Fußball: 3. Liga
Wechsel fix – So machte sich Klingenburg bei Preußen für Dynamo interessant

Münster -

René Klingenburg hat Klarheit geschaffen. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler von Preußen Münster unterschrieb beim Zweitligisten Dynamo Dresden einen Dreijahresvertrag. Sein Ziel dürfte in der Zukunft die 1. Bundesliga sein.

Montag, 27.05.2019, 10:56 Uhr aktualisiert: 28.05.2019, 10:16 Uhr
René Klingenburg (r.)
René Klingenburg (r.) Foto: Jürgen Peperhowe

Die Frage war nicht mehr, ob er den SC Preußen verlässt. Die Frage war nur noch, wohin er geht: René Klingenburg . Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler hat sich entschieden, er wird in der kommenden Saison für den Zweitligisten Dynamo Dresden spielen. Nicht nur das, er plant die nächsten drei Spielzeiten bis 2022 bei den ambitionierten Sachsen.

Comeback dank Preußen 

Der SCP, sein Sprungbrett, hatte bis zuletzt versucht, „Klinge“ vom Verbleib in Münster zu überzeugen. Das Angebot der Preußen ging an die finanzielle Schmerzgrenze des Drittligisten, es war ein aussichtsloses Buhlen. In Dresden kann und wird wirtschaftlich in anderen Dimension gedacht und gearbeitet, die Preußen waren chancenlos und wären es gegen jedes Zweitliga-Angebot gewesen.

„Ich will den nächsten Schritt machen“, hatte Klingenburg bereits frühzeitig in der Saison erklärt, er besaß einen Einjahresvertrag, somit wird der SC Preußen auch keine Ablösesumme erzielen. Nur ein Aufstieg der Preußen hätte eine Weiterverpflichtung eines der besten Mittelfeldspieler der abgelaufenen Drittliga-Saison noch möglich machen können. Er fügte in jedem Interview an: „Ich weiß, was ich den Preußen, was ich meiner Zeit in Münster zu verdanken habe.“ Und meint damit, noch einmal eine Chance im Profifußball erhalten zu haben, ein sportliches Comeback.

Saisonrückblick Preußen Münster 2018/2019

1/38
  • 1. Spieltag: Fortuna Köln - Preußen Münster 4:1

    Die Saison beginnt mit einem Auswärtssieg im Kölner Südstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 2. Spieltag: Preußen Münster - Carl Zeiss Jena 1:2

    Das erste Heimspiel der Saison endet mit der ersten Niederlage.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Preußen Münster 1:2

    Martin Kobylanski erzielt den Siegtreffer mit einem direkten Freistoß in der Nachspielzeit. Die Mannschaft lässt sich von den Fans auf dem Betzenberg feiern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 4. Spieltag: Preußen Münster - Sportfreunde Lotte 1:0

    Das Feiern geht weiter. Die Preußen erklimmen durch den dritten Sieg im vierten Spiel die Tabellenspitze.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 5. Spieltag: VfL Osnabrück - Preußen Münster 3:0

    Die Preußen zeigen eine starke Leistung in der Anfangsphase des Derbys, müssen aber die Tabellenführung nach der Niederlage an der Bremer Brücke abgeben.

    Foto: Mareike Stratmann
  • 6. Spieltag: Preußen Münster - KFC Uerdingen 0:1

    Gegen die Krefelder verliert der SCP ein knappes Spiel und muss die dritte Saisonniederlage hinnehmen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 7. Spieltag: VfR Aalen - Preußen Münster 4:1

    Die dritte Niederlage in Folge. Schwache Preußen verlieren auf der Ostalb.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 8. Spieltag: Preußen Münster - Energie Cottbus 3:0

    Heimsieg: Kobylanski trifft zum zwischenzeitlichen 2:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 9. Spieltag: Hansa Rostock - Preußen Münster 1:4

    Der nächste Sieg. Rufat Dadashov erzielt einen Dreierpack im Ostseestadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 10. Spieltag: Preußen Münster - Wehen Wiesbaden 3:0

    Eine gute Leistung im Preußenstadion wird durch den dritten Sieg in Folge gekrönt. Es ist der Abschluss einer perfekten englischen Woche.

    Foto: Sebastian Sanders
  • 11. Spieltag: SpVgg. Unterhaching - Preußen Münster 1:1

    Der SCP läuft dem Rückstand lange hinterher, ehe Fabian Menig zehn Minuten vor Abpfiff trifft und den Adlerträgern einen Punkt sichert.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • 12. Spieltag: Preußen Münster - Würzburger Kickers 1:0

    Der nächste Sieg an der Hammer Straße. Siegtorschütze Kobylanski lässt sich von den Fans feiern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 13. Spieltag: SV Meppen - Preußen Münster 1:2

    Der Sieg in Meppen bringt die Adlerträger auf den zweiten Tabellenplatz. Rühle und Klingenburg erzielten die Treffer der Münsteraner.

    Foto: Sebastian Sanders
  • 14. Spieltag: Preußen Münster - 1860 München 0:0

    Beim Wiedersehen mit Adriano Grimaldi fallen keine Tore. Für den SCP ist es das siebte Spiel ohne Niederlage in Serie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 15. Spieltag:  Sonnenhof Großaspach - Preußen Münster 3:1

    Die Serie reißt im achten Spiel. Preußen verliert, bleibt aber auf dem zweiten Rang.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 16. Spieltag: Preußen Münster - Eintracht Braunschweig 3:0

    Die Adlerträger schlagen das Schlusslicht aus Niedersachsen. Spieler des Spiels ist Kobylanski -  er trifft dreifach und beschert den Preußen drei Punkte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 17. Spieltag: Preußen Münster - Hallescher FC 1:2

    Ideenlose Preußen rennen einem zwei-Tore-Rückstand hinterher. Warschewskis Anschlusstreffer kann die Niederlage nicht verhindern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 18. Spieltag: Karlsruher SC - Preußen Münster 5:0

    Schiedsrichter Sven Jablonski stellt Preußens Ole Kittner noch vor der Pause vom Platz. In Unterzahl kommen die Preußen dann beim KSC unter die Räder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 19. Spieltag: Preußen Münster - FSV Zwickau 0:2

    Der SCP verliert das letzte Spiel der Hinrunde mit 0:2 und muss die dritte Pleite in Serie hinnehmen. Preußen beendet die Hinserie trotzdem auf dem sechsten Tabellenplatz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 20. Spieltag: Preußen Münster - Fortuna Köln 0:2

    Auch im letzten Spiel vor der Winterpause müssen sich die Preußen geschlagen geben.

    Es ist das dritte Spiel ohne Torerfolg nacheinander.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 21. Spieltag: Carl Zeiss Jena - Preußen Münster 0:0

    Auch nach der Pause kommen die Adlerträger nicht zu einem Torerfolg. In Jena bedankt sich die Mannschaft nach dem torlosen Remis bei den mitgereisten Fans.

    Foto: Sebastian Sanders
  • 22. Spieltag: Preußen Münster - 1. FC Kaiserslautern 2:0

    Heidemann und Akono beenden die Durststrecke vom SCP und führen die Münsteraner zum Heimerfolg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 23. Spieltag: Sportfreunde Lotte - Preußen Münster 1:0

    Die Preußen verlieren das Derby im nördlichen Münsterland und verlassen den Platz erneut ohne eigenen Treffer.

    Foto: Peperhowe, Mrugalla, Diederich
  • 24. Spieltag: Preußen Münster - VfL Osnabrück 0:0

    Die Latte und ein starker Maximilian Schulze-Niehues verhindern einen Treffer des Tabellenführers im Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 25. Spieltag: KFC Uerdingen - Preußen Münster 0:0

    Wieder kein Vorbeikommen an Schulze-Niehues. Dennoch schießen die Preußen wieder keinen eigenen Treffer und kommen nicht über ein torloses Remis hinaus. In den letzten acht Spielen konnte der SCP nur zwei Treffer erzielen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 26. Spieltag: Preußen Münster - VfR Aalen 4:0

    Torflaute beendet. Mit vier Treffern schießen die Preußen das Schlusslicht auf die Heimreise.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 27. Spieltag: Energie Cottbus - Preußen Münster 3:0

    Gegen die Lausitzer gerät der SCP schon vor der Halbzeit mit 0:3 in Rückstand. Nach einem Platzverweis für Sandrino Braun müssen die Preußen die Partie mit zehn Spielern beenden.

    Foto: Steffen Beyer
  • 28. Spieltag:  Preußen Münster - Hansa Rostock 0:1

    Lange sah es aus, als würde keine Mannschaft ein Tor erzielen können, doch Marcel Hilßner trifft in der 87. Minute für die Gäste und entführt mit seinem Team drei Zähler aus dem Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 29. Spieltag: Wehen Wiesbaden - Preußen Münster 2:0

    Wieder kann der SCP kein Tor erzielen - das dritte Mal in Folge. Die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen verliert in Wiesbaden und geht mit null Punkten aus der englischen Woche.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 30. Spieltag: Preußen Münster - SpVgg Unterhaching 3:0

    Die Adlerträger treffen früh durch Klingenburg zur Führung. Der Heimsieg wird durch die Tore von Hoffmann und Scherder noch deutlicher.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 31. Spieltag: Würzburger Kickers - Preußen Münster 3:2

    Trotz zweier Auswärtstore durch Akono und Kobylanski gelingt es den Preußen nicht, Punkte aus Würzburg mitzunehmen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 32. Spieltag: Preußen Münster - SV Meppen 1:1

    Gegen die Emsländer trifft Klingenburg zur frühen Führung der Preußen. Gereicht hat es trotzdem nur für eine Punkteteilung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 33. Spieltag: 1860 München - Preußen Münster 0:1

    Im Stadion an der Grünwalder Straße gewinnen die Adlerträger durch das Tor von Rufat Dadashov. Die Mannschaft lässt sich nach dem Spiel von über 1200 mitgereisten Münsteranern feiern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 34. Spieltag: Preußen Münster - Sonnenhof Großaspach 1:0

    Für die Preußen reicht erneut ein Treffer zum Sieg. Das Tor des Tages erzielt Cyrill Akono.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 35. Spieltag: Eintracht Braunschweig - Preußen Münster 3:3

    Die Münsteraner führen mit 2:0 und 3:1 in Braunschweig, kassieren aber in der Nachspielzeit den Ausgleich durch Julius Düker.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 36. Spieltag: Hallescher FC - Preußen Münster 1:2

    Die Preußen gewinnen in Sachsen-Anhalt und verringern die Aufstiegschancen der Hallenser.

    Foto: Sebastian Sanders
  • 37. Spieltag: Preußen Münster - Karlsruher SC 1:4

    Die Preußen verlieren auch das Rückspiel gegen den KSC deutlich und verabschieden sich mit einer Niederlage von den eigenen Fans. Der KSC hingegen feiert im Preußenstadion den direkten Aufstieg in die 2.Bundesliga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 38. Spieltag: FSV Zwickau - Preußen Münster 2:0

    Das letzte Saisonspiel verlieren die Preußen in Sachsen mit 2:0. Die Adlerträger beenden die Saison auf dem 8. Rang. Es war zugleich das letzte Spiel von Preußentrainer Marco Antwerpen.

    Foto: Gabor Krieg

Schwierige Jahre nach Junioren-Zeit

Vor sieben Jahren gehörte er der Schalker Klasse von 2012 an, einem goldenen Jahrgang des Bundesligisten in der A-Junioren-Bundesliga. Schalke wurde Deutscher Meister der A-Junioren, im Erkenschwicker Stimbergstadion vor 13 000 Zuschauern wurde Bayern München mit 2:1 bezwungen, Klingenburg traf zum 1:1. Prominente Mitstreiter unter der Regie von Trainer Norbert Elgert? Max Meyer, Nationalspieler a.D. bei Crystal Palace, oder Kaan Ayhan von Fortuna Düsseldorf und Sead Kolasinac von Arsenal London. Sie schafften den großen Sprung.

Klingenburgs Karriere ging dagegen nicht wie erwartet durch die Decke. Schalkes Zweitvertretung, Viktoria Köln und RW Ahlen waren seine nächsten Stationen. Ein längerfristiges Engagement in Australien klappte nicht, er galt als schwierig, nicht kompatibel für ein Team. Wäre da nicht der SCP gekommen, vielleicht gäbe es heute nur noch den Fitnesstrainer Klingenburg, der in seiner Freizeit für irgendeinen Oberligisten im Großraum Gelsenkirchen larifari spielen würde. Er wäre damit unter seinen Fähigkeiten, hinter seinem Talent geblieben.

Zurück ins Rampenlicht gekämpft

Aber Klingenburg, als „enfant terrible“ kategorisiert, nutzte seine vielleicht letzte Chance. Auf gewisse Art und Weise kämpfte er sich ins Rampenlicht zurück. Nach der Hinserie bewertete ihn das Fachblatt „Kicker“ schon als besten Mittelfeldspieler der 3. Liga. Auch in der Rückrunde dürfte er für diese Auszeichnung einer der Kandidaten sein. Bei den Preußen übernahm er sofort die Leaderrolle, auf dem Platz und in der Kabine. Der Mann mit dem wilden Flügel-Tattoo am Hals wurde zum Eckpfeiler des Preußen-Spiels, in 34 Partien schoss er neun Tore und bereitete vier vor – und räumte im Mittelfeld gerne auf.

Als der SCP sein letztes Heimspiel gegen den Karlsruher SC verlor, die Badener stiegen auf und feierten auf dem Rasen im Preußenstadion mit einigen Tausend Fans auf der einen Spielfeldseite die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus, da drehte Klingenburg in Begleitung von SCP-Pressesprecher Marcel Weskamp eine letzte Ehrenrunde in der von der Polizei abgeschirmten anderen Seite, Preußen-Hälfte. Ohne Angst, sein Publikum, gehört sich doch wohl, das war wohl seine Botschaft. Ein echter Typ ging, in nur einer Saison hat er positive Spuren bei den Preußen hinterlassen.

Hoch im Kurs bei Proficlubs

Diese eine stabile Serie reichte, um die schwierigen Jahre nach der Juniorenzeit bis zum Sommer 2018, als er in Münster auflief, fast vergessen zu machen. Gerade bei den Proficlubs aus den neuen Bundesländern in der 2. und 3. Liga stand sein Stil hoch im Kurs. Praktisch alle wollten ihn, am Ende waren vor allem Erzgebirge Aue und Dresden im Rennen. „Klinge“ entschied sich für Dynamo. Dass er noch mal bei Königsblau im Gespräch war, dementierte er dagegen kategorisch. „Jeder weiß, dass ich Schalke im Herzen trage und oft im Stadion bin, aber da ist wirklich nichts dran.“

Dynamo-Sportchef Ralf Minge observierte Klingenburg mehrfach, man traut dem gebürtigen Oberhausener zu, dass er die Sachsen wieder an die 1. Bundesliga heranführen kann. Ein Vertrauensvorschuss. Nach dem Aufstieg wurde Dresden 2017 Fünfter, nach Rang 14 (2018) und nun Rang zwölf will Dresden wieder oben mitmischen. Allerdings wird Klingenburg sich dabei seinen Rang, seinen Status neu erarbeiten müssen. Die Konkurrenz wird ungleich größer sein als in Münster, wo er flugs zum unangefochtenen „King“ im Mittelfeld wurde. Aber genau auf diese Situation, einen vermutlich hoch dotierten Dreijahresvertrag, eine interessante Stadt, ein fast immer ausverkauftes Stadion hat er gewartet – da wollte Klingenburg hin. Im Moment sieht es aus, als sei er auf einer sehr großen Fußballbühne gelandet. Die 1. Bundesliga, und damit die ganz große Konzertreihe, soll noch folgen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6643672?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F70831%2F
Ring bleibt nach Wasserrohrbruch eine Woche lang gesperrt
Ein Wasserrohrbruch auf dem Lublinring sorgt am Montagabend für eine großes Verkehrschaos.
Nachrichten-Ticker