Fußball: 3. Liga
Preußen Münsters Wagner-Festspiele

Münster -

Was macht der denn da? Fridolin Wagner tauchte plötzlich mitten zwischen den baumlangen Preußen-Innenverteidigern Kittner und Scherder auf. Des Rätsels Lösung: Trainer SVen Hübscher setzte auf die Dreierkette mit seinem ehemaligen Werder-Schützling als Schalt-Zentrale.

Montag, 29.07.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 29.07.2019, 17:30 Uhr
Oben auf: Fridolin Wagner freut sich mit Simon Scherder und Lucas Cueto über den 2:0-Siegtreffer gegen Jena. Der 21-Jährige Neuzugang hat in Münster bereits eine Führungsrolle übernommen.
Obenauf: Fridolin Wagner freut sich mit Simon Scherder und Lucas Cueto über den 2:0-Siegtreffer gegen Jena. Der 21-jährige Neuzugang hat in Münster bereits eine Führungsrolle übernommen. Foto: Sebastian Sanders

Taktische Flexibilität ist Sven Hübscher extrem wichtig. Ein starres System wird der Preußen-Trainer der Konkurrenz nie anbieten. Umso wichtiger, dass seine Schützlinge diesen Gedanken beherzigen und umsetzen. Eine Schlüsselrolle fällt dabei zweifelsohne dem Mann zu, den der Coach von seiner letzten Station Werder Bremen II mitgebracht hat. Fridolin Wagner ist zwar noch sehr jung, aber nach wenigen Wochen schon so etwas wie der Taktgeber im SCP-Gefüge. Agierte der 21-Jährige beim 1:1 in München noch eher im klassischen Stil als einer von zwei Sechsern neben Nico Brandenburger, fand er sich beim 2:0 über Jena plötzlich größtenteils als Teil einer Dreierkette zwischen Ole Kittner und Simon Scherder wieder.

Die Antwort auf Jenas Raute

„Darf ich das verraten?“ Etwas schüchtern und unerfahren begegnete Wagner der Frage nach seiner Aufgabe an diesem Tag. Ja, er durfte. Hatte doch ohnehin jeder gesehen. Gegen den Ball war der Blondschopf fester Bestandteil der Abwehrkette, im Angriffsmodus sollte er sich eigentlich etwas weiter nach vorn schieben. Quasi aus einem 3-4-3 ein 4-1-2-3 machen. „Wir mussten auf Jenas Raute eine Antwort haben, deswegen haben wir so versucht, keine Unterzahl zuzulassen“, sagte Hübscher hinterher. Zu 100 Prozent ging der Plan allerdings im Vorwärtsgang nicht auf. „Meine Gegenspieler haben das clever gemacht und mich früh attackiert, so dass ich mich immer wieder fallen gelassen habe“, sagte Wagner. „Jena spielt einen eher ungewöhnlichen Fußball. Das war für uns manchmal schwierig.“

Teilentwarnung bei Maurice Litka

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Bei Bedarf die Kugel ins Aus dreschen

Doch auch dem begegneten der 21-Jährige und seine Kollegen mit der richtigen Antwort. Grundsätzlich soll Wagner den Aufbau leiten, den ersten Ball spielen und damit Kittner und Scherder entlasten. Doch es fällt auf, dass er nicht immer die elegante Lösung sucht, sondern bei Bedarf auch mal den langen Schlag einstreut oder die Kugel in Gefahrenlage sogar ins Aus drischt.

„Abgezockt“ nannte Wagner den Umgang seiner Mannschaft mit der Führung. Und da hatte er recht. Ließen die Münsteraner anfangs noch „zwei große Dinger“ zu, waren sie mit dem 1:0 im Rücken zwar nicht in allen Belangen überlegen, riegelten den Sechzehner aber so ab, dass kaum jemand mehr um den Sieg fürchten musste.

Die zwei Szenen, die Wagner ansprach, resultierten aus der Anfangsphase, als die FCC-Stürmer Anton Donkor und Meris Skenderovic freie Bahn besaßen. „Da hatten wir nicht die beste Zuteilung“, gestand Wagner, der die Zuspiele (nach eigenen Ballverlusten) in die Schnittstelle zwischen sich und Kittner sah. Alles klappen konnte ja auch nicht. Die Abteilung Abwehr steigerte sich, Wagner übernahm wie selbstverständlich die Chefrolle. Hübscher hat ihn offenbar nicht grundlos aus Bremen mitgebracht.

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