfstärke von Fabian Menig (o.) wird es in Wiesbaden besonders ankommen. Foto: Jürgen Peperhowe

„Ankämpfen gegen innere Widerstände“ – so hieß vor Saisonbeginn ein Themenschwerpunkt, den das Trainerteam des SC Preußen mit seinen Spielern durchging. „Wie verhalte ich mich, wenn Dinge schieflaufen?“ Wenn Schiedsrichter unglückliche Entscheidungen treffen, wenn es zu einem Rückstand kommt, wenn die gegnerischen Fans Einfluss nehmen oder sogar die eigenen pfeifen? Lange Zeit wussten Münsters Kicker auf solche Unwägbarkeiten immer eine Antwort, zumindest in der Hinrunde war das oft der Fall. Nun, nach zwei schmerzhaften Niederlagen hintereinander, wäre der Zeitpunkt gekommen, sich der vermittelten Ratschläge zu erinnern.

Chefcoach Marco Antwerpen trennt zwar das 0:3 in Cottbus („nicht in Ordnung“) strikt vom 0:1 zu Hause gegen Rostock („sehr wohl okay“), gleichwohl erwartet er eine klare Reaktion der Profis: „Unsere Führungsspieler sind jetzt gefordert. Aber alle anderen auch, sie müssen die Situation als Herausforderung begreifen.“ Allzu oft, ja fast immer, bedeutete ein Rückstand auch eine Niederlage für den SCP. „Eine Saison verläuft nie stromlinienförmig. Es gibt solche Phasen“, sagt der Trainer. „Aber wir haben englische Woche und bisher noch nichts geholt.“

Änderungen in den Abläufen

Zwingend rechnen darf auch am Samstag beim SV Wehen Wiesbaden (14 Uhr) niemand mit einem Sieg der Adler. Aber der Mittwoch zeigte ja, dass auch Außenseiter bei Aufstiegskandidaten gewinnen können (Aalen in Karlsruhe, Cottbus in Halle). Antwerpen, der mit dem Kader Freitagmittag per Bus Richtung Hessen aufbrach, hat sich Änderungen in den Abläufen ausgedacht. Früheres Aufstehen, früheres Frühstück, andere Aktivierungsmaßnahmen. „Wir drehen an vielen Schräubchen“, sagt er.

SC Preußen Münster: Trainer möchte die Enttäuschung aus den Köpfen

Das Wichtigste bleibt die Vorstellung auf dem Rasen. Antwerpen: „Wir müssen gut auf den Gegner eingestellt sein. Qualitativ erwartet uns eine der stärksten Mannschaften der Liga, die sich im Winter noch einmal richtig verstärkt hat.“ Da kamen die höherklassig erprobten Gökhan Gül, Florian Hansch und Agyemang Diawusie nach Wiesbaden.

Ausfälle bringen die Preußen in die Bredouille

Der naheliegende Schritt gegen den besten Angriff der Liga (51 Tore) wäre es also, sich tief zu staffeln und aufs Verteidigen zu beschränken. Antwerpen allerdings fremdelt damit. „Damit haben wir ja nicht so gute Erfahrungen gemacht. Wir müssen im aktiven Modus bleiben. Stehen wir hinten drin, neigen wir dazu, sehr passiv zu werden. Doch es zählt jeder Zweikampf.“

Mitspielen und riskieren, gegen diese Sturmreihe ins offene Messer zu laufen? Auch schwer vorstellbar. Ein Mix muss her, der die Offensive nicht vernachlässigt. Nur in zwei der jüngsten elf Partien erzielte Münster überhaupt ein Tor.

Der Gegner im Check: SV Wehen Wiesbaden

Ausgangslage: Der Wochenspieltag lief nach dem Geschmack der Hessen. Osnabrück, Karlsruhe und Halle ließen Punkte, sie selbst gewannen in Großaspach, liegen als Vierter wieder in Schlagweite zu den Aufstiegsrängen und haben ein Sechs-Punkte-Polster auf den Fünften.

Personal: Alf Mintzel sitzt seine Rotsperre ab, Pa­trick Schönfeld ist noch verletzt. Ansonsten steht der gesamte Premiumkader zur Verfügung, aus dem Daniel-Kofi Kyereh mit zwölf Saisontreffern herausragt. Aber auch Manuel Schäffler, der Torschützenkönig der Vorsaison, war schon wieder zehnfach erfolgreich.

Trainer: Mit Rüdiger Rehm kam der Erfolg zurück nach Wiesbaden. Als er im Fe­bruar 2017 übernahm, steckte das Team im Abstiegskampf. Der 40-Jährige rettete das Team und kämpft nun zum zweiten Mal in Serie um den Aufstieg. Seine Bilanz: 145 Punkte in 88 Spielen.

Kuriosum: Obwohl der SVWW erneut um den Aufstieg mitspielt, bleibt der Zuschauerzuspruch gering. In diesem ersten Drittliga-Jahr ohne zweite Mannschaft ist der Verein sogar das Schlusslicht in der Zuschauerwertung – Schnitt 2492 Besucher.

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Taktisch bleiben also einige Fragen offen, personell ohnehin. Die Ausfälle von René Klingenburg und Kevin Rodrigues Pires bringt die Preußen in die Bredouille.


SCP: Schulze Niehues – Menig, Schweers, Kittner, Heidemann – Braun, Scherder – Hoffmann, Kobylanski, Cueto – Akono

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