Fußball: 3. Liga
Zum Start ein echter Hingucker: SCP im Hexenkessel der Löwen

Münster -

Die erste Dienstreise des SC Preußen Münster hat es gleich in sich. Nicht nur, dass zwei ehrwürdige Clubs des deutschen Fußballs an diesem Freitag die zwölfte Saison in der 3. Liga mit dem Flutlichtspiel eröffnen dürfen. Nein, die Partie in der Arena an der Grünwalder Straße beim TSV 1860 München ist an Spannung für eine Eröffnung nicht zu überbieten. Ein echter Hingucker.

Donnerstag, 18.07.2019, 19:36 Uhr aktualisiert: 18.07.2019, 20:15 Uhr
Voller Einsatz gefragt: Angreifer Rufat Dadashov (links) dürfte erste Wahl in München sein.
Voller Einsatz gefragt: Angreifer Rufat Dadashov (links) dürfte erste Wahl in München sein. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen-Trainer Sven Hübscher ist, wie er sagt, positiv angespannt, positiv nervös. Am Donnerstag wurde das Abschlusstraining in Münster absolviert, dann ging es nach Dortmund, dort hob der Flieger gen München ab. Am Freitag wird morgens noch die sogenannte Aktivierung durchgezogen, einst nannte man das Anschwitzen – es folgen die Mittagsruhe, viele Einzelgespräche und das „Pre-Match-Lunch“, früher auch als „Kaffee und Kuchen“ bekannt. Dann sollten die Adlerträger bereit sein für den Gang in die Höhle der Löwen, alles Mögliche ist getan worden. Nun sind wirklich die Akteure an der Reihe.

„Die grobe Idee habe ich, ein, zwei Positionen sind noch offen. Die Abwehr steht, da benötigen wir große Verlässlichkeit. Im Mittelfeld und in der Offensive haben wir mehrere Optionen“, sagt Hübscher einiges, aber eigentlich nicht viel. Die Namen fehlen, er will die wenigen Überraschungen, die er noch aus dem Hut zaubern könnte, nicht verraten.

Interview: Preußen-Trainer Sven Hübscher vor dem Saisonauftaktspiel gegen TSCV 1860 München

Hübscher bittet um Geduld

Am Anfang der Saison sind die Gegner noch nicht bis ins letzte Detail dechiffriert, in vier, fünf Wochen schon. Das will Hübscher nutzen, das will auch Daniel Bierofka auf Seiten der Löwen nutzen. Münster stellt sich jedenfalls auf gehörige Wucht bei den Münchnern in der Sturmmitte ein, wenn Sascha Mölders und Markus Zierreis auf die SCP-Verteidiger Ole Kittner und Simon Scherder losgelassen werden. Bereits nach diesem Spiel weiß man mehr. Hübscher wirbt dennoch für einen Anflug von Geduld: „In fünf Wochen wissen wir, wo wir stehen.“

Fast sechs Wochen Vorbereitung laufen auf den Abend in München zu. Der runderneuerte SCP muss Farbe bekennen. Eigentlich sind die Testbegegnungen jetzt Makulatur. Die Siege gegen irgendeine Stadtauswahl, die Niederlagen gegen Groningen und Almelo, auch der Erfolg über Fortuna Köln.

Kader von Preußen Münster - Saison 2019/20

1/36
  • Die Neuzugänge des SCP -

    hintere Reihe v.l.: Heinz Mörschel, Joel Grodowski, Fridolin Wagner, Luca Schnellbacher, Marcel Hoffmeier, Maurice Litka, Coach Sven Hübscher

    - vordere Reihe v.l.: Okan Erdogan, Dominik Klann, Nico Brandenburger, Naod Mekonnen, Seref Özcan und Julian Schauerte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann

    Noch konkurrenzlos auf der linke Seite. Nach starker Premierensaison gesetzt als Dauerläufer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto

    Vertrag auf den letzten Drücker - Trainer Hübscher wollte ihn unbedingt halten. Hat noch viel Potenzial.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues

    Dauerbrenner, Nummer eins und fast schon eine kleine Vereins-Ikone. Seit 2011 im Team, zuvor auch Jugendspieler.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marcel Hoffmeier

    Kommt mit 19 Jahren aus der Regionalliga (Lippstadt). Er versucht sein Glück als Profi und kann es kaum erwarten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Joel Grodowski

    Kommt aus Hamm (Oberliga), soll auch in der U 23 spielen. Pech mit einer schweren Schulterblessur.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fridolin Wagner

    Er kennt Trainer Sven Hübscher aus seiner Zeit bei Werder Bremen II. Und schwärmt in höchsten Tönen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luca Schnellbacher

    Seuchenjahr in Aalen, aber mit neuem Elan nach Münster gekommen und auf vielen Positionen einsetzbar.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Okan Erdogan

    Vielversprechende Ansätze in der Vorbereitung. Noch zurückhaltend als Neuzugang aus der Regionalliga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heinz Mörschel

    Bislang letzter Einkauf. Sammelte bei Holstein Kiel schon Zweitliga-Einsätze, ist aber erst 21 Jahre alt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann

    Auch schon seit vier Jahren beim SCP. Dauerläufer auf der rechten Seite, stark bei Kontern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marian Prinz

    Erstes Seniorenjahr für den Junioren-Nationalspieler. Als U-23-Keeper sicher öfter auf der Bank.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Klann

    Aufgestiegen mit der zweiten Mannschaft und nun mit der Chance, sich zu zeigen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder

    Schon seit 2006 ein Preuße, zuletzt Kapitän und erneut ein Anwärter auf die Binde am Arm.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • OIe Kittner

    Ur-Münsteraner und Everybody‘s Darling. Als Abwehrchef wie als Führungskraft sehr wertvoll.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Naod Mekonnen

    Ausgebildet bei RB Leipzig und extrem ehrgeizig, auch neben dem Platz als angehender Student.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ugur Tezel

    Sein erstes Jahr im SCP-Trikot verlief mehr als durchwachsen. Hofft auf eine neue Chance.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov

    Nach seiner Länderspielreise mit zwei Wochen Sonderurlaub, aber jetzt top-motiviert. Will seine Torquote steigern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires

    Nach dem Weggang seiner Nebenleute plötzlich Mittelfeldchef. Spielt aktuell stark auf und tritt auch die Standards.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Maurice Litka

    Eigentlich ein Ur-St. Paulianer, aber jetzt lässt er sich voll auf Preußen ein. Gute Ansätze in der Vorbereitung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nico Brandenburger

    Blöder Start mit einer kleinen Verletzung im Auftakttraining. Auf Dauer aber Kandidat für die Startelf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Seref Özcan

    Wagt den Sprung aus der Regionalliga Nordost in die 3. Liga. Berater ist Ex-Preuße Sercan Güvenisik.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Schnitzler

    Angebot aus Unterhaching, doch der Reservist musste bleiben. Will Schulze Niehues mutig angreifen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Julian Schauerte

    Potenzieller neuer Leitwolf auf der rechten Seite. Bringt 31 Jahre und viel Erfahrung mit.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann

    Der Schlaks (1,97 Meter) boxt sich durch, hat langfristig verlängert und geht bald noch studieren.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Malte Metzelder

    Sportdirektor und Geschäftsstellenleiter SC Preußen Münster

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Helge Dahms

    Zeugwart 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lukas Brüggemann

    Physiotherapeut 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dr. Tim Hartwig

    SCP-Mannschaftsarzt

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dr. Cornelius Müller-Rensmann

    Orthopäde und Sportmediziner

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Matthias Sieme

    Physiotherapeut 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Milenko Gilic

    Torwarttrainer

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tim Geidies

    Athletiktrainer

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Hellwig

    Co-Trainer

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Arne Barez

    Co-Trainer

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sven Hübscher

    Trainer

    Foto: Jürgen Peperhowe

Eingespielter Gegner

„Kein Trainer in dieser Liga weiß wirklich, wo er mit seiner Mannschaft steht“, sagte Hübscher, bevor er seine Schützlinge zum Abschlusstraining versammelte. Denn nichts ist vergleichbar mit der Intensität eines Punktspiels. Und für die Partie in München müssen sich die Preußen zudem auf einen Hexenkessel einstellen.

Hübscher redet die zu erwartende Atmosphäre nicht klein: „Erst mal müssen wir auf die Umgebung gefasst sein, da ist viel Drumherum.“ Die Löwen seien ein eingespielter Gegner, der mit dem just verpflichteten Timo Gebhart zusätzliche Variabilität erhalten habe. Keine leichte Aufgabe, aber auch keine unlösbare. Beim SCP fehlt Philipp Hoffmann (Kniebeschwerden), alle anderen sind fit. Lasst die Spiele beginnen.

Voraussichtliche Mannschaftsaufstellung:

 SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Kittner, Scherder, Heidemann – Wagner, Rodrigues Pires – Schnellbacher, Mörschel, Özcan – Dadashov

Der Gegner im Check: TSV München 1860

Ausgangslage: Statt des Großangriffs auf die 2. Liga backen die Löwen wegen finanzieller Stagnation wohl kleinere Brötchen. Zwischen KGaA und Stammverein gibt es immer wieder Irritationen, Investor und Scheich ­Hasan Ismaik mischt ­irgendwie immer irgendwo mit, aber nicht mehr so zentral wie vor zwei Jahren. Die Fans fordern ebenfalls Einfluss, sie sind ihrem Club an der Grünwalder Straße treuer denn je.

Die Partie gegen Münster ist ausverkauft, 9000 Dauerkarten wurden allein abgesetzt.

Personal: Mit Dennis Erdmann (Magdeburg) und zuletzt Rückkehrer und Ex-Erstligaprofi Timo Gebhardt (Viktoria Berlin), der Fanliebling war und von Ismaik bezahlt worden sein soll, kamen zwei namhafte und erfahrene Akteure.

Ansonsten rückten vor allem Talente aus den eigenen Reihen auf. Die Nummer eins dürfte an Keeper Hendrik Bonmann gehen. Quirin Moll, Nico Karger und Stefan Lex fehlen noch eine ganze Weile verletzt, sie waren eigentlich als Stammspieler fest vorgesehen. Kommen soll jetzt noch ein Stürmer.

Trainer: Außerhalb aller Diskussionen steht trotz aller Wirrungen rund um den Verein Daniel Bierofka. Im vergangenen Jahr fehlte der 40-Jährige oftmals, weil er seinen Fußballlehrer in Hennef machte.

Kuriosum: Das halbe Jahr von Aaron Berzel in Münster fand 2015 ein übles Ende. Fristlose Kündigung, Einzeltraining, Gerichtsstreit, Vergleich – die Hintergründe sind bis heute nicht öffentlich. Bei 1860 hingegen wurde der inzwischen 27-Jährige zur Stammkraft. Sein Vertrag wurde wegen des Sparkurses im Sommer zunächst nicht verlängert, doch nun stemmen ein paar anonyme Löwen-Fans das Gehalt des Defensivspielers, der also doch bleibt.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6788901?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F70831%2F
Magen-Darm-Probleme: 16 Personen auf Ferienfreizeit erkrankt
Gesundheitsamt sucht Ursache: Magen-Darm-Probleme: 16 Personen auf Ferienfreizeit erkrankt
Nachrichten-Ticker